Streit um "Sin City"

09.08.2005

Kino-Ketten wollen den Film boykottieren

Der Streit zwischen den großen Kino-Ketten und der Verleihfirma Buena Vista spitzt sich zu. Bereits in der vergangenen Woche weigerten sich Cine-Star, Cinemaxx und UCI den Film „Herbie: Fully loaded - Ein toller Käfer startet durch!“ zu zeigen, und nun ist von der Auseinandersetzung Robert Rodriguez' Film „Sin City“ betroffen, der am kommenden Donnerstag bundesweit starten sollte.

Grund für diesen Boykott ist erneut ein Streit um die so genannte Zweitvermarktung per DVD oder Video. Bisher war es üblich, dass zwischen der ersten Kinoausstrahlung und der Zweitvermarktung sechs Monate lagen. Wegen der zunehmenden Verbreitung von Raubkopien und der damit verbundenen Mindereinnahmen aus dem DVD-Geschäft versuchen die Produktionsfirmen und die Verleiher diese Frist zu verkürzen. So soll „Herbie: Fully loaded“ bereits im Dezember als DVD vermarktet werden. Und ähnliches plant Buena Vista nun nach Aussage des Cinemaxx-Sprechers Arne Schmidt auch mit „Sin City“.

Dadurch, so Schmidt, sei die Exklusivität für die Aufführung im Kino bedroht. „Auch wenn der Kinobesuch mit all seinen Emotionen und dem Gemeinschaftserlebnis keinesfalls mit den heimischen Möglichkeiten, beispielsweise auf einem Fernseher, vergleichbar ist, sehen wir durch dieses Vorhaben eine Einschränkung des Besucherpotentials für einen Kinobesuch." Aus diesem Grund verlangen die Kinobetreiber ein Zugeständnis bei den Filmmieten, da sie im anderen Fall kurz- bis mittelfristig die Eintrittspreise erhöhen müssten, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können. „Dies sehen wir allerdings in der aktuell konsumschwachen Zeit nicht als Option“, sagt Schmidt, der dennoch hofft, dass es im letzten Moment doch noch zu einer Einigung zwischen dem Verleiher und den Kinobetreibern kommen werde.

Dass dieser Streit nicht neu ist, zeigt allein schon ein Blick in das Diskussionsforum des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater. Dort kritisieren Kinobetreiber schon seit Mitte 2003, dass bei einigen Filmen die Frist zwischen Kino- und DVD-Auswertung immer kürzer werde. Dass die großen Kino-Ketten jetzt so vehement reagieren, liegt vermutlich an dem schlechten Kinogeschäft der letzten Monate. Allerdings ist die Sechs-Monate-Frist nur für in Deutschland produzierte Filme gesetzlich vorgeschrieben, doch bisher wurde sie von den Verleihern auch bei beinahe allen anderen Produktionen eingehalten.

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