Bio-Power macht den Hamster sauer

Wolf-Dieter Roth 26.08.2005

Sind Nagetiere die Lösung für die Energiekrise?

Selbst aus Scheiße will man heutzutage Strom machen: Bio-Power ist angesagt! Und wenn alle Stricke reißen, muss man halt selbst an der Kurbel drehen oder auf ein Fahrrad steigen: 60 Watt können normale Menschen etwa über längere Zeit konstant erzeugen, genug für eine Glühlampe, allerdings nicht für den Computer außer dies ist ein Notebook.

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Doch gibt es bisher keine Generatorausgänge an Trimmfahrrädern, denn wer so dick ist, dass er ein solches Gerät benötigt, ist meist zu bequem und mag für seinen Strom nicht wirklich selber strampeln. Zudem ist es der Konzentration bei der Arbeit nicht unbedingt zuträglich, wenn man immer gleichmäßig treten muss und nicht einmal austreten kann, ohne dass deshalb gleich der Computer abstürzt. Auch Telefonate dürften schwierig werden, wenn man dabei solange ständig nach Luft schnappen muss, bis der Computer sicher heruntergefahren ist.

Die Sklavenhaltung ist dummerweise schon seit mehreren 100 Jahren abgeschafft, doch wozu hat man Haustiere? Hunde und Katzen bewegen sich eher kurzfristig und dann schnell, eine gleichmäßige Energieerzeugung ist so kaum möglich. Nagetiere laufen dagegen stundenlang unermüdlich in ihrem Rad und insbesondere Hamster sind auch noch nachtaktiv. Das ist insofern praktisch, als man damit eine günstige Lesebeleuchtung bauen kann, wenn einen das unermüdliche Haustier schon nicht schlafen lässt. Allerdings liefert solch ein Hamster natürlich keine 60 Watt wie ein Mensch, schon ein Watt könnte schwierig werden. Deshalb geht nur eine Nachttisch-Lampe mit LEDs (Die coole Nachttischlampe).

Peter Ash und sein handyladender Hamster (Bild: Ananova)

Wer es nachts gerne dunkel hat, kann allerdings immer noch sein Handy laden. Dies bewies nun der sechzehnjährige Schüler Peter Ash aus Lawford, Somerset, England, der damit seine Abschlussprüfung als Elektroniker bestand. Immerhin 13 Monate arbeitete der Schüler an seinem Hamsterkraftwerk. Wenn der Hamster Elvis zwei Minuten strampelt, kann Peter bereits eine halbe Stunde telefonieren. Da der Hamster jedoch zum Leidwesen von Peters Schwester, in deren Zimmer er den kleinen Racker offensichtlich abgestellt hat, die halbe Nacht in seinem Rad läuft, dürfte Peter mittlerweile ein massives Problem mit seiner Telefonrechnung haben.

Natürlich wäre es möglich, ein komplettes Hamsterkraftwerk mit einer Batterie von Hamstern in Laufrädern zu bauen. Es bliebe dann nur das Problem des Stromausfalls, wenn gerade eine Grippewelle die Hamster heimsucht. Aufpassen sollte Mann allerdings, wenn die viel telefonierende Frau oder Tochter dem Herrn des Hauses plötzlich die Anschaffung eines Trimmfahrrads nahe legt. Ob es dann hilft, sich in den Fernsehsessel zu legen und keinen Finger mehr zu rühren, um die Telefonrechnung in Grenzen zu halten?

http://www.heise.de/tp/artikel/20/20807/1.html
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