Der Laser-Blick ins Universum

Wolf-Dieter Roth 15.12.2005

Das Mini-Planetarium mit Lasershow für zuhause

Wer der Liebsten schon immer einmal die Sterne vom Himmel holen wollte, hat jetzt die Gelegenheit: Der englische Lichtkünstler Chris Levine hat ein Laser-Projektionsgerät erfunden, das bewegte Weltraum-Bilder erzeugt.

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Ungewöhnliche Leuchteobjekte hatten auch außerhalb von Diskotheken immer schon ihren Reiz. In den 60er-Jahren war die Lavalampe ein sehr beliebtes Wohnzimmeraccessoire. Danach geriet sie in Vergessenheit, Spiegelkugeln, Nebelmaschinen und Lichtorgeln eroberten die Diskotheken. Erst Ende der 90er tauchten zunächst die Original-Lavalampen und später auch deutlich preiswertere Kopien wieder auf. Ebenso wurden Plasmakugeln beliebt, bei denen in hochverdünnter Luft farbenprächtige Entladungen in rot und violett ablaufen, ähnlich wie in der Ionosphäre (Blaue Jets, rote Sprites und Elfen im Himmel).

Der Blick ins Auge des Laser-Hurricans – in Natura nicht zu empfehlen (Bild: W.D.Roth)

Tiefrot und tief violett ist eine optisch sehr reizvolle Farbkombination, die nicht nur Erotik signalisiert (Blaulicht macht glücklich, Rotlicht heiß), sondern auch im Automobilbau oder bei Handys inzwischen gerne zur Nachtbeleuchtung verwendet wird, beispielsweise in VWs. Das dortige Nachtdesign in purpurrot und tiefblau ist angenehm, weil nicht blendend, und sehr modisch, für Brillenträger jedoch wenig ergonomisch, da die Farben vom entgegengesetzten Ende des sichtbaren Spektrums in Brillengläsern stark auseinander divergieren und der Wagen folglich je nach Blickwinkel auf den Tacho schon mal eben 10 km/h schneller oder langsamer fährt.

Wo sich diese Farbkombination jedoch auch findet, ist auf den prächtigen Fotos des Weltraumteleskops Hubble (Wenn ein sterbender Stern farbenfroh um Aufmerksamkeit ringt, Die Welt im Plural denken, Kollidierende und sich bildende Galaxien). Und auch in modernen Planetarien, wie dem leider zugrunde gewirtschafteteten Imax in München (Im Planetarium gehen die Lichter aus), finden sich diese Farbkombinationen wieder, weil auch hier immer mehr Lasershows eingebaut werden.

Künstliche Laser-LED-Galaxien unter Langzeitbelichtung (Bild: W.D.Roth)

Nachdem das Imax-Planetarium in München nicht mehr öffnen wird, muss man sich die Sterne nun nachhause holen. Und das geht durchaus, ohne zuvor eine Bank zu überfallen, sofern man keinen echten Planetariumsprojektor haben will, der ohnehin nicht ins Wohnzimmer passt, sondern nur ein schönes Effektgerät. Sachlich gesehen ein völlig überflüssiger und zum Leben garantiert nicht notwendiger Artikel, doch beim Ausprobieren einfach verzaubernd, wenn man ein Gefühl für Romantik hat.

Der sogenannte Laserpod ist nämlich eine kleine Leuchte mit drei blauen und violetten LEDs, die durch einen Glaskristall in der Art einer Spiegelkugel strahlen, ergänzt durch einige rote Laserstrahlen. Das klingt relativ trivial, doch das vom Gerät an eine Decke gestrahlte, sich bewegende Bild erinnert durchaus an die auch aus dem Telepolis-Sonderheft Weltraum bekannten Bilder: Zwischen roten, sich bewegenden und funkelnden Sternen wabern blaue Nebelgalaxien.

Die Lasershow für den Wohnzimmertisch: Der Laserpod (Bild: Laserpod)

Natürlich sind die gewöhnlichen Laser-Zeiger inzwischen auch mit Vorsätzen ausgerüstet, mit denen sich Stern-Figuren an die Decke projizieren lassen, doch der Laserpod ist noch deutlich ausgereifter. Man kann ihm auch einen mitgelieferten Diffusor einlegen und zwei opal schimmernde Milchglashauben überstülpen, wodurch er sich seinem Vorbild, der Lavalampe, annähert: Auf der Haube erscheinen nun an Computergrafiken erinnernde Laserbilder.

Das beispielsweise bei Pearl für knapp 100 Euro erhältliche Gerät ist im Stromverbrauch sehr sparsam und kann sogar mit Batterien (3 Mignonzellen) betrieben werden, wenn dies nötig ist – beispielsweise, weil der optimale Aufstellungsort zu schwierig mit einer Stromleitung zu versorgen wäre oder jemand über diese stolpern könnte. Außerdem ist – auch wenn hierfür kein rationaler Grund erkennbar ist, denn das Gerät arbeitet ja abgesehen vom praktisch unhörbaren Motor, der den Kristall dreht mit verschleißfreier Halbleitertechnik – die maximale Betriebszeit ohne Pause ähnlich dem Vorbild Lavalampe auf vier Stunden am Stück begrenzt. Für einen unvergesslichen romantischen Abend unter dem Laser-Sternenzelt sollte dies aber ausreichen.

Kein Bildschirmschoner, aber noch beeindruckender: Lasergrafiken des Laserpod mit aufgesetztem Diffusor und Milchglashaube (Bild: W.D.Roth)
http://www.heise.de/tp/artikel/21/21571/1.html
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