Schlauer in der Gruppe

Florian Rötzer 27.04.2006

Kollektive Intelligenz einer Gruppe übertrifft nach einem Experiment die Leistung der besten Einzelnen bei logischen Problemlösungen

Dass Einzelne meist keine so guten kognitiven Leistungen hervorbringen können wie kleine Gruppen von Menschen, ist bekannt und längst verankert in den Bemühungen, die kollektive Intelligenz im Teamwork auszuschöpfen. Wie erfolgreich Teams sind, hängt nicht nur von deren Zusammensetzung, sondern auch von ihrer Größe ab. Eine umfangreiche Studie hat die Überlegenheit der kollektiven Intelligenz noch einmal bestätigt, aber auch getestet, welche Gruppengröße zur Lösung bestimmter komplexer Aufgaben am besten ist.

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Für ihre Studie, die im Journal of Personality and Social Psychology erschienen ist, haben Psychologen der University of Illinois at Urbana-Champaign insgesamt 760 Studenten alleine und in Gruppen von zwei bis fünf Mitgliedern Aufgaben lösen lassen. Dabei mussten sie zunächst aus mehreren Rechnungen, in denen Zahlen als Buchstaben kodiert sind (A + B = F), die Kodierung mit maximal 10 Versuchen herausbekommen. In früheren Studien hatte sich zwar bereits gezeigt, dass Gruppen Einzelnen beim Lösen überlegen waren, aber man hatte nur jeweils eine Gruppengröße gegen entsprechend viele Einzelne getestet und nicht festgehalten, wie viele Versuche jeweils mit wie vielen Buchstaben pro Gleichung durchgeführt wurden.

Nach dem Ergebnis der Studie besteht die Überlegenheit der Gruppen gegenüber den Einzelnen nicht nur in der schnelleren Lösung (weniger Versuche), sondern auch im komplexeren Lösungsweg. In diesem Fall, der algebraische, logische und arithmetische Fähigkeiten einschloss, konnten die Gruppen mit drei, vier und fünf Mitgliedern die Aufgaben besser lösen als die besten Einzelnen. Die Zweiergruppen unterschieden sich hingegen nicht signifikant von den Einzelnen, auch wenn sie weniger Lösungsversuche benötigten. "Wir schreiben diese Leistung der Fähigkeit der Menschen zu, in Kooperation richtige Antworten zu erzeugen und anzunehmen, fehlerhafte Antworten zurückzuweisen und effizient Informationen zu verarbeiten", erklärt der Psychologe Patrick Laughlin.

Das Ergebnis bedeutet auch, so die Forscher, dass auch die besten in einer Gruppe gemeinsam eine bessere Leistung als alleine erbringen konnten. Allerdings wurde das Ergebnis mit einer Zunahme der Gruppen größer von drei auf vier oder fünf Mitgliedern nicht signifikant besser. Da sich bei anderen Studien mit Aufgaben von mäßigem Schwierigkeitsgrad gezeigt hat, dass die Leistung mit der Gruppengröße wächst, scheint es einleuchtend zu sein, dass die optimale Gruppengröße von der zu bewältigenden Aufgabe abhängt.

http://www.heise.de/tp/artikel/22/22528/1.html
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