Dotcomtod: Revolutions

Wolf-Dieter Roth 23.01.2006

Die Rächer der Verheizten sind wieder da

Dotcomtod - das war einst die Kultseite aller im Job gefrusteten New-Economy-Jünger. Doch dann ging sie unter dubiosen Umständen selbst unter. Eine Wiederbelebung war wenig erfolgreich. Inzwischen ist das einstige Lästerboard professioneller geworden

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Es ist nicht das erste Mal. Doch nach jenem Fehlschlag hatten die früheren Dotcomtod-Schreiber jeweils eigene Blogs eröffnet, bekannt wurden nur die von Lanu und Don Alphonso. Dauerhaft blieben die Leser den verzettelten Überbleibseln des einstigen Lästerportals nicht treu.

Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Seit heute früh ist die charmante Chaotentruppe um Lanu offensichtlich wieder im Netz – unter dem neuen Namen www.boocompany.com. Schließlich will man sich inzwischen beim "Buh"-Rufen nicht mehr nur auf die New Economy beschränken. Und wohl auch Abstand zu den abgestürzten "Reloaded"-Versuchen gewinnen.

Um nicht als ganz so negativ zu gelten – und auch, um die infolge der zu erwartenden Seitenzugriffe enormen Hostingkosten zahlen zu können, gibt es unter "Supercompany" auch einen ganz fürchterlich ernst gemeinten Ableger der "Million Pixel Site".

"Und wenn ich jeden Sentinel persönlich aus seiner Blogger-Nische zerren muss, egal, es ist Zeit, wieder Nägel mit Köpfen zu machen! Das Unternehmen macht exakt an der Stelle weiter, wo Dotcomtod aufgehört hat, und überträgt das erfolgreiche Business Model auf die gesamte Wirtschaft. "Nachdem unsere alten Freunde Alex Falk und Peter Kabel dabei sind, wieder durchzustarten, möchten wir natürlich weiterhin unsere Unterstützung beim Reality Check anbieten. Sogar das Login mit den alten Benutzerdaten ist für die Sentinels möglich. Im Vorfeld wurden bereits neue Verträge mit einer Reihe von alten Stars der Downturnszene abgeschlossen. "Geil - endlich das mit dem Ackermann tun, was wir früher schon mit dem Pit Kabel gemacht haben", freuen sich die Elitetruppen, die in der Erweiterung auf die gesamte Wirtschaft und deren Folgen für die Gesellschaft einen neuen Wachstumsmarkt erkennen.

Was soll Boocompany nun wohl werden? Auf jeden Fall kein Watchblog. Nein, diese Erkenntnis haben wir nicht selbst gewonnen, sondern wir wurden mit handfesten Argumenten überredet:

Ich werde übrigens jeden Journalisten, der BooCompany als Watchblog bezeichnet, persönlich an seinen Schreibtisch tackern lassen und ihm drei Tage lang aus der Wirtschaftswoche vorlesen.

Lanu, Boocompany.com

Obwohl, so ein gepflegter Büroschlaf hätte eigentlich auch mal ganz gut getan…wie wäre es denn ersatzweise mit der FAZ, Lanu?

http://www.heise.de/tp/artikel/21/21852/1.html
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