Merkel: Wo fahren wir heute hin?
Gaddafi: Die FIFA macht uns alle krank
Es geht meist schief, wenn sich Politiker, Prominente oder Moderatoren zu Fußballspielen äußern. Der Kaiser ist natürlich die große Ausnahme. Seine Miene genügt. Wenn die Kamera den rituellen Schwenk auf die Tribüne zum Kaiser Franz und seinem Lebensabschnittsgefährten Blatter macht, wissen wir, dass wir instinktiv mit unserer Einschätzung des Spieles richtig liegen: es ist interessant oder es interessiert uns nicht.
Franz Beckenbauer ist der Reich-Ranicki des Fußballsports: Keine Bange vor der Fachwelt, wir können alle das Spiel richtig lesen, wir sind klüger, als wir glauben. Der Kaiser hebt uns auf Augenhöhe mit dem Adelsstand der Fußballwelt.Das wäre weiter nicht bemerkenswert, wenn es nicht andere gäbe: Kommentatoren wie Kerner zum Beispiel oder Politiker wie Merkel und Schäuble. Die machen uns dümmer. Sie sind Meister der voraussehbaren Floskel und der geborgten Gefühle. Man muss sich klein machen, um sie zu verstehen, zurück in die Grundschule gehen als Klein-Maxl, um nachzuvollziehen, warum Kerner Fragen stellt, deren Antworten man schon kennt. Rumpelstilzchen?
Und was ist das für ein langweiliges Buchstabenset, mit dem Merkel hantiert, wenn es um die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft geht: Mit dem Auto fährt man von A nach B, so das Paradezitat eines Pragmatikers, dazu brauchts keinen BMW, Porsche oder Mercedes. Die Nationalmannschaft fährt, so die Bundeskanzlerin, jetzt erstmal nach Berlin und dann nach einer Zwischenstation – Dortmund – hoffentlich wieder nach Berlin. Staatsprinzip Hoffnung, aber kein Nanogramm Meinung, kein Abweichen von der Protokoll-Vorgabe. Biederkeit ohne jeden Funken.
![]() |
|
| Immer am Ball: Muammar al-Gaddafi |
Dass es auch anders geht, beweist der Exzentriker und Dribbelkönig unter den Staatsoberhäuptern, Muammar al-Gaddafi. Sicherlich, der Staatschef von Libyen hat keine Mannschaft im Turnier, die Aussicht auf den Goldpokal hat, und profitiert damit vom Pathos der Distanz, aber der Autor des berühmten revolutionären Manifests "Das grüne Buch" hat eine persönliche Meinung zu Aspekten der WM, die hierzulande im affirmativen, reggressiven Rausch vergessen werden. Er teilt sie auf seiner weblogähnlichen Webseite mit. Seine Forderung: Die FIFA (Gaddafi verwendet den Begriff zweideutig, er steht sowohl für die Welt-Fußball-Organisation wie für die Weltmeisterschaft) muss unbedingt verändert oder abgeschafft werden.
Grund Nummer 1: Die gefährlichen Krankheiten der FIFA. Wie Gaddafi weiß, haben medizinische Untersuchungen "bestätigt und bestätigen dies weiter", dass Menschen, die vom Fußball überwältigt werden und sich zu enthusiastischen Suchtkranken dieses Sports entwickeln, die "ersten sein werden, die von psychischen und nervösen Krankheiten getroffen werden, wie Angina pectoris, Gehirnschlag, Blutdruck und frühzeitige Alterung". Die exzessive Nutzung von Technik mache den Körper fauler und das Fleisch mürbe, Sport sei – abgesehen etwa von der sportlichen Republik Libyen - zu einer Tätigkeit der vorherrschenden reichen Elite geworden. Die FIFA fördere diesen Trend und habe für die Öffentlichkeit nur diese eine Rolle übrig, die des "dummen Zuschauers"
Grund Nummer 2: Der Hass, die Aggressivität und der Rassismus der FIFA. Die Organisation habe das System der Sklaven und des Sklavenhandels wieder belebt, diese Degradierung würde an echten jungen Leuten vorgenommen, weil sie arm seien und aus armen afrikanischen, lateinamerikanischen oder asiatischen Ländern stammten.
|
|
Wo ist das Gewissen der Welt, fragt Gaddafi, angesichts der internationalen Tendenz zum Rassismus und zur extremen Rechten, die von der FIFA mit ihren Spielen, die nur von reichen Staaten ausgerichtet würden, gefördert werde. Seine Lösung:
Dies ist die Lösung: Die FIFA muss abgeschafft werden, weil sie eine materielle und moralische Gefahr darstellt und weil sie Probleme, Schwierigkeiten, Krankheiten, Hass, Feindschaft, Disintegration, Heißköpfigkeit und kollektive Degradierung verursacht. Psychologische und soziale Studien haben bewiesen, dass die Anhänger der FIFA diejenigen sind, deren Stimmungen und Meinungen deutlich unter einem gesunden Level liegen.
- Stell dir vor es ist Fußball und keiner schaut zu. (29.6.2006 17:41)
- Ja gut, dass sind schon... (29.6.2006 14:21)
- Spektakel und Produktionsweise (29.6.2006 10:36)
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem
SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen - Teil 2

