US-Soldaten in Waffen- und Drogenhandel verstrickt
Nachdem vor kurzem US-Soldaten mit 16 kg Kokain in Kolumbien festgenommen wurden, hat die Polizei nun 2 US-Soldaten verhaftet, weil diese der rechten paramilitärischen Organisation AUC Munition übergeben wollten
Während die US-Regierung nach alten Stil aus der Zeit des Kalten Kriegs "Terroristen" in manchen Ländern mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft, werden gleichzeitig anderen Orts Milizen unterstützt, mit deren Zielen man übereinstimmt oder deren Gegner auch die eigenen Gegner sind. Gerade gibt es für diese Politik, die schon zu manchen Katastrophen wie in Afghanistan oder im Irak geführt hat, möglicherweise wieder ein Beispiel aus Kolumbien, mit dem Plan Colombia der drittgößte Empfänger von Militärhilfe aus den USA nach Israel und Ägypten.
Da Lateinamerika der Hinterhof der USA ist, sind die US-Regierungen hier immer besonders rabiat vorgegangen, um die für sie genehme politische Ordnung zu sichern. So wurden Diktatoren und Militärregime unterstützt, während man mithalf, demokratische Regierungen zu stürzen. Menschenrechtsverletzungen spielten dabei keine große Rolle, solange die eigene Macht und die eigene Wirtschaft nicht bedroht wurden.
Auch jetzt wird Lateinamerika wieder zu einem neuen Problemfeld, nachdem die Aufmerksamkeit lange Zeit auf dem Mittleren Osten und den muslimischen Terroristen gerichtet war. In einer ganzen Reihe von wichtigen Ländern haben sich eher linksgerichtete, US-kritische, aber demokratisch gewählte Regierungen etabliert. Mit Venezuela erwuchs der US-Regierung mittlerweile ein erst zu nehmender Gegner, zumal das Land über große Erdölvorräte verfügt (Kriegsvorbereitungen in Venezuela). Schon lange aber gibt es den Krisenherd Kolumbien. Das Land ist ein Staat, der seit langem nur noch fragmentiert ist, weil sich staatliche Macht mit Terroristengruppen, Drogenkartellen und rechten Milizen, die bestimmte Gebiete kontrollieren, in einem permanenten Konflikt befinden.
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Mit viel Geld, Waffen und Personal unterstützt die US-Regierung die Regierung des kolumbianischen Präsidenten Uribe (Ein akzeptiertes Gewaltregime) und den Kampf gegen Rauschgift und den Guerilla-Organisationen Farc oder ELN, die nicht nur in den Rauschgifthandel, sondern auch in Anschläge und vor allem in Entführungen verstrickt sind. Mehrere Tausend Gefangene halten sie fest (Gefangenenaustausch per Internet?). In Kolumbien werden nach den Plan Columbia, in den seit 2000 bereits 3 Milliarden Dollar geflossen sind, offiziell - 800 US-Soldaten und 600 Söldner eingesetzt (US-Militärpräsenz in Kolumbien wird erhöht). Dass diese nicht nur den vereinbarten Aufgaben nachgehen, sondern auch aktiv mit an Einsätzen beteiligt sind, wird schon lange vermutet. Offiziell jedoch agiert die US-Regierung nicht militärisch in Kolumbien (die Soldaten sollen nur ausbilden und logistisch unterstützen) und offiziell hilft sie auch nicht der rechten paramilitärischen AUC mit ihren Todesschwadronen. Sie wurde als terroristische Organisation auf die Terrorliste gesetzt. Der kolumbianische Präsident will sie auflösen, aber das kommt nicht wirklich voran.
Der Verdacht könnte nahe liegen, dass die US-Regierung heimlich den Paramilitärs hilft, die für zahlreiche Morde und Massaker verantwortlich sind, die aber die "linken" Guerilla-Organisationen und überhaupt linke Ideologie bekämpfen. Verdeckte Aktionen können aber auch schief gehen, wenn es sich um eine solche gehandelt hat und nicht nur die Aufsicht in Kolumbien über die Soldaten völlig aus dem Ruder ist. Am Dienstag hat die kolumbianische Polizei nämlich zwei US-Bürger unter dem Verdacht des Waffenschmuggels festgenommen, die sich als US-Soldaten entpuppt haben, was auch die US-Botschaft bestätigte. Schon kurz zuvor waren fünf undercover operierende US-Soldaten unter dem Verdacht des Drogenschmuggels mit 16 Kilogramm Kokain verhaftet worden. Angeblich haben US-Behörden eine Untersuchung eingeleitet, weswegen keine weiteren Informationen gegeben werden dürfen. Aufgrund eines Abkommens können US-Bürger im Dienst der US-Regierung nicht von kolumbianischen Behörden belangt werden, sondern unterstehen der US-Gerichtsbarkeit.
Dieses Mal sollen die amerikanischen Soldaten mehr als 30.000 Schuss Munition bei sich geführt haben, um sie den AUC-Milizem zu übergeben. Vorgesehen waren sie vermutlich im Rahmen des Plan Colombia für die regulären Truppen. Die Polizei bezeichnete den Vorfall als "sehr außergewöhnlich". In beiden Fällen handelte es sich um Soldaten der US-Botschaft. Diese wollte aber bislang nichts weiter über den Vorfall und die beiden Soldaten sagen. Möglicherweise haben die beiden ertappten Soldaten auf eigene Faust die Munition entwendet, um sie den Milizen zu verkaufen.
http://www.heise.de/tp/artikel/20/20036/1.html- 14 Tonnen Kokain beschlagnahmt (15.5.2005 11:36)
- kt (9.5.2005 15:08)
- Again? (7.5.2005 2:05)
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