Extreme Dürre in Spanien

31.08.2005

Rationierung von Wasser angekündigt

Die iberische Halbinsel wird von einer extremen Dürre heimgesucht (vgl. Portugal: Der Sommer hat gerade erst begonnen). Im spanischen Staat steht nun die Rationierung von Wasser auf der Tagesordnung. Die katalanische Regionalregierung hat bereits ein Dekret zur Rationierung angekündigt.

Die Lage in vielen spanischen Regionen ist zugespitzt. Deshalb hat die spanische Umweltministerin Cristina Narbona am Montag bei der Vorstellung des "Nationalen Dürreobservatoriums" erklärt, die Situation sei "sehr schwierig". Die Wasserreserven im Land könnten sich nicht einmal erholen, wenn es im Herbst normal regne. Das Niveau vieler "Stauseen in einigen Regionen Spaniens ist wirklich schlimm", sagte die Ministerin.

Spanien leidet unter der extremsten Dürre, seit mit der Aufzeichnung der Messdaten 1947 begonnen wurde. In einigen Gebieten soll die Kapazität der Stauseen auf 13 % gesunken sein. Am Oberlauf des Flusses Segura wird inzwischen Wasser aus überfluteten Minen gepumpt, um die Bewässerung im Verlauf des Flusses sicher stellen zu können (vgl. Iberische Flüsse in Not). Narbona kündigte mit Bezug auf das Meteorlogische Institut für 2006 ein weiteres "Dürrejahr" an. Sie forderte einen verantwortlichen Verbrauch, um die "Versorgung der Städte zu sichern".

Während andere Regionen über Restriktionen nachdenken, hat Katalonien, das besonders von der Dürre betroffen ist, schon Schritte unternommen. Nun hat die Regionalregierung Restriktionen im privaten Verbrauch angekündigt. Das Dekret trete in Kraft, "wenn der Pegel der Stauseen unter 20 Prozent ihrer Kapazität fällt", sagte der katalonische Umweltminister Salvador Milà in Barcelona. Das Niveau liegt derzeit bei 24 Prozent. Das neue Dekret sieht nun eine stufenweise Absenkung der Entnahme aus den Stauseen vor. Demnach wird sie auf 230 Liter pro Person und Tag begrenzt, falls es nicht bald ausgiebig regnet. Sinkt der Stand unter 15 %, wird auf 210 Liter abgesenkt. Bei 5 % auf 160 Liter. Da sich darin der Gesamtverbrauch wiederspiegelt, Industrie, Landwirtschaft etc eingerechnet, werden sich einige in der Region stark einschränken müssen. In einigen Gemeinden wird pro Person täglich mehr als 200 Liter Wasser für den persönlichen Bedarf verbraucht, in Deutschland sind es im Durchschnitt 127 Liter.

Die Bauern in Katalonien haben nun angekündigt, auf die Barrikaden zu gehen. Wegen der Einschränkungen sehen sie sich als Hauptbetroffene. Die Ernte der Oliven, der Mandeln sei zur Hälfte verloren und die Ernte der Gerste vollständig.

Dabei haben die Bauern mit ihrem hohen Verbrauch zu der Situation beigetragen. Ineffizient werden die Felder meist geflutet, um sie zu bewässern. Nur 15 Prozent der Systeme arbeiteten effizient, meint die spanische Umweltministerin. Das trägt zudem zur Versalzung der Böden, zur Erosion und damit zur Versteppung bei. Experten warnen: Ein Drittel Spaniens droht zur Wüste zu werden. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE) nehme trotz der anhaltenden Dürre der Verbrauch für die Bewässerungen weiter zu. Allein 2003 sei er um 3,2 % gestiegen. Die extrem trockenen Regionen wie Murcia und Extremadura hätten sogar um 8,1 % und 6,3 % zugelegt.

Neben den privaten Haushalten und der Landwirtschaft ist aber auch das marode Verteilungssystem für die Knappheit verantwortlich. Mehr als 19 % des Wassers gehe nach Angaben des INE dort verloren. Dazu kämen 10 % Verdunstung, weil die Kanäle zumeist offen verlaufen. Insgesamt will die Zentralregierung im Kampf gegen die Dürre nun 390 Millionen Euro ausgegeben, kündigte die Narbona an. Neben der Modernisierung und der Verbesserung der Bewässerungssysteme gehörten auch Entsalzungsanlagen zu dem Paket. In Carboneras, nahe der südspanischen Stadt Almería, hat Narbona im Juli die größte Entsalzungsanlage Europas eingeweiht. Sie ist mit der neuesten Technologie ausgestattet und soll 120.000 Menschen mit Trinkwasser 7.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche mit Wasser versorgen.

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