Satelliten für die Festung Europa?

28.09.2005

Die griechische Regierung erwägt, zur Überwachung der Grenzen und zur Abwehr von illegalen Immigranten ein Satellitennetzwerk einzurichten

Die neuen Grenzen, die um die Wohlstandsinseln – gleich ob Länder, Regionen, Siedlungen, Stadtviertel oder einzelne Häuser - errichtet werden, nutzen das verfügbare Hightech-Arsenal, um unerwünschte Eindringlinge zu erkennen, fernzuhalten und zu bekämpfen. Mit dem Kampf gegen den Terrorismus gedeihen die Projekte und fließt das Geld, weil die Sicherheitspolitiker damit gleichzeitig innenpolitisch mit der Abwehr von illegalen Einwanderern und Menschenschmuggel punkten wollen.

Die griechische Regierung denkt nun darüber nach, zur Abwehr von Einwanderern Satelliten einzusetzen. Griechenland hat lange Grenzen und zahllose Inseln, die kaum wirklich gesichert werden können. Mit Satellitenüberwachung könnte man nicht nur Einwanderer aufspüren, sondern gleich noch im Paket ein anderes Problem angehen: die Erfassung von nicht genehmigte Bauten.

Wie die griechische Zeitung Kathimerini berichtet, stellt man sich beim Ministerium für öffentliche Ordnung den Aufbau eines Netzwerks von 12 Satelliten vor. Diese Idee wurde vom Zentrum für Sicherheitsforschung (KEMEA), das dem Ministerium angehört, in einer Studie ausgearbeitet.

Die Satelliten würden klein, mit 50 kg relativ leicht und billig sein und in einer ungewöhnlich niedrigen Höhe zwischen 400 und 800 km positioniert werden. Nähere Einzelheiten sind nicht bekannt, auch nicht die geschätzten Kosten. Angeblich stellt man sich vor, dass die EU bei der Finanzierung einen Beitrag leisten könnte, schließlich geht es um die Sicherung der gemeinsamen Grenze. Zu den vorgeschlagenen Aufgaben würde neben der Grenzüberwachung und Erfassung illegaler Einwanderer die Identifizierung von möglichen Ölquellen sowie von ohne Baugenehmigung errichteten Gebäuden sein. Zu deren Bekämpfung fehlt aber bislang der politische Wille.

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