Wölfe, Töchter und der kulturelle Abschiebeknast
Wo steht die deutschtürkische Kultur heute?
Das Bild des Türkischen, das sich den Deutschen zeigt, erhält in diesen Tagen neue, für viele erschreckende Facetten: Nach Soldaten, die im "Rambo"-Stil im "Tal der Wölfe" aufräumen, und Kids, die deutschen in Detlev Bucks Neukölln-Film "Knallhart" blutige Straßenkämpfe liefern, wurde kürzlich am Berliner Hebbeltheater das neue Stück des deutschtürkischen Schriftstellers Feridoun Zaimoglu ("Kanak Spraak") uraufgeführt, das radikal antimoderne und antiliberale Äußerungen junger, in Deutschland lebender Islamistinnen montiert, türkische Nationalisten demonstrierten beim so genannten "Marsch auf Berlin" gegen die deutsche Position in der Armenienfrage - für manche die Leugnung eines "Holocaust".
Erste Szene: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand mehr? Gut. Aber wer hat Angst vor der schwarzen Jungfrau? Doch einige, und man kann sogar verstehen, warum. Sie sagen "Allah ist kein Ausländer". Sie rufen "Es lebe der Gottesstaat!" Sie schreien "Nieder mit dem Jüdisch-Amerikanischen Imperium! Amerika ist der Große Teufel - ich weine keinem toten amerikanischen Soldaten auch nur eine Träne nach." Sie brüllen: "Was für eine Heldentat, die Zwillingstürme einzuebnen." Diese jungen Frauen sagen genau das, was ihre Feinde ihnen nachsagen, das sie es schon immer denken, was die Feinde jeglicher Integration muslimischer Ausländer als typisch islamische Position darstellen, was deutsche Liberale fürchten, und wo dieser Liberalismus schnell an ein Ende kommt.
Gegen Schlampen, "Schweinefresser", Verweichlichung und Dialogkultur
Uraufgeführt wurde das dokumentarisch inspirierte Stück, eine Abfolge von Monologen, in einer überzeugenden, durchaus distanzierenden Inszenierung von Neco Celik, der bisher als Regisseur zweier Filme bekannt wurde ("Alltag", "Urban Guerillas"), die im deutschtürkischen Milieu Kreuzbergs spielen. Celik stört der Generalverdacht gegenüber allen Türken und Moslems, er will deutlich machen, dass es bei allen Gemeinsamkeiten auch unglaublich viele Unterschiede zwischen den Frauen gibt: "Jede hat ihre eigene Vision." Die Frauen die die Interviews gaben, auf denen das Stück aufbaut, sind Frauen, die ihren Glauben nicht aus der Tradition übernommen haben, sondern erst später zu ihm kamen. Zu ihren Interviews mit Zaimoglu waren sie dadurch motiviert, dass die Mehrheitsgesellschaft ihre Wut mitbekommen sollte.
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"Ich trage kein Mumientuch, ich bin nicht enthaltsam, ich ficke immer noch, weil ich weiß, es schadet nicht meinem Glauben. Ich bete fünf Mal am Tag. Ich faste im Ramadan, und ich bin überzeugte Moslemin." Voller Wut legen die fünf Frauen ihr Inneres bloß, Gedanken und Gefühle, erzählen aus ihrem Leben. Vieles in "Schwarze Jungfrauen" richtet sich auf eigene deutschtürkische Community. Es wird deutlich, dass sie auch auf ihre Art Opfer sind, gerade in ihrer Wut, in der Aggression. Und manche ihrer Positionen sind aus dem Zusammenhang heraus sogar verständlich:
Das Moslemmädchen kommt in die europäische Metropole, es lässt sich den Wind der Freiheit um die ungepuderte Nase wehen, das Mädchen bekommt eine große Sehnsucht - es will in die Discothek, es will einen Freund, es will einen Job, es will den Discount-Schund kaufen, und es will sich endlich auch die Nase pudern. Da kommt das Moslemmädchen auf die Idee, dass es sich ein wenig ausziehen muss, um als tolle fremde Frau zu gelten. Also geht der Krieg gegen die Eltern und gegen die Männer los. Am Ende darf das kleine fremde Mädchen ein Proseccoglas in der Hand halten, und irgendwelchen anderen deutschen Mädchen seine Befreiungsgeschichte erzählen: Ja, ich war so schlimm unterdrückt, und jetzt, da ich alles Islamtürkische zum Teufel gejagt habe, darf ich mir die Nase pudern. Doch am Ende seiner Geschichte kommt immer die gleiche Pointe: Der Islam ist schlimm. Die westliche Freiheit ist toll.
"Die schleichende Landnahme ist in vollem Gange"
Die Härte und Radikalität, auch die Kompromisslosigkeit, die sich hier äußert, sollte man allerdings nicht übersehen. Der Islam wird hier zum Ausdruck von Identitätsbehauptung, der Schleier - den nicht alle tragen - zum Stoff, der Differenz markiert, die sich einer Integration verweigert. Alle fünf Frauen schimpfen auf die ungläubigen "Schweinefresser", sie kritisieren sehr stark das, was sie als Verweichlichung empfinden, die Kompromiß- und Dialogkultur westlicher Demokratie; sie sehen sich nach klaren, strengen Regeln - es ist die sattsam auch aus der Vorgeschichte des Faschismus bekannte Rhetorik des Antimodernismus, und man versteht, warum manche Beobachter in solchen Zusammenhängen von "Islamofaschismus" (Richard Herzinger) sprechen.
Wenn die Islamistinnen sich mit der Kritik an ihnen auseinandersetzen, geht es ähnlich sektiererisch zu, wie in einem Lesezirkel der Rechtsextremen oder der "Marxistische Gruppe":
Wir nehmen jedes Schlampenbuch durch, wir lesen es Zeile für Zeile, Seite für Seite. Dann kommt die Analyse. Im Gegensatz zu diesen emotionalen Weibchen gebrauchen wir Schwestern unseren Verstand - wir studieren und analysieren ... und stoßen auf große Lügen, auf Propaganda. Wir prüfen die billigfeministischen Schundbücher auf ihren Wahrheitsgehalt, wir finden Polemik und schlechten Stil. Wir bekommen sehr gute Laune.
Was noch mehr als diese Positionen, die Parteinahme für Terror und die Liebeserklärungen für Osama bin Laden - "ein Jahrhundertheld. Ich liebe ihn mit meinem ganzen Herzen, und ich wünsche ihm weiterhin Gottes Hilfe." - provoziert, ist die latente, aber viel stärkere Drohung gegen den Westen, die in der Ahnung liegt, dass man diese Positionen aus der deutschen Gesellschaft nicht mehr verbannen oder durch Erziehung auflösen kann, dass der Satz "Wir sind die neue Wirklichkeit" zutrifft: "Ich studiere Jura, ich werde Rechtsanwältin, eine andere Ärztin, und wieder eine andere gründet ein Firma. Die schleichende Landnahme ist in vollem Gange: wir sind gebildet, wir sprechen ein ausgesucht gutes Deutsch, wir sind hochmotiviert. Wenn man so will kann man von einer Bewegung sprechen." sagt eine der fünf. Eine andere: "Das schöne Volk der Deutschen wird früher oder später den Glauben an Allah annehmen."
1915/1916: Türken streiten über "Völkermord"
Zweite Szene: Berlin, im alten Westen, zwischen Ku-damm, Bahnhof Zoo und Ernst-Reuter-Platz ziehen gut 2000 Menschen. Es sind türkische Nationalisten. Einige, so muss man vermuten, Rechtsextreme, andere das, was man so "brave Bürger" nennt. Der 18. März ist der 85. Jahrestag der Ermordung des osmanischen Innenministers Talat Pascha in Berlin durch einen Armenier. Talat Pascha, Jungtürke und Mitstreiter Mustafa Kemals, der später als "Atatürk" die 600jähige Geschichte des Osmanischen Reichs beendete und zum Gründungsvater der modernen Türkei wurde, war einer Organisatoren des Massakers an den in der Osttürkei lebenden Armeniern.
Die Vorgeschichte des Mordanschlags: In den Jahren 1915/1916 kam es dort zur Deportation, ethnischen Säuberung, schließlich zum Massaker an einem Teil der im Osmanischen Reich lebenden Armenier durch das osmanische Militär - übrigens mit Hilfe ihrer deutschen Berater -, der bis zu 1,3 Millionen Armenier zum Opfer fielen. Bis in die Gegenwart erkennt die Türkei als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches die Taten nicht offiziell als "Völkermord" an, obwohl bereits Atatürk mehrfach eine Bestrafung der Verantwortlichen gefordert hatte, und die Führer der für die Massaker verantwortlichen osmanischen Partei "Ittihad ve Terakki" 1926 allerdings wegen anderer Verbrechen vor Gericht kamen und zum Teil hingerichtet wurden.
Ob die Massaker das Etikett des "Genozid" oder Völkermordes verdienen, ist zumindest umstritten. Während die Französische Nationalversammlung bereits 2001 in einer Resolution von "Völkermord" sprach, enthält die Resolution des Bundestages vom 16. Juni 2005 nur den Satz: "Zahlreiche unabhängige Historiker bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier als Völkermord." Es wird hier also nicht selbst bewertet, sondern eine Meinung Dritter wiedergegeben. Auch von liberalen Türken hört man verschiedene Bewertungen. So weisen viele in der Sache darauf hin, dass der Verfolgung - die zum Teil dadurch motiviert waren, dass armenische Nationalisten im ersten Weltkrieg auf russischer Seite gegen die Türkei kämpften, und es unter den in der Türkei lebenden Armeniern zahlreiche Kollaborateure gab - "nur" jene Armenier zum Opfer fielen, die im Osten der Türkei lebten, während jene im Westen unbehelligt blieben, beispielsweise haben 60.000 Armenier in Istanbul überlebt.
Auch hat die armenische Regierung bislang weder - wie in solchen Fällen üblich - eine Schiedskommission der UNO beantragt, noch juristische Schritte beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag unternommen. Auch dem Vorschlag der türkischen Regierung, eine gemischte Historikerkommission - fünf türkische, fünf armenische und fünf unabhängige Historiker - einzurichten, um die Vorwürfe in Archiven zu überprüfen, wurde von armenischer Seite abgelehnt.
"Die Kraft der Türkei zeigen"
Trotzdem hat die Tabuisierung des Völkermordbegriffs in dieser Frage durch die Türkei vor allem innenpolitisch motivierte geschichtspolitische Gründe. Die Nation müsste sich eingestehen, dass unter den "Rettern des Vaterlands" nach dem Zusammenbruch des Omanischen Reiches auch Mörder waren, dass andere sich an den Morden bereichert hatten. Derzeit beginnt in der Türkei gerade eine neue Debatte über die Vorgänge.
Diese bildet auch den Hintergrund der Demonstration in Berlin, die unter anderem das Ziel hatte, gegen die Bundestagsresolution zu demonstrieren: Zu der hatte zunächst die Türkische Gemeinde aufgerufen, unter anderem der Türkisch-Deutsche Unternehmerverband und die wichtigsten türkischen Parteien, von den regierenden AKP-Fundamentalisten bis zu den oppositionellen Sozialdemokraten hatten sich beteiligt. Doch im Vorfeld hatte es bald heftige Diskussionen über die Zielrichtung der Veranstaltung gegeben. In der Folge hatten sich fast alle Mitveranstalter wieder zurückgezogen, auch die "Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa" (Atib) und die Türkische Gemeinde selbst.
Hauptinitiator war nun die türkische "Arbeiterpartei" ISCI, eine absolute Splitterpartei, die in der Türkei zuletzt nur 0,002 Prozent der Stimmen erhielt, und bundesweit auf maximal 1000 Anhänger gerechnet wird. Gegründet vor maoistischem Hintergrund sind die einstigen Erzlinken heute sehr konservative Ultranationalisten, die hinter allem Bösen der Welt die von den USA geführte "Super-NATO" vermuten (die Türkei ist NATO-Mitglied). Sie warben für Demonstration mit dem Slogan "Nimm deine Fahne, komm nach Berlin!" und dem - bewusst provokativ oder aus dummen Unwissen - an die faschistische Rhetorik erinnernden "Marsch auf Berlin". Man wolle dort "die Kraft der Türkei zeigen" - 2000 Demonstranten waren wie gesagt das Ergebnis.
Recht auf Meinungsfreiheit
Schwerer als dies wiegt, was die Diskussion in Deutschland aus dieser Wichtigtuerei von Sektierern macht: Während entsprechende Verbotanträge mit dem Hinweis auf das Recht auf Meinungsfreiheit und mit dem Hinweis darauf vom Oberverwaltungsgericht abgeschmettert wurde, dass die Demonstranten nicht die Massentötung leugneten, sondern sich lediglich gegen deren Qualifizierung als Völkermord wendeten, und die meisten Deutschtürken die Demonstration einfach ignorierten, war in der deutschen Presse von einem "weltweiten Aufruf" und einer geplanten Massendemonstration die Rede gewesen. Die FAZ griff (4.2.) gleich zur Faschismuskeule, und erwähnte, "Adolf Hitler bewunderte" Talat, als ob das dessen Ermordung rückwirkend rechtfertigte. Die "Welt" guckte erstmal auf den Stadtplan und fand es erwähnenswert, dass in der Fasanenstraße, durch die die Demonstration führte, "die Jüdische Gemeinde Berlins ihr Zentrum hat", dann beschwor man das "gegenwärtige Klima, das noch von dem antisemitischen Film "Tal der Wölfe - Irak" angeheizt wird".
Während es in der Armenier-Frage vor allem darum geht, ob in Deutschland unbedingt die Aufarbeitung türkischer Geschichte in Form einer Stellvertreterdebatte geführt werden muss - frei nach dem Motto: Wir sind ja sowieso die Experten für Genozid." - vertiefen diese beiden - besonderen, aber auch irgendwie prototypischen - Erfahrung den Eindruck, die man schon bei der irritierenden deutschen Debatte um den Film "Tal der Wölfe" haben konnte, mit ihren Verbotsforderungen und Kurzschlüssen auf angebliche "türkische Mentalitäten", mit deutschen Journalisten, die plötzlich mitten in Berlin "ein Integrationsproblem" empfanden, nur weil sie erstmals einen Film in türkischer Sprache sahen, der ihre auf Thomas Mann geeichten ästhetischen Sensorien beleidigte: Dass in Deutschland, immer noch mit anderem Maß gemessen wird, wenn es um Türken geht.
Mag auch mittlerweile die vierte Einwanderergeneration heranwachsen, und die Frage des deutschen Passes kein Problem mehr darstellen, hat sich die Mehrheit der deutschen Öffentlichkeit spürbar noch immer nicht daran gewöhnt, dass türkische Einwanderer mit ihrer Kultur ein Teil unserer Gesellschaft sind, und diese nicht nur um viele schöne Dinge, sondern auch um ein paar weniger schöne bereichern - genau wie die Bayern oder die Sachsen.
Stattdessen stellt man in der Mitte der Gesellschaft wieder die Integration der türkischen Bevölkerungsteile als Ganze infrage: Eltern stören sich am Anteil (und mitunter Verhalten) der türkischen Mitschüler ihrer Kinder, und fragen, ob dies am Ende die Bildungschancen der eigenen ach so begabten Geschöpfe beeinträchtigt. Sozialdemokratische Professoren sprechen der Türkei alle Chancen auf EU-Mitgliedschaft ab. Mehr als die Hälfte der Deutschen haben lauten neuesten Umfragen Angst "vor einer muslimischen Bedrohung". Und alle haben Angst vor "französischen Zuständen" und meinen damit die Unruhen in den Banlieues vom Herbst 2005. Kulturell und mental wird bereits am Abschiebeknast gebaut.
Zugleich bleibt die Reaktion der deutschen Mehrheitsgesellschaft höchst widersprüchlich: Ausgerechnet in Bereichen, die von Experten als trojanische Pferde des Islamismus verstanden werden - der Duldung von Koranschulen oder des öffentlichen Tragen religiöser Symbole (Verschleierung von Frauen) - erlaubt Deutschland weitaus mehr, als in der Türkei selbst erlaubt ist.
Jüngere Deutschtürken melden sich immer selbstbewusster zu Wort
Im selben Moment - und dafür ist zumindest das Stück Zaimoglus und die "Tal der Wölfe"-Diskussion, vielleicht sogar die Berliner Demo ein Indiz - melden sich jüngere Deutschtürken immer selbstbewusster zu Wort: In dem von Shermin Langhoff kuratierten Projekt "beyond belonging - migration²", dessen "²" gerade die eindimensionale Vorstellung Migration führe über Integration zur Assimilation infrage stellen will. Auch das neue Buch der Frankfurter Journalistin Hilal Szegin "Typisch Türkin?" steht dafür. Szegin hat 19 Frauen zwischen 25 und 45 Jahren interviewt. Der gemeinsame Befund: Sie passen nicht in das bequem-eindimensionale Bild, dass sich die Deutschen von "den Türken" machen.
Diese und andere Deutschtürken verstehen sich selbstverständlich als Teil der deutschen Gesellschaft, allerdings nicht als einer, der sich bis zu einem Punkt integrieren lässt, an dem er nicht mehr wahrnehmbar ist, sondern aufgegangen in die Gemeinschaft der "richtigen" Deutschen. Deutschtürken empfinden sich zugleich als "drinnen" und "draußen", und dass sie sich so empfinden, liegt auch daran, dass sie die deutsche Mehrheitsgesellschaft immer wieder - durch Taten oder Diskurse - vor die Wahl "Ghetto oder Volksgemeinschaft" stellt, eine Wahl, die viele nicht akzeptieren möchten.
Hierin liegt der Vorzug eines Films wie "Tal der Wölfe" und der Debatte über ihn. Denn der "kulturelle Dialog" den Kulturfunktionäre aller Seiten gern einfordern, findet hier wirklich statt. Denn dies ist immerhin der türkische Film ist, der mit Abstand von den meisten Deutschen gesehen wurde - und zwar an der normalen Kinokasse, nicht im außergewöhnlichen Rahmen eines Filmfestivals. Kultureller Dialog kann auch heißen, dass er misslingt und in Unverständnis endet. Vielleicht ist dies sogar die Voraussetzung eines echten Dialogs.
"Ne Islamistin, die aussieht wie ein Partymädchen."
Dort stehen bleiben kann man allerdings auch nicht. Eine völlig offene Frage - weil sie keinen bisher interessiert hat - ist, wo die deutschtürkische Kultur heute steht. Was geht in ihr vor? Welche Debatten und Themen prägen sie, wes Geistes Kind sind ihre Vertreter? Ist die Beobachtung eines neuen türkischen "radikal chic", einer neuen Sperrigkeit und Lust an der Provokation ein repräsentativer Trend und Indiz für die Existenz der oft zu hörenden These von der "Parallelgesellschaft" (Wilhelm Heitmeyer) oder nur eine Momentaufnahme?
Auch wen sie nur das sein sollte, erzählt sie jedenfalls auch von einer Integration, einer der eigenen Art zumindest. Noch einmal eine der "schwarzen Jungfrauen":
In Berlin kriegst du jeden Sklavenjob, den du willst, es ist anders als in der Stadt, aus der ich komme. Also fing ich an, zu kellnern, ich hab´ Unmengen von Geld verdient, und es mit vollen Händen ausgegeben. Für Turnschuhe, für Jeans, für Schminksachen. Das ganze Zeug, das du brauchst, um bei dem Rummel mitzumischen. Mein Blut wurde in das kleine System reingepumpt, ich war ja willig ich war ja so froh. Nein, ich war begeistert. Leute, die es nicht nötig haben, reden plötzlich mit mir, ich weiß, es sind die schwellenden Brüste, es ist der gute Arsch. Kann mir egal sein. ... Scheiß auf alle, bis auf Gott. Die Männer sagen: Alles Nutten außer Mutti. Ich sage: Alles Scheißhaufen außer Gott. Es ist doch wirklich seltsam - ich hau´ von zu Hause ab, ich gönn´ mir die Freiheit aus der Werbung, ich wähle aus und ich lehne ab, ich hab´ fast nur schöne Tage in der Großen Stadt, und dann bin ich islamisiert. ... Ich habe mich verwandelt, manche sagen, ich wär ´ne Islamistin, die aussieht wie ein Partymädchen.
- Bayern und Sachsen? (4.4.2006 11:39)
- Billig ... (3.4.2006 19:45)
- tja (3.4.2006 14:15)
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