Das jüdische Webmagazin HaGalil wurde gehackt

Wer die Seite des jüdischen Webmagazins haGalil.com besucht, findet heute statt Informationen nur zwei Sätze darüber, dass der Server von Unbekannten gehackt wurde

"es scheint, dass heute nacht alle daten am server "haGalil" gelöscht wurden. wir sind dabei die ursachen zu klären." Mehr als diese Information hat auch David Gall, der Verantwortliche für haGalil.com, zur Zeit nicht. In der letzten Nacht, so David Gall, wurden die Daten von haGalil gelöscht, auf dem Server fanden sich fremde Scripte, welche wahrscheinlich die Datenlöschung verursachten.

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HaGalil ist seit langem bereits Angriffsziel für Neonazis und Rechtskonservative, Hassmails sind nichts Neues. Diesmal allerdings könnte der Angriff auch aus einer ganz anderen Ecke kommen, wie David Gall im telefonischen Gespräch bemerkte. Denn haGalil hatte gestern die umstrittenen Mohammed-Karikaturen (Islam - Pressefreiheit 1:0) veröffentlicht. Insofern ist es für David Gall ein "komischer Zufall", dass gerade jetzt die kompletten Daten des Servers gelöscht wurden.

Inwiefern Daten nur gelöscht oder vorher kopiert wurden, ist bislang unklar. Gleiches gilt für das Vorhandensein von Backups. Da haGalil stets mit wenig personellen und finanziellen Resourcen auskommen muss und insbesondere, so David Gall, der Kampf um die weitere Förderung des Webmagazins viel Zeit verschlingt, werden ab und an technische Aspekte schon einmal gezwungenermaßen klein geschrieben. Welchen Schaden die Angreifer also nun genau verursacht haben und aus welcher Ecke sie kamen bleibt abzuwarten.

Update: Angeblich hätten die Angreifer eine IP-Adresse gehabt, die Gall in Verbindung mit Katar bringt. Dem Fernsehsender n-tv sagte er, dass Hagalil aus politischen Gründen zerstört wurde. Es ist doch verrückt, dass in Jemen 150.000 Menschen auf die Straße gehen, nur weil eine Zeitung in Aarhus ein paar Karikaturen veröffentlicht. Die dürften kaum wissen, wo Aarhus liegt. Ich weiß es selber nicht." Zur Verfolgung des Hacks wurde das Landeskriminalamt eingeschaltet.

http://www.heise.de/tp/artikel/21/21920/1.html
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