Erdaußenposten: "Mondbasis Alpha 1"

Nasa-Mondrückkehrprogramm startet 2008 mit der Suche nach Wasser

Wer kennt die Kult-Sci-Fi-Serie Mondbasis Alpha 1 aus dem 70iger Jahren nicht, in der die Besatzung in der auf dem Mond stationierten Basis Alpha 1 nach einer schrecklichen Katastrophe, die den Mond aus der Erdumlaufbahn katapultierte, sich alleine den Widrigkeiten des Universums stellen muss. Doch was in der Fernsehserie noch "Fiktion" ist, nämlich eine Art Basisstation auf dem Mond zu errichten, könnte in naher Zukunft Realität werden.

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Pläne dazu gibt es bei der NASA schon lange, nachdem am 20. Juli 1969 der erste Mensch (Neil Amstrong) und am 14. Dezember 1972 der vorerst letzte Mensch (Eugene Cernan) im Rahmen des amerikanischen Apollo-Projekts den Mond betreten haben.

Die Zukunft: Leben und Forschen auf dem Mond. Diverse Robotermissionen (beginnend 10/2008) sollen in Vorbereitung auf menschliche Expeditionen (geplant ab 2016) zum Mond durchgeführt werden. (Bild: NASA)

Danach gab es einige Robotermissionen die die Erkundung des Mondes übernahmen. Diese hatten unter anderem zum Ziele, zu erforschen, welche Bedingungen auf dem Mond herrschen und ob dort die äußeren Gegebenheiten die Möglichkeit zulassen, diesen Trabanten irgendwann einmal auch als zweite Basis neben der Erde nutzen zu können. Ein wichtiger Faktor dafür ist das Vorhandensein von Wasserressourcen, die man in Form von Eisreservoirs in tiefen Kratern der Pole des Mondes vermutet. Wissenschaftler glauben, dass auf dem Grund des Shackleton-Kraters, tief unter dem Mond-Südpol, beträchtliche uralte Eismassen lagern, die man an die Mondoberfläche befördern müsste.

Um nachzuprüfen, ob und wenn ja, wie viel Wasser in irgendeiner Form auf dem Mond existiert, hat die NASA im Rahmen ihres umfangreichen "The Vision of Space Exploration" – Programms das unter anderem auch die Rückkehr von Astronauten auf den Mond vorsieht, entschieden, dass die Sonde mit der Bezeichnung Lunar Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) zusammen mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter im Oktober 2008 zum Mond gesendet wird. Sie ist die erste von vielen Robotermissionen, die die NASA zwischen 2008 und 2016 durchführen wird, um nach geeigneten Landestellen und lebenswichtigen Ressourcen wie Wasser, Sauerstoff, Wasserstoff, Metalle etc. zu forschen aber auch die in Zukunft einzusetzende Techniken und Systeme zu prüfen.

Lunar Crater Observation and Sensing Satellite auf dem Weg zum Mond. Suche nach Wasser am Südpol des Mondes. (Bild: NASA)

Der Mond aber ist nur ein erster Schritt im gesamten Weltraum-Erforschungs-Programm der NASA, weitere Schritte wie menschliche Missionen zum Mars und anderen Bestimmungsorten sollen folgen – dabei soll der Mond als eine Art Außenbasis für die weitere Missionen genutzt werden.

Im Oktober 2008 soll die Raumsonde Lunar Crater Observation und Sensing Satellite (LSCROSS) als Sekundärnutzlast zusammen mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) vom Kennedy Space Center mit einer Delta IV- oder Atlas V-Rakete starten. Es dauert 4 Tage, um den Mond und eine Ausgangsbahn mit einer Höhe von 100 Kilometern zu erreichen, die dann sukzessive auf eine polare Mondbahn von 30-50 km gesenkt wird. Auf dieser wird der LRO eine genaue Erforschung der Mondoberfläche (Topographie, Klima, Temperatur, etc.) durchführen und zukünftige Aufstellungs-Orte für eine Art "Basislager" eruieren.

LCROSS: Trennung der aus zwei Teilen bestehenden Sonde EDUS und S-S/C (Bild: NASA)

Während LRO seine Bahnen um den Mond dreht wird LCROSS – unabhängig von LRO – sich auf den Weg Richtung Mondsüdpol machen. Die Funktionsweise von LCROSS sieht vor, durch einen Aufschlag auf die Mondoberfläche eine "Wolke" aufzuwerfen, in der man nach Spuren von H2O forschen kann. Dafür besteht die Sonde aus zwei separaten Teilen: dem Shepherding Spacecraft (S-S/C) und der Earth Departure Upper Stage (EDUS). Die Trennung der beiden Teile erfolgt aber erst bei der Annäherung an den Südpol des Mondes, wo EDUS in einen Krater am Südpol einschlagen und dadurch eine Partikelwolke von 1000 Tonnen aufwerfen soll.

Das Shepherding Spacecraft wird durch die entstandene Wolke fliegen und mit Hilfe der an Bord befindlichen Instrumente eine genaue Untersuchung durchführen, vor allem nach Wasser, bevor es selbst auch auf den Mond aufschlägt und einen zweiten Einschlag verursacht. "Die LCROSS-Mission gibt der Nasa eine hervorragende Möglichkeit die Frage nach existierendem Wassereis auf dem Mond zu beantworten", so Daniel Andrews vom Nasa Ames-Team.

http://www.heise.de/tp/artikel/22/22789/1.html
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