Der MP3-Player, der mitläuft

01.06.2006

Nie mehr aus dem Takt kommen: Synchronjoggen mit Apple

Beim Tanzen passt sich der Tänzer der Musik an. Beim Joggen ist dies prinzipiell nicht anders, doch stellt dies unter Umständen den Trainingserfolg infrage. Nun soll sich zur Abwechslung die Musik dem Jogger anpassen.

Bei Tanzmixen in Diskotheken ist es längst üblich: Das neue Stück wird dem ausklingenden alten im Tempo angepasst, damit ja niemand aus dem Takt kommt und etwa aus der Trance aufwacht. Die Tänzer können so im immergleichen Tempo weitermachen, vorausgesetzt dies ist nicht zu hoch angesetzt, sodass sie außer Puste geraten.

Wer mit Musik joggen geht, läuft jedoch Gefahr, eben aufgrund dieses Synchronisationseffekts zu schnell oder zu langsam zu laufen. Nicht im Takt der Musik zu laufen, ist ziemlich anstrengend und könnte schlimmstenfalls in Stolpern und blauen Flecken enden. Zudem sind die Musikstücke auf dem MP3-Spieler selten in der Geschwindigkeit so aneinander angeglichen wie die Clubmixe eines Discjockeys.

Damit man nicht das Joggen unterbrechen muss, um ein im Tempo besser passendes Stück zu finden, will Apple zukünftig einen Ipod herstellen, der die Geschwindigkeit der Musik automatisch der Laufgeschwindigkeit seines Trägers anpasst. Dazu hat der Konzern aus Cupertino letzte Woche ein Patent angemeldet (US patent application 2006/0107822): Eine in dem neuen Ipod eingebauter Beschleunigungsmesser stellt die Laufgeschwindigkeit des Joggers fest und justiert die Musik entsprechend. Damit Ivan Rebroff nach zwei Tassen Kaffee nicht zu Micky Maus mutiert, soll laut dem aktuellen New Scientist ein Vocoder dafür sorgen, dass im Gegensatz zu einem Bandlaufwerk nur die Geschwindigkeit der Musik verändert wird, die Tonlage aber gleich bleibt.

So ausgerüstete Jogger müssen auch an der roten Ampel standhaft weiterlaufen, wenn sie nicht wollen, dass die Musikwiedergabe aussetzt. Das Patent von Apple reserviert die neue Technik übrigens auch für die Geschwindigkeitsregelung von Musikvideos oder Diashows. Wenn also zukünftig die Besucher bei den Bildern vom letzten Urlaub immer müder werden und sich immer langsamer bewegen, werden auch die Bilder immer gemächlicher gezeigt, bis schließlich alle Zuschauer erfolgreich eingeschlafen sind. Ob das allerdings wirklich im Sinne des Erfinders ist?

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