Endlich: Legal schwarzfunken

28.04.2006

Musik drahtlos in Haus und Auto verteilen

Videorekorder hatten immer schon einen kleinen Sender eingebaut, um so den Fernseher anschließen zu können, auch wenn dieser keinen speziellen Anschluss für Videorekorder hatte. Beim Radio, obwohl technisch sogar wesentlich einfacher, war dies bis vor kurzem höchst illegal. Doch nun können selbst Ipods einfach zum Piratensender umfunktioniert werden.

Als die ersten Videorekorder herauskamen, hatten Fernseher nur einen Antennenanschluss; so etwas wie der heutige europäische Standard Scart (der ursprünglich eigentlich eine Schikane darstellen sollte so wie heute HDCP) lag in ferner Zukunft. Damit nicht extra ein teurer Studiomonitor angeschafft werden musste, wurde stattdessen in den Videorekorder ein kleiner Fernsehsender eingebaut, der Bild und Ton meistens auf Kanal 36 oder in dessen Nähe abstrahlt.

Blick in die "HF Box 5", einen 6-Watt-UKW-Stereo-Sender mit RDS und quarzstabilisiertem PLL-Frequenzsynthesizer. Eine in Deutschland legale Verwendung für dieses Gerät, das von einem regulären Rundfunksender nicht mehr zu unterscheidende Signale erzeugt, gibt es bedauerlicherweise nicht. (Bild: W.D.Roth)

Der Grund: dieser Kanal war – zumindest früher, heute finden sich auch hier Füllsender – für Radioastronomie komplett freizuhalten. Der Fernsehsender im Videorekorder sendet dabei nur mit einer so geringen Leistung, dass er lediglich beim direkten Anschluss des Kabels an den Fernseher ein ausreichendes Bild erzeugt. Auf der anderen Seite, wo die Fernsehantenne nun am Videorekorder angeschlossen wird statt wie zuvor am Fernseher, soll dagegen möglichst kein Sendesignal anliegen – andernfalls würde es über die Fernsehantenne abgestrahlt.

In Deutschland wird dies sehr genau kontrolliert, damit sich kein Videorekorder unerwartet zum TV-Piratensender entwickelt. Nur vereinzelt haben Elektronikbastler verbotenerweise einen Antennenverstärker hinter den Videorekorder geschaltet, um so die Nachbarn mit dem eigenen Fernsehprogramm zu beglücken. In Amerika, wo die Vorschriften anfangs ziemlich lax, die Sendepegel höher und die Antennenanlagen schlechter gefiltert waren, sind jedoch Peinlichkeiten der Sorte "Ehepaar guckt selbstgedrehte Pornos an und am nächsten Tag gratuliert das ganze über die Gemeinschaftsantenne unfreiwillig angeschlossene Mietshaus zur gelungenen Produktion" durchaus vorgekommen.

Blick auf die Unterseite der "HF-Box 5" mit den Logikchips des Frequenzsynthesizers (Bild: W.D.Roth)

Dies zeigt auch die Gefahr einer solchen Technik: die Privatsphäre kann ungewollt durch eigene Schuld verletzt werden. Regelmäßig auch in Deutschland vorgekommen ist dies mit "Babyfonen", die Geräusche des Babys aus dem Schlafzimmer zu den Eltern ins Wohnzimmer übertragen sollen, doch natürlich auch bei den Nachbarn hörbar werden, wenn diese ein ähnliches Gerät haben. Wer da das Gerät nicht abschaltet, wenn er selbst im Schlafzimmer ist, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. Insbesondere illegale Importgeräte, die verbotenerweise einfach mitten im CB-Funk-Band bei 27 MHz sendeten, brachten hier als unangenehmste Folge nicht einmal den kostspieligen Besuch der Post (heute Telekom beziehungsweise Bundesnetzagentur) ein, sondern ein begeistertes Publikum an den CB-Funk-Geräten.

Was jedoch jahrzehntelang völlig tabu war, ist das Senden im UKW-Rundfunkband: Seit den 70er-Jahren mit ihren musikalischen und politischen Piratensendern war der deutsche Staat hier übernervös. Während in den USA kleine Sender bis zu 50 Milliwatt Sendeleistung immer schon genehmigungsfrei benutzt werden konnten, um auf dem eigenen Grundstück den Sound vom Plattenspieler an alle vorhandenen Radios zu verteilen oder im Auto den CD-Walkman ans Radio anzuschließen, war dies in Deutschland streng verboten und schon die Einfuhr solcher Geräte zeitweise strafbar.

Statt 6 nur 0,00000005 Watt und damit legal: In Deutschland seit kurzem zugelassener "Itrip"-UKW-Sender an einem Video-Ipod (Bild: W.D.Roth)

An sich sind solche Sendeleistungen jedoch nichts weiter Dramatisches – jedes moderne Radio und jeder moderne Fernseher enthält Baugruppen, die Funksignale erzeugen. Zwar nur für interne Zwecke, doch die Abschirmung ist nie hundertprozentig. Dies macht sich zum Beispiel bemerkbar, wenn der Nachbar auf UKW einen Sender hört, der in der Frequenz genau 10,7 MHz unter dem liegt, den man selbst gerade hören will: Der Mischoszillator aus Nachbars Radio, der stets 10,7 MHz über der Empfangsfrequenz arbeitet (10,7 MHz ist die bei FM-Rundfunkempfängern übliche Zwischenfrequenz), wird in diesem Fall ärgerlicherweise den Empfang des eigenen Programms blockieren. Dennoch ist natürlich verständlich, dass man nicht jedem einen UKW-Sender in die Hand drücken kann, da die Oma nebenan sicherlich nicht begeistert ist, wenn statt ihres Operettensenders plötzlich Hardrock aus dem Radio ertönt. Und im Gegensatz zum Fernsehen mit dem Kanal 36 gibt es beim Radio keine normalerweise freigehaltene Frequenz.

Die erste Möglichkeit, überhaupt legal schnurlose Audiosignale im Haus zu verteilen, waren die Videosender, die das Signal vom Satellitenreceiver, Videorekorder oder DVD-Spieler schnurlos auch an den Zweitfernseher im Kinderzimmer weiterleiten sollen und wie Mikrowellenherde und WLAN-Netze auf 2,4 GHz senden. Da sie Analogtechnik verwenden, liegt hier auch schon das Hauptproblem: Ein Mikrowellenherd im Haus führt sofort zu Empfangsstörungen; es brummt entsetzlich oder die Übertragung fällt ganz aus. Zudem müssen Sender und Empfänger gut aufeinander ausgerichtet sein, denn eine Videoübertragung ist anspruchsvoller als eine Audioübertragung und für eine Rundumabstrahlung reicht infolgedessen der Pegel nicht; eine Versorgung der ganzen Wohnung wird so schwierig. Zudem schalten viele der Videosender nach einigen Minuten den Ton stumm, wenn kein Bildsignal vorhanden ist, was natürlich überaus ärgerlich ist, wenn man nun einmal nur Ton und kein Bild übertragen will.

Über die Mini-USB-Buchse kann der Itrip auch von einem Netzteil versorgt werden und lädt dann den Ipod mit auf (Bild: W.D.Roth)

Oft genug wurden deshalb trotzdem verbotenerweise "Messsender" benutzt, die es als Bausatz (der Verkauf fertiger Geräte wäre schon wieder kritisch gewesen) teils schon für weniger als 10 Euro gibt und die nur eine einfache Oszillatorschaltung mit einem Transistor enthalten. Die Frequenzstabilität dieser Geräte lässt daher zu wünschen übrig, ebenso die Qualität des abgestrahlten Frequenzbreis; wer unartig ist und tatsächlich eine Antenne anschließt, holt sich ziemlich sicher Ärger, da das Mini-Senderchen bei jeder Bewegung im Raum in der Frequenz schwankt und garantiert irgendwann in den Bereich abwandert, auf dem der Nachbar sein Lieblingsprogramm hört.

Schloss man an diese Geräte keine Antenne an und versteckte sie sogar in einer abgeschirmten Schachtel, beispielsweise einer leere Nivea-Dose, wurde die Sendeleistung dagegen so gering und die Stabilität besser, dass man tatsächlich eine ganz brauchbare Musikversorgung innerhalb des Hauses aufbauen konnte – jedoch nach wie vor illegal. Wer dies nicht auf seinem eigenen Grundstück mit Einfamilienhaus, wo es niemand stört, sondern in einem Hochhaus mitten in der Stadt ausprobierte, konnte sicher sein, doch irgendwann Besuch der Postbehörden zu haben, wenn einem der Nachbarn das neue Radioprogramm missfiel.

Ein "UKW-Messender" als Velleman-Bausatz

Danach kamen Funkkopfhörer und Funklautsprecher auf den Markt, die im ISM-Bereich auf 433 MHz senden. Diese waren nicht nur den Funkamateuren ein Dorn im Auge, deren 70-cm-Band von 430 bis 440 MHz reicht, sie sorgen auch sonst leicht für Unfrieden in der Nachbarschaft, denn auch alle anderen Heim-Funkanwendungen von Funkthermometern über Alarmanlagen bis zu Wegfahrsperren für Autos benutzten diese Frequenz. Die Folge war ständiger Ärger: das Thermometer krachte bei der Übertragung alle fünf Minuten lautstark in die Stereoanlage und der funkende Nachbar sorgte dafür, dass sich der neue Luxuswagen sonntags vormittags nie starten ließ ließ.

Fortschritt brachte die Verlagerung dieser Funkübertragungen auf 863 bis 865 MHz: dieser Bereich war nun wirklich nur für Funklautsprecher und -Kopfhörer vorgesehen. Derartige Geräte werden auch regelmäßig beispielsweise bei Aldi verkauft; für 50 Euro erhält man hier einen Sender und zwei Lautsprecher, womit man entweder eine Stereo-Funkübertragung oder zwei Mono-Übertragungen aufbauen kann. Weitere Funklautsprecher können aufgestellt werden, ohne dass zusätzliche Sender erforderlich sind. Dies ist bereits eine sehr praktische und sogar legale Lösung, um Musik vom Sat-Receiver oder MP3-Player im ganzen Haus zu verteilen.

Drei – untereinander kompatible – Funklautsprechermodelle von Tevion/Aldi, die oberhalb 863 MHz in FM empfangen und davor ein dazu passender Sender. Die lange Leitung an diesem ist die Stromversorgung, die Antenne ist das kurze Drahthäkchen oberhalb der Mitte. Bei den Empfängern ist die Antenne im Inneren der Lautsprecher versteckt und von außen nicht sichtbar. (Bild: W.D.Roth)

Geht diese allerdings tatsächlich über mehrere Stockwerke, so beginnt die Übertragung zu rauschen. Und je nach Qualität der Funklautsprecher rauschen diese wir ein UKW-Radio ohne Empfang hoch, wenn die Quelle, also z.B. der Satellitenreceiver, abgeschaltet wird. Außerdem ist es nur Basteltalenten möglich, eine Hifi-Anlage an diese Systeme anzuschließen, da nur ausnahmsweise Ausgänge vorhanden sind. Normalerweise ist man auf die mehr oder weniger mäßige Qualität der eingebauten Lautsprecher beziehungsweise des Kopfhörers angewiesen.

Deutlich bessere Qualität bieten digitale Funkübertragungssysteme. Hier mag man zunächst einmal an Bluetooth denken, dass sich jedoch für Audio-Übertragungen höherer Qualität immer wieder als kompletter Blindgänger erweist (Dumpfe blaue Zahngeräusche): Die Sendeleistung ist deutlich geringer als bei schnurlosen Telefonen, WLAN oder Funklautsprechern, so dass nicht mehr als eine Zimmerwand überwunden werden kann. Das zweite Problem: Die Bandbreite ist zu gering, das Ergebnis klingt gerade einmal wie Mittelwelle und hat mit Hifi nichts zu tun.

2,4 GHz-Digital-Audioübertragungssystem: Zwei silberne Schachteln, zwei Netzteile, zwei Anschlusssets. Der Sender hat einen zusätzlichenTaster, um bei Störungen den Sendekanal wechseln zu können (Bild: W.D.Roth)

Und schließlich bietet Bluetooth nur eine Punkt-zu-Punkt-Übertragung: Zur jedem Empfänger ist ein eigener Sender erforderlich, was bei mehreren Empfängern auch dazu führt, dass keine Funkkanäle mehr frei sind. Es ist nicht möglich, mit einem Sender mehrere Empfänger anzusteuern. Hinzu kommen mögliche Kollisionen mit Mikrowellenherden und WLAN, obwohl diese durch die digitale Übertragung wesentlich weniger auffallen als bei den analogen Videosendern. Sporadische, unerklärliche Störungen der Übertragung sind jedoch nicht auszuschließen, insbesondere, wenn der Nachbar ein ähnliches System verwendet.

Obwohl auch auf 2,4 GHz angesiedelt, ist das Digitale Audio-Übertragungssystem von Pearl für 60 Euro hier wesentlich besser: es überträgt das gesamte Audio-Frequenzband von 20 Hz bis 20 kHz ohne Qualitätseinbußen in Stereo, und obwohl es sich um eine digitale Übertragung handelt, kann hier anders als bei WLAN und Bluetooth ein einzelner Sender an mehreren Empfängern gleichzeitig empfangen werden. Das lästige Rauschen bei schwachem Empfang entfällt; das Gerät schaltet einfach kurzfristig stumm.

Ebenfalls digital auf 2,4 GHz arbeitendes Funksystem von Samsung, um die lästige Strippenzieherei bei Dolby-Digital 5.1 zu reduzieren (Bild: W.D.Roth)

Im Praxistest war die Reichweite zunächst sehr mäßig und der Empfang durchwachsen. Dann stellte sich heraus, dass gleichzeitig auch das WLAN zusammengebrochen war: der Default-Kanal der Audio-Funkübertragung war offensichtlich identisch mit der des WLANs. Nach einem Kanalwechsel per Knopfdruck funktionierten WLAN und Audio-Übertragung perfekt, wobei sich der Audioempfänger automatisch auf den geänderten Sendekanal einstellt und diese Einstellung glücklicherweise auch nach Abschalten und Wiedereinschalten der Stromversorgung beibehalten wird.

Demgegenüber ist es beinahe Primitivtechnik, noch mit UKW-Sendern zu hantieren, zumal ein Stereokoder für UKW nicht ohne Aufwand ist. Nicht ohne Grund ist ja in den heutigen DVD-Spielern kein Fernsehsender mehr eingebaut wie früher in den Videorekordern: sowohl Bild- als auch Tonqualität (kein Stereo und erst recht kein Mehrkanalton) wären hier nicht mehr akzeptabel, während es für die alte VHS-Qualität noch reichte.

Der Samsung-Empfänger und eine der beiden Surround-Rear-Boxen (Bild: W.D.Roth)

Für den Ipod gab es derartige Mini-Sender im Ausland jedoch schon länger, da sie ausgeprochen praktisch sind, um beispielsweise im Hotel die mitgebrachte Musik über das vorhandene Radio wiederzugeben – so denn eins da ist und nicht nur ein Fernseher. Auch im Auto sind die Minisender praktisch, da leider die wenigsten Autoradios einen von vorn zugänglichen Eingang für zusätzliche Audioquellen haben. Doch sie waren in Deutschland streng verboten.

Erst vor wenigen Wochen entfiel dieses Verbot: nun darf jedermann ganz legal UKW-Sender geringer Leistung besitzen und benutzen. Jedoch liegt diese zulässige Leistung nicht bei 50 Milliwatt wie im Ausland, sondern bei nur 50 Nanowatt, also einem Millionstel. Dies ist schon sehr wenig und führt dazu, dass der Sender direkt neben dem zu beglückenden Radio liegen muss, nach wenigen Metern ist bereits Schluss mit der eigenen Radiostation. Eine ganze Wohnung lässt sich so nicht versorgen.

"Fachgerechter Einbau und Anschluss" eines "legal schwarzfunkenden" Ipods im Automobil im Ablagefach unter dem Autoradio (Bild: W.D.Roth)

Auch im Auto sind derartig schwache Sender problematisch: die Musikübertragung funktioniert zwar, wenn die verwendete UKW-Frequenz frei ist. Doch wo ist heute im überfüllten UKW-Band noch eine Frequenz vollkommen frei? Und sobald sich die Empfangverhältnisse im fahrenden Auto ändern und auf einer zuvor freien Frequenz ein neuer Sender empfangen werden kann, wird der eigene Minisender übertönt, zumal die Autoradioantenne bei modernen Autos auf dem Dach sitzt und vom Sender auf dem Armaturenbrett folglich gar nicht direkt erreicht wird. Man ist also gezwungen, rechts ranzufahren und Sender und Empfänger auf eine neue Frequenz abzustimmen – nicht wirklich praktisch. Dafür muss nichts am Autoradio angestöpselt werden.

Im Praxistest wurde der Itrip von Griffin ausprobiert, der beispielsweise bei M&M zuerst für 50 Euro mit der neuen Zulassung lieferbar war (andere Itrips ohne die deutsche Zulassung sind hier nach wie vor illegal!) und am Dockinganschluss des Ipod Video oder Ipod Nano angesteckt wird. Gegenüber dem Tune Cast II von Belkin, der einfach statt eines Kopfhörers am Ipod angesteckt wird, hat dies den Nachteil, dass der Minisender wirklich nur mit dem Ipod benutzt werden kann und nicht auch an anderen Geräten mit entsprechendem Anschluss wie beispielsweise CD-Spielern. Dafür benötigt der Sender allerdings keine Batterien, sondern versorgt sich aus dem angeschlossenen Ipod und schaltet sich erst an, wenn dieser tatsächlich Musik abspielt.

Frequenzwahl per DIP-Schalter am "Lescars FM 07": Nach dem Einbau nicht mehr zu ändern (Bild: W.D.Roth)

Die Sendefrequenz kann von 88,1 bis 107,9 MHz in 100 kHz-Schritten eingestellt werden; das untere Ende des deutschen UKW-Bands von 87,5 bis 88,0 MHz steht somit nicht zur Verfügung. Der Itrip funktioniert bei 88,1 MHz durchaus brauchbar und liefert auch ein sauberes Stereosignal ordentlicher Tonqualität. Hingegen erwies sich unser Testgerät im oberen Frequenzbereich, beispielsweise bei 107,4 MHz, als völlig instabil: Die Sendung war nur noch sehr schwach und von massiven tieffrequenten Störgeräuschen überlagert, die als Brummen, Wummern und Aussetzer hörbar wurden.

Wer den Itrip nutzen will, um das (hoffentlich angemeldete!) Radio im Büro mit einem besseren Programm zu versorgen, dürfte sich allerdings über die eingebaute Mini-USB-Buchse freuen: Verbindet man diese mit einem Computer oder mit einem USB-Netzgerät – neben speziellen Geräten für Ipods (Vom Überzieher bis zum mobilen Ladegerät), die dann aber noch ein Verbindungskabel USB auf Mini-USB benötigen, sind hierzu auch beispielsweise das Ladegerät des T-Mobile MDA pro oder des Motorola Razor-Handys geeignet –, so wird der Sender versorgt und der Ipod geladen, ohne dass das spezielle Ipod-Dockingkabel benötigt wird.

Vergleichbares Gerät von Hama (Bild: W.D.Roth)

Handelt es sich nicht um ein fremdes Auto, sondern das eigene, so liegt es nahe, den Ipod besser anzuschließen. Ähnlich der Technik der Videorekorder gibt es hier auch Modulatoren wie den ebenfalls getesteten Lescars FM-07 (20 Euro beim Versender Pearl), die sich in die Antennenleitung zwischen Radio und Antenne schalten lassen und so auch Ortsender überdecken können. Pech allerdings, wenn man diese unterwegs einmal hören muss, denn die Sendefrequenz ist zwar per DIP-Schalter auf sieben Werte zwischen 87,7 und 88,9 MHz einstellbar, doch nach dem Einbau des Mini-Senders ist dieser Schalter natürlich nicht mehr zugänglich. Auch die Lautstärke muss hier genau abgeglichen werden, was mit dem versenkten Regler ziemlich schwierig ist, weil andernfalls das Ergebnis entweder zu leise und verrauscht ist oder aber zu laut und verzerrend.

Wenn es wirklich jedoch nur darum geht, im eigenen Auto am eigenen Autoradio einen Ipod anzuschließen, gibt es noch geschicktere Lösungen. Auch wenn die Autoradiohersteller sich leider größtenteils standhaft weigern, bequeme Zusatzeingänge auf der Vorderseite des Radios anzubringen, so gibt es doch zumindest Zubehörkabel für weniger als zehn Euro, die an den bei praktisch jedem modernen Gerät vorgesehenen Eingänge für CD-Wechsler auf der Rückseite des Autoradios angesteckt werden und diese dann an einem 3,5-mm-Klinkenstecker zur Verfügung stellen, den man zum bevorzugten Ablageplatz des Ipods oder auch PDAs verlegen kann. Hier funkt dann garantiert nichts mehr dazwischen und es entsteht auch kein zusätzlicher Strombedarf.

Die saubere, funkfreie Lösung: Adapter für Autoradio von Blaupunkt mit einem am Ipod-Kopfhöreranschluss ansteckbaren Stecker. Vorteil: Funktioniert auch mit beliebigen anderen Geräten mit 3,5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer (Bild: W.D.Roth)

Wer allerdings ungehörigerweise eine Antenne an den Radioausgang des eigentlich nur zum Zwischenschalten in die Antennenleitung bestimmten Minisenders anklemmt, kann auch hier wieder – wenn auch illegal – das ganze Haus mit Musik versorgen. Sollte das nicht reichen, gibt es auch richtige UKW-Sender mit einigen Watt Sendeleistung, Stereo und RDS ab 200 Euro zu kaufen. An diese muss allerdings eine Senderantenne angeschlossen werden, damit sie nicht kaputt gehen – und dann würde es gewaltig illegal. Selbst an der zum Test verwendeten Kunstantenne war der Sender so stark, dass er in 30 m Umkreis zu hören war. Damit kann an einer unauffälligen Stabantenne an einer Regenrinne als Gegengewicht ein ganzer Stadtteil auf einer leeren Frequenz versorgt werden.

Das geht mitunter sogar über viele Monate gut, ohne dass es auffällt, solange der Sender wirklich durchgehend auf Sendung ist. Nur ein Sender, der mal aktiv ist und mal nicht, oder der keine oder eine zu merkwürdige RDS-Kennung hat oder kein Stereo-Signal, fällt auf. Zudem ist heute Schwarzsenden kein Vergehen mehr, für das Gefängnis fällig wird, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit, die erst bei Wiederholung kostspielig wird. Sehr gefährlich ist es allerdings, wenn ein Sender mangelhafter Qualität beispielsweise den Flugfunk stört.

Wer sein privates Programm mit einer solchen RDS-Kennung abstrahlt, dürfte den größten Ärger nicht mit der Funkfahndung erleben…

Tatsächlich ist heute das Risiko, verklagt zu werden und große Geldmengen zahlen zu müssen, mit einem die neuesten Hits spielenden Piratensender, was ja zusätzlich Abgaben an die Plattenfirmen notwendig machen würde, jedoch wesentlich geringer als mit einer noch so popligen Homepage mit oder auch ohne Webradiostream….

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