Ein nettes Werk

Wolf-Dieter Roth 27.01.2006

Kanadische Plattenfirma unterstützt wegen "Raubkopien" verklagte Familie

Verkehrte Welt? Dass eine Plattenfirma einmal auf der Seite eines wegen Copyrightverletzungen Angeklagten stehen könnte, ist kaum zu erwarten. In Deutschland. In Kanada gibt es sowas dagegen.

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David Greubel war im August 2005 von der Recording Industry Association of America (RIAA) vor Gericht gezerrt worden, da diese insgesamt 600 Musikstücke auf dem Familiencomputer zum Download per Tauschbörse gefunden haben will. Darunter "Sk8er Boi" von Avril Lavigne. 9000 Dollar Strafe sollte Greubel zahlen, 4500 Dollar, wenn er sofort bezahlt.

Doch Avril Lavigne ist bei Nettwerk unter Vertrag, einem kanadischen Plattenlabel. Und dessen Geschäftsführer fand dies gar nicht nett:

Musikfans zu verklagen, ist nicht die Lösung, sondern das Problem

Terry McBride, C.E.O Nettwerk Music Group

McBride steht zu seinem Wort: Um den Klagewellen der Musikindustrie Einhalt zu gebieten, übernimmt Nettwerk die Verteidigung der Familie Greubel – und die Kosten, wenn sie dennoch verlieren sollten. Ein Chigagoer Anwaltsbüro, das schon mehrere Klagen gegen die RIAA geführt hat, hat den Fall übertragen bekommen.

Rechtsstreitigkeiten sind keine "Künstlerförderung". Sie sind Gift für Kreativität und Leidenschaft und verletzen das Geschäft, das ich liebe. Die momentanen Aktionen der RIAA sind nicht im Interesse meiner Künstler.

Terry McBride, C.E.O Nettwerk Music Group
http://www.heise.de/tp/artikel/21/21883/1.html
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