Batmans Rüstungsfabrik

16.09.2006

Science-Fiction, Kriegskino und Krieg der Zukunft. Teil 1: Fiktionen unter dem Vorzeichen der "Revolution in Military Affairs"

Film-Fiktionen über die Zukunft unserer Spezies sind keineswegs nur unterhaltsame Spielereien. Sie sagen etwas aus über das Selbstverständnis der menschlichen Zivilisation, über deren Träume und Ängste, über vorherrschende Denkrichtungen und reale technologische Entwicklungen. Sie können unsere Phantasieräume erweitern oder begrenzen. Sehr viele Science-Fiction-Filme gehören im Grunde zum Kriegskino. Daneben gibt es Kriegs- oder Agentenfilme mit futuristischen Elementen, die Berührungspunkte zum Science-Fiction-Genre aufweisen. Kritische Potenzen sind aus der Geschichte von Science-Fiction nicht wegzudenken, doch sie spielen in der kommerziellen Massenkultur der Gegenwart keine nennenswerte Rolle. Durchgesetzt haben sich vor allem solche Filmbeiträge, die sich der "Logik" des militärischen Denkens unterwerfen. Filmische Fiktionen und die Ideologie einer durch "Zukunftstechnologie" revolutionierten Kriegsführung gehen Hand in Hand.

Bei der Sichtung dieses Film-Komplexes stellt sich vorab die Frage nach dem Begriff einer zweckfreien Unterhaltungskunst. Um den Fängen endloser Sophistereien zu entgehen, soll diese Frage entlang konkreter Filmbeispiele zur Sprache kommen. Die Vorstellungen von guter Unterhaltung gehen weit auseinander. Spaß und Lust am kurzweiligen Medienereignis sind auf jeden Fall gefragt. Für den einen stehen z.B. optische Sensationen im Vordergrund, für den anderen ist Tiefsinniges belebend. Sehr wenige Zuschauerinnen und Zuschauer haben etwas dagegen, das Kino mit Anregungen zu verlassen. Man möchte gut oder besser leben und am liebsten glücklich sein. Jede Ahnung davon ist willkommen. Existentielle, philosophische, gesellschaftliche und zivilisatorische Dimensionen können im Kino berührt werden. Viele fiktionale Kulturbeiträge beleuchten die klassischen Grundfragen: "Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Was ist der Mensch?" In der Science-Fiction geschieht das von einem utopischen Standort aus bzw. auf dem Feld einer vorweggenommenen Zukunft und auf Zukunft hin.

Star Trek: Visionen vom Fortschritt des Menschengeschlechts

Science-Fiction eröffnet auf diese Weise der Phantasie und dem Denken eine Wirklichkeit, in der "nie zuvor ein Mensch gewesen ist".1 Dabei wird - wie in der klassischen utopischen Literatur - auch ansichtig, was wir wollen bzw. was wir uns wünschen.

Star Trek

Wenn sich religiöse Hoffnungshorizonte in eine betont weltliche Zukunftshoffnung verwandeln, ist es sehr entscheidend, ob die Verheißung eines Friedens-Millenniums oder Prophezeiungen von einer kommenden Schreckenszeit die Richtung vorgeben. Für den optimistischen Typ von Science-Fiction stehen die TV-Serien und Kinofilme des "Star Trek"-Komplexes, sofern sie der Vorstellungswelt ihres Erfinders Gene Roddenberry (1921-1991) treu bleiben. Zu dessen humanistischem Ideal gehören "das Eintreten für die Freiheit der Individuen, der Respekt vor der Andersheit der Anderen, die Verdammung von Unterdrückung und Gewalt, die Sorge um den Frieden und die Wachsamkeit gegenüber totalitären Strukturen."2 Der intergalaktische Humanismus im "Star Trek"-Universum zeugt von einem US-Amerikanismus, der eine "New Frontier" im Sinne John F. Kennedys überschreiten möchte. Die unantastbare Menschenwürde des Einzelnen, gemeinschaftliche Werte und technologische Innovation verbinden sich. Bürgerrechte, emanzipatorische Demokratievorstellungen, Antiapartheid-Bewegung und schließlich ökologische Themenstellungen werden in den Drehbüchern bedacht. Die Föderation der Vereinten Planeten steht für eine multinationale, geeinte Menschheit. Deren "Oberste Direktive" zielt auf ein Prinzip der Nichteinmischung, das noch viel radikaler ist als die heute durch hegemoniale Rechtsverdrehung in Frage gestellte Charta der Vereinten Nationen von 1945. Die Grundidee besteht aus einer positiven Utopie des Friedens, der nichts ferner liegt als ein "Krieg der Kulturen".

Freilich werden auch die destruktiven Potentiale der Zivilisation in die Zukunft hinein verlängert. Die Cardassianer stehen für Rohstoffimperialismus und das Gesellschaftsmodell des Überwachungsstaates. Bei den Klingonen ist das tragische Ideal von "Kriegerehre" anzutreffen. Das oberste Prinzip der Ferengi zielt auf Gewinnanhäufung. Wirtschaftswachstum und Profit gelten ihnen als Maß aller Dinge. Die aufgeklärte Religionskritik der frühen "Star Trek"-Folgen öffnet sich später nicht nur "spirituellen" Sichtweisen, sondern nimmt die Gefahren des Fundamentalismus ins Visier. Der Standort gegenüber all diesen Phänomenen ist eindeutig: Rücksichtsloser Kapitalismus, Missachtung des Rechtes, religiöser Fanatismus jeglicher Couleur und militärische Gewaltsysteme sollen nicht sein.

Zu den Gegenwartsthemen einer optimistischen Science-Fiction gehören die Überwindung des Steinzeitprogramms "Krieg" im Atomzeitalter, eine globale Dialogkultur ohne zentralistische Lenkung aller Lebensräume, ökologie- und demokratieverträgliche Formen des Wirtschaftens, Wasserversorgung und erneuerbare Energien. Angesichts einer Nahrungsmittelproduktion, die bereits heute alle Menschen und noch viel mehr ernähren könnte, ist die alte Schlaraffenland-Utopie eigentlich schon überholt. Was fehlt ist hingegen die Vision einer sozialen Intelligenz im globalen Maßstab. Über 40 Millionen Menschen sterben Jahr für Jahr an den Folgen von Unterversorgung. Das ist mit Abstand der größte "Kriegsschauplatz".

Was wir nicht wollen: Eine düstere Zukunft

Anders als der utopische Gegenentwurf eröffnet die negative Utopie mit ihren Ahnungen von einer möglichen Zukunft Ausblicke auf das, was wir nicht wollen. Hier kann es auf der Grundlage bestehender Tendenzen der Zivilisation zu Warnungen kommen, die sehr ernst zu nehmen sind. So nahm der Dichter Jean Paul "bereits 1809 in seiner `Kriegserklärung gegen den Krieg´, einer ersten literarischen Schreckensvision zukünftiger Waffeninnovationen, eine Erfindung vorweg, die an das Maschinengewehr des Ersten Weltkrieges erinnert. Sein `Mechanicus Henri´ entwickelt eine Flinte, `welche nach einer Ladung 14 Schüsse hintereinander´ abgeben kann, und kommentiert die Idee mit den sarkastischen Worten: `Welche Zeit wird hier dem Morden erspart und dem Leben genommen.´"3

Interessant ist, dass einige bedeutsame Negativ-Utopien im Kino die moderne Elektronik nicht in den Mittelpunkt stellen. Chips oder Mikroprozessoren, die sich hinter letztlich funktionslosen Designer-Hüllen verbergen, muss die Kamera stark vergrößern, damit sie für uns sichtbar werden. Kinotitel wie "Fahrenheit 451" (GB/USA 1966), die Orwell-Verfilmung "1984" (GB 1984) von Michael Radford, "Brazil" (GB 1984), "La Cite des Enfantes Perdus" (Die Stadt der verlorenen Kinder, 1994) oder "Dark City" (USA 1997) zeigen jedoch viel Mechanik oder gar alchimistisches Inventarium. Einerseits verweist die funktionale (oder pseudofunktionale) Ästhetik auf eine mechanistische Nostalgie, auf eine durchaus sinnliche Liebe zum "Räderwerk". Andererseits wird an die Angst vor der Maschine angeknüpft, die viel älter ist als das EDV-Zeitalter.

Der biblische "Nabi" (Prophet) ist ein politischer Aufklärer und Warner. Wie er wollen auch kritische Filmemacher in ihren fiktionalen Schreckensgebilden keineswegs den Untergang herbeisehnen. Sie zeigen vielmehr, was kommen wird, wenn wir unsere Großhirnrinde nicht gebrauchen. Davon strikt zu unterscheiden sind jene Beiträge im Endzeitkino, die in die Fußstapfen religiöser Unheilsprophetien vom apokalyptischen Typ treten und den Untergang wollen. Eine postnukleare Filmapokalypse kann z.B. - statt die Atombombe als Wahnsinn zu entlarven - der Katastrophe eine gewisse Unvermeidbarkeit bescheinigen.4 Ökonomische, politische oder militärische Gegenwartsentwicklungen werden in diesem Fall einfach bis hin zum Ende dieser "alten Welt" (oder auch darüber hinaus) verlängert. Der große Knall bereitet dann der Fiktion und dem "neuen Leben" den Boden.

Auch der viel gelobte Klimakatastrophen-Film "The Day After Tomorrow" (USA 2004) von Roland Emmerich, bei dem das Pentagon kooperiert hat, gehört letztlich diesem Apokalypse-Typ an. Die Ursachen des Klimawandels werden darin dem Energieverbraucher denkbar schonend vermittelt. Praktikable Lösungen scheint es nicht zu geben. Das große Unheil kommt wie eine Naturgewalt, kann also digital inszeniert werden. Ein US-Vizepräsident, der zuvor völlig uneinsichtig war und nur die Belange eines florierenden Wirtschaftswachstums gelten lassen wollte, wird danach mit dem höchsten Staatsamt belohnt. Als Sprecher der Supermacht kann er nun jovial ärmeren Nationen Partnerschaftlichkeit anbieten. (Der Grund: Das Klima dieser Länder ist bekömmlicher als die nordamerikanische Eiszeit.) Die unausgesprochene Prämisse lautet: Die Zivilisation ist trotz aller wissenschaftlichen Prognosen unfähig, umzukehren. Solange der Schrecken noch nicht ganz real über uns kommt, kann es keine Einsicht und keinen Lernprozess in der menschlichen Gesellschaft geben. Auf dem verwüsteten und überschwemmten Planeten wird man also wie im Film "Waterworld" (USA 1994/95) einmal sagen müssen: "Unsere Vorfahren haben etwas Schreckliches getan. Sie sind schuld am Wasser, viele hundert Jahre ist das her." Science-Fiction wäre es, wider alle Wahrscheinlichkeiten der empirischen Soziologie eine Welt zu zeigen, in der dies nicht eintrifft.

Waterworld

In Zusammenhang mit den gegensätzlichen "apokalyptischen Filmintentionen" ist es bezeichnend, wie der subversive Kinoklassiker "The Planet Of The Apes" (USA 1967) von Franklin J. Schaffner für die Bedürfnisse einer kriegerischen Weltordnung gezähmt worden ist. In Schaffners Science-Fiction-Film hatte man dem 20. Jahrhundert, dieser Epoche verheerender Kriege, keine Träne nachgeweint. In Tim Burtons Remake "The Planet Of The Apes" (USA 2001) kann der Held im Weltraum wieder den alten militärischen Messianismus zum Besten geben: "Ich komme von der U.S. Air Force und dahin gehe ich auch zurück!"

Gemessen am weltweiten Rüstungsetat von 950 Milliarden Euro können die Budgets für praktische Kriegsprävention, Einrichtungen der Friedensforschung und wissenschaftliche Bemühungen um intelligente zivile Konfliktlösungsstrategien eigentlich nur als marginale Spielwiesen bewertet werden. Allein der Umstand, dass in genauer Entsprechung dazu die allermeisten "futuristischen Film-Fiktionen"5 alternativlos eine kriegerische Zukunft zeigen, macht sie zu Handlangern der Militarisierung. Die Esel stellen sich ihren "Gott" stets als Esel vor. Die Krieger sind nur bereit, von überlegenen Kriegern zu lernen. Wer aber sagt, dass Außerirdische uns unbedingt als Krieger aufsuchen müssen? Die besten Science-Fiction-Autoren üben sich jedenfalls nicht in solcher Beschränktheit.

Eine Science-Fiction, die sich dem vorherrschenden Denken und der Macht unterwirft, hat sich bereits selbst beerdigt. Sie ist das bloße Abziehbild einer Zivilisation, die ihre geistigen und materiellen Ressourcen unverdrossen dem Krieg in den Rachen wirft statt sie zur Lösung von Überlebensfragen zu nutzen. Subversive Science-Fiction hält an der Möglichkeit fest, dass der "Große Bruder" trotz Folter und Gehirnwäsche am Ende nicht erfolgreich ist. Sie verweigert sich den Ferengi und Cardassianern, weil deren Maximen für das Leben auf unserem Planeten nur schreckliche Aussichten bereithalten.

Revolution in Military Affairs: Die Utopie totaler Beherrschbarkeit

Was jedoch einem Jean Paul vor 200 Jahren noch als Schrecken erscheinen mochte, kann von interessierter Seite heute auch wie eine positive Utopie verkauft werden. Militärische Innovationen rücken dann ins Zentrum eines Heilsversprechens, dessen Erfüllung durch modernste elektronische Technologie schon zum Greifen nahe ist: Die eigenen Soldaten brauchen sich um ihr Leben nicht mehr zu sorgen. Zivilisten im angegriffenen Land bleiben verschont, weil es unbegrenzte Aufklärungstechnologien, Präzisionswaffen oder gar neue "nicht-tödliche" Kampfmethoden gibt.

Das alte strategische Problem vom "Nebel des Krieges" ist durch lückenlose Informationsbeschaffung und Datenverfügbarkeit im "Information War" gelöst. Man verfügt über alle denkbaren Methoden des "Cyberwar", gegen die man selbst freilich immun ist. Im Rahmen der modernen Kommunikationstechnologie stellt auch die neue "psychologische Kriegsführung" hinsichtlich ihrer Reichweite und Wirkungsintensität alle geschichtlichen Vorläufer in den Schatten. Wenn Erdkreis und Weltraum erst einmal flächendeckend mit der entsprechenden Logistik überzogen sind, vollzieht sich die Kriegsführung in allen genannten Dimensionen vollkommen ferngelenkt. Von einer sicheren Befehlszentrale aus kann an jedem Punkt des Globus ohne jede Zeitverzögerung operiert werden. Unverwundbarkeit und Erpressungspotential sind dabei natürlich etwas Exklusives auf der eigenen Seite, denn anders kann es die Kombination von beidem ja gar nicht geben.

Utopien dieser Art nährt seit den 1980er Jahren vor allem in den USA die so genannte "Revolution in Military Affairs" (RMA). In einer denkwürdigen Rede ist nachzulesen, mit welchen Konzepten z.B. der Gouverneur George W. Bush jun. am 23.9.1999 die komplexen Weltprobleme zu lösen gedachte:

A chance to project America´s peaceful influence, not just across the world, but across the years. This opportunity is created by a revolution in the technology of war. Power is increasingly defined, not by mass or size, but by mobility and swiftness. Influence is measured in information, safety is gained in stealth, and force is projected on the long arc of precision-guided weapons. This revolution perfectly matches the strengths of our country - the skill of our people and the superiority of our technology. The best way to keep the peace is to redefine war on our terms.

In Europa, etwa in Frankreich, wird die RMA-Ideologie modifiziert aufgegriffen. Der mangels Zustimmung der Menschen vorerst gescheiterte "Verfassungsvertrag" der EU sah eine kontinuierliche "Verbesserung der militärischen Fähigkeiten" und eine gemeinsame Rüstungsagentur (später euphemistisch umbenannt in "Verteidigungsagentur") vor. Nur durch wirtschaftlich-wissenschaftliche Kooperation kann die EU mit den US-Plänen zu einer "revolutionären" zukünftigen Kriegsführung Schritt halten.

Die US-amerikanische Utopie einer militärischen Beherrschung und Kontrolle des Globus hat im Bushismus eine eigene Prägung erhalten. Abgesehen von der ungebrochenen Technologiegläubigkeit erinnert vordergründig auch die politische Rhetorik noch an den zivilisatorischen Optimismus im "Star Trek"-Komplex. Indessen ist das - ursprünglich besonders den Republikanern sehr vertraute - Prinzip der Nichteinmischung mit dem Konzept einer missionarischen Zwangsdemokratisierung anderer Länder endgültig verabschiedet worden. Überhaupt stehen sämtliche Ideale eines Gene Roddenberry zur Disposition. Die Kombination lautet nicht mehr "Technologie-Zivilisationsoptimismus-Humanismus-Weltfrieden", sondern "Technologie-Zivilisationspessimismus-Menschenrechtsrelativismus-Weltkrieg". Religiöse Unheilsprophetie, dualistisches Weltbild und ein "Kampf der Kulturen" bilden die ideologische Basis, auf der das Programm militärischer Welt- und Rohstoffkontrolle samt Finanzierung weiterhin durchgesetzt werden soll.

Das "National Security Cinema" (Jean-Michel Valantin), mit dem Hollywood den strategischen Diskurs, die Entwicklungen im US-Militär und die "Nationale Sicherheitsdoktrin" flankiert, hat die "Revolution in Military Affairs" seit ihrem Aufkommen in der Massenkultur fest verankert.6 Risiken und Nebenwirkungen tauchen - zumal in Pentagon-geförderten Filmen - nicht auf. Wir brauchen dringend ein Science-Fiction-Kino, das uns die Szenarien von Zukunftskriegen anschaulich und kritisch vermittelt. Ein solches Kino könnte dazu beitragen, dass die Gesellschaft einen ethischen Diskurs über den "Zukunftskrieg" nicht erst beginnt, wenn die vielfältigen RMA-Produkte die geheimen Waffenlabors schon verlassen haben und längst in Serie gegangen sind.

Exkurs: Medientechnologie und Fiktion in den Fängen des Kriegsapparates

Moderne elektronische Informations- und Medientechnologie ist die zentrale Säule der "Revolution in Military Affairs". Die technologische Verflechtung mit dem Krieg hat eine lange Vorgeschichte. "Die ersten Filme waren stumm, erst `die Koppelung der Mechanismen von Maschinengewehr und Filmtransport´ brachte nach dem Krieg (1928) den Tonfilm."7 Unter Bezugnahme auf die besonders von Paul Virilio ins Blickfeld genommenen Zusammenhänge meinte Georg Seeßlen 19898:

Die Verbindung von Showbusiness und Krieg ist keine Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts, wohl aber ist die zunehmende Ähnlichkeit der Instrumente und Methoden der kriegerischen und der unterhaltenden Wahrnehmung erst in den Kriegen unseres Jahrhunderts zutage getreten. [...] Die spätere Zivilisierung der Wahrnehmung wie des technologischen Produkts kann nie mehr seinen militärischen Ursprung völlig verlieren. Das Kino `sieht´ also nicht deshalb wie eine Kriegsmaschine, weil wir gar nicht anders als militärisch sehen könnten, sondern deshalb, weil es seinen Blick den Technologieschüben verdankt, die zivil nicht zu erlangen sind.

Heute kann umgekehrt eine einzelne Großproduktion für das Kino zur Verbesserung der militärischen Ausstattung beitragen: "The cooperation between civilians and the military [...] can have unexpected consequences. During the filming of James Camerons "Abyss" (1989) new types of underwater cameras were developed which were then adopted by the Navy."9

Die Filmindustrie kommt somit nicht nur als Sprachrohr bestimmter Interessen in Frage, sondern auch ihrerseits als innovative Anregerin für Militärisches. Speziell die Fiktion spielt dabei eine große Rolle. Bekanntlich gab es lange vor der ersten Mondfahrt literarische und filmische Fiktionen von einem solchen Unternehmen. Auch in vergleichsweise weniger spektakulären Angelegenheiten kann das Fiktionale als Ideenwerkstatt fungieren. Der Erfinder des elektronisch überwachten Hausarrestes (EMHC, electronically monitored home confinement), "ein Haftrichter aus New Mexico, räumt freimütig ein, dass er die Idee zu diesen Sendern aus einem 1979 erschienenen Spiderman-Comic übernahm."10

Jean-Louis De Gay vom "U.S. Army Systems Center" verrät uns, dass die Anregung zu einzelnen Bestandteilen des "Futur Warrior 2025 Concept" geradewegs aus dem Science-Fiction-Kino kommt11:

Dieses windschnittige System ist die Zukunft, und im Grunde ist es dem Film Predator mit Arnold Schwarzenegger entnommen. Als wir sahen, was der Außerirdische da konnte, zum Beispiel wie ein Chamäleon sein Äußeres der Umgebung anpassen und unsichtbar werden, dachten wir sofort, dieses großartige Konzept für unsere Soldaten zu übernehmen.

Die Kreativen aus dem Unterhaltungssektor werden schließlich nicht nur bei der Produktion von Computersimulationen für das Militär gebraucht, sondern gelten auch als Experten, die beim Durchspielen möglicher Terrorstrategien weiterhelfen können.

Die Rüstungsindustrie als Wohltäter der Menschheit

Neben der kreativen Assistenz betreibt das Kino auch ganz direkt Werbung für die Rüstungsbranche als solche. Die Militärtechnologie-Komödie "Best Defense" (USA 1983), in welcher der Golf-Krieg von 1991 mehr als ein halbes Jahrzehnt im Voraus stattfindet, folgt bis ins Detail hinein Argumenten der RMA-Ideologen und versteckt dies hinter vermeintlicher Kritik an einem kalifornischen Rüstungskonzern: Wenn "Dynatechnics Incorporated" 1982 ein innovatives Raketenleitsystem voreilig - und funktionsuntüchtig - in Serie gibt, werden US-Soldaten im Panzer die irakischen Feinde mit ihren Raketen nicht treffen, ihre Kameraden nicht befreien können und selbst umkommen. Glücklicherweise wird jedoch für das Raketenjustiergerät rechtzeitig ein Überhitzungsschutz erfunden und dank eines couragierten Mitarbeiters auch eingebaut.

Starship Troopers

Im 21. Jahrhundert werden die Werbespots der Sicherheits- und Rüstungsindustrie zum täglichen Bildschirmprogramm gehören. So zeigen es bereits der Bankräuber-Science-Fiction "Velocity Trap" (USA 1997) und "Starship Troopers" (USA 1997) von Paul Verhoeven. Den Vogel schießt neuerdings die Comic-Verfilmung "Batman Begins" (USA 2005) ab, von der in diesem 1. Teil nur der Rahmen mitgeteilt sei: Nach jahrelanger Abwesenheit muss der Held feststellen, dass ein gewissenloser Aufsichtsratsvorsitzender die väterliche Firma "Wayne Enterprise" überhaupt nicht gut weitergeführt hat. Lieblingskind des toten Vaters ist einst der Sektor "angewandte Wissenschaften" gewesen: Umweltschutztechnologie, Rüstungsprojekte und Gebrauchsgüter wie Gurtsysteme, die sich beim näheren Hinsehen als zivil-militärische Dual-Use-Produkte erweisen.

Diese Abteilung samt dem zuständigen Ingenieur hat man in einen Kellerraum ausgelagert. Dort gibt es viele Prototypen, doch aus dem Fundus unschätzbarer Erfindungen gelangt rein gar nichts in die Produktion. Einer der Gründe dafür: Die Erbsenzähler sind zu geizig, für das Leben eines US-Soldaten ein paar Geldscheine auf die Theke zu legen. Batman wird die zukunftsweisenden Rüstungstechnologien verfügbar machen und als moralischer Retter der Heimatstadt einsetzen. Hernach stellt er sie auch ins Zentrum seiner Firmenproduktion. Der "spirituellen" Selbstfindung folgt nämlich der Karriereweg eines Rüstungsproduzenten, der äußerst erfolgreich an der Börse agiert und die richtigen Zukunftsentscheidungen fällt.

Das Kino- und Videopublikum erhält an anderer Stelle den expliziten Hinweis, dass Steuermittel für militärische Zwecke gut angelegt sind. Der postapokalyptische Actionfilm "The Last Patrol" (USA 1999) lamentiert über "erbärmliche Rüstungsetats" der Vergangenheit als "Anfang vom Ende". Im Science-Fiction-Film "Armageddon" (USA 1998), den Pentagon und NASA durch Assistenz gefördert haben, fehlt Geld in der Kasse der Weltraumbeobachtung. Im Krisenstab, der angesichts einer globalen Katastrophengefahr zusammentritt, wird über zu niedrige Budgets der Star-Wars-Logistik geklagt: "Unser Beobachtungsetat beträgt nur 100 Millionen. Das erlaubt es uns, drei Prozent des Himmels zu kontrollieren. Und glauben Sie mir, der Himmel ist verdammt groß!"

James Bond: Stilvolles Product-Placement für den Krieg der Zukunft

James-Bond-Filme senden rüstungsfreundliche Botschaften in eine etwas andere Richtung. Sie erreichen ein Publikum, dessen Stil-Vorliebe nicht unbedingt im Bereich des platten Kriegsfilms oder allzu realitätsnaher Agentengeschichten liegt. Gentleman "007" ist - anders als sein CIA-Pendant Jack Ryan - ein promisker Frauenjäger. Er hat als Geheimagent der britischen Königin außerdem eine "Lizenz zum Töten" (und zum Foltern). Dieser Umstand verdient umso mehr der Beachtung, als die weltpolitischen Szenarien in einer Reihe von Bond-Titeln vom britischen und US-amerikanischen Militär als förderungswürdig erachtet werden.12 Bond bekommt in jeder Folge das allerneuste Männerspielzeug, ein mit allen Raffinessen und diversen Raketentypen ausgestattetes Gefährt. Das Product-Placement für gehobene Ansprüche erstreckt sich nicht nur auf den geschüttelten Smirnoff-Wodka oder den obligaten BMW. Zur Waffentechnologie in "Tomorrow Never Dies" (GB 1997) teilt die International Movie Data Base z.B. mit:

James Bond has a new gun in this film. It is the Walther P99, which is the replacement for his trademark Walther PPK. [...] The ships used in the film are Type 23 Duke Class Anti-Submarine Frigates. The interior shots were all filmed at HMS DRYAD ship simulator, and most of the personnel in the background are real Royal Navy personnel. [...] The stealth ship is not a fictional invention. Lockheed secretly constructed and demonstrated one in the early 1980s, but the US Navy finally decided they didn´t want any. The prototype, called the Sea Shadow, was 160 feet long and the movie´s ship closely resembles it in shape.

Tomorrow Never Dies

Zur technologischen Militärausstattung in "Die Another Day" (USA/GB 2002) bietet die gleiche Quelle unter anderem folgende Hintergrundinformationen an:

When Q explains how the Vanquish works, he is explaining technology that the U.S. Air Force is actually developing for use in a new >daylight< stealth aircraft. However, the "invisibility" capability is only useful at extreme distance [...] The futuristic weapon that Colonel Moon uses [...] did really exist when the movie was made, at least in prototype form. It´s a Heckler & Koch OICW (Objective Individual Combat Weapon), a weapon developed as the future´s infantry assault rifle as part of the US Army´s >Soldier 2000< program. It consist of a grenade launcher mounted on top of a "regular" 5.56mm [...] caliber assault rifle, as well as a digital camera within the optic sights. This digital camera is supposed to be linked to a display within the soldier´s helmet, enabling him to look/shoot around corners, as well as transmitting live footage of a combat situation to his troop commander or a higher superior.

In diesem Kinotitel besteht übrigens die Gefahr, dass ausgerechnet das wirtschaftlich daniederliegende Nordkorea mit einem weltweit unvergleichlichen "Ikarus-Weltraumprogramm" ausgestattet wird und damit zur unschlagbaren Militärmacht aufsteigt. Bond selbst hat seinen chamäleon-getarnten unsichtbaren "Rennwagen" und trainiert mit den allerneusten virtuellen Militärsimulationen. Die surrealistisch anmutende Technologie nimmt zum Teil reale Entwicklungen aus den Zukunftswerkstätten der Rüstungsindustrie vorweg. In neueren Bond-Filmen werden die Zuschauer mit dem vertraut gemacht, was ein echter Gentleman im Zuge der "Revolution in Military Affairs" braucht.

Star Wars: Das Label für die Militarisierung des Weltraums

Nun hat die Kriegstechnologie schon im 20. Jahrhundert ein Stadium erreicht, das für den Planeten Erde eindeutig überdimensioniert ist. Nach der Vorführung eines Films über den Start der A-4-Rakete meinte bereits ein Adolf Hitler13:

Angesichts einer solchen Rakete muss man zugeben, dass Europa und die Welt in Zukunft zu klein sind für einen Krieg.

Wohin also? Im Kino wird die Umwandlung des Weltraums zum Kriegsschauplatz vorgeschlagen. Die Fiktionen liefern ein unendliches Universum aus möglichen Waffeninnovationen gleich mit. Nach dem Vietnam-Krieg der USA bot der "Star Wars"-Komplex dem Kriegsfilm-Genre außerdem die Möglichkeit, auf ein Terrain auszuweichen, das nicht aufgrund gesellschaftlicher Antikriegsstimmungen negativ besetzt war.

Seit 2005 ist die neue "Star Wars"-Trilogie mit "Star Wars: Episode III - Revenge Of The Sith" (USA 2005) von George Lucas abgeschlossen, so dass jetzt zwei "Staffeln" für das Kino (1977-1983 und 1999-2005) vorliegen. Auf die erste Trilogie hat sich Ronald Reagan, ohne vorher bei Lucas anzufragen, 1985 bei der Vorstellung seiner Utopie eines Raketenabwehrschildes bezogen14:

The Strategic Defense Initiative has been labelled Star Wars. But it isn´t about war. It´s about peace. It isn´t about retaliation. It´s about prevention. It isn´t about fear. It´s about hope. And in this struggle, if you´ll pardon me stealing a film line - the force is with us.

Die Völkerwelt war über diese Initiative zur Militarisierung des Weltraums alles andere als begeistert. Nicht zuletzt eröffnete sie den USA ja auch die Aussicht auf einen "führbaren" Atomkrieg. Im Anschluss an Reagans "Star Wars"-Rede hat das großartige Hoffnungsprojekt - "worth every investment" - sehr viele Steuermilliarden verschlungen. Das eigentliche Ziel blieb Illusion. Anders als der zögernde Clinton hat US-Präsident George W. Bush jun. tatkräftig eine - zunächst bodengestützte - Neuauflage des umstrittenen Unternehmens in Gang gesetzt und zu diesem Zweck internationale Vertragsverpflichtungen aufgekündigt. Zu den Zielen gehört ebenfalls, strategische Waffen vom Weltraum aus einzusetzen. Auch hier wird es absehbar zu Endlosinvestitionen kommen.

Star Wars: Episode III

Mit Blick auf Reagan und Bush gibt es im gesamten Komplex "Star Wars in Kino, Politik und Militärtechnologie" bezeichnende Parallelen. Horst Hoffmann15 fragt zunächst: Wie kommt es bei beiden Trilogien jeweils zu den passenden "Timings zwischen den Filmemachern und den `Star Warriors´"? Da Reaganismus und Bushismus gleichermaßen das "Böse" beschwören (Empire of Evil - Axis of Evil), ist besonders die ideologische Färbung des Sternenkrieges zu beachten. In Anknüpfung an den - erstmals 1936 im Science-Fiction-Kino auftretenden - US-Weltraumhelden Flash Gordon gilt es ja auch in "Star Wars", eine "böse Macht" zu besiegen. Das Rad der Geschichte ist damit im Science-Fiction-Kino ab 1977 wieder zurückgedreht worden, so als würde es "Star Trek" nicht geben. Matthias Fritsch, Martin Lindwedel und Thomas Schärtl konstatieren, dass "alle Star Wars-Filme von einer grundlegend dualistischen Situation geprägt" sind, in der "sich Schwarz und Weiß, Gut und Böse gegenüberstehen in einem Kampf um das Ganze des Universums, um eine kosmische Ordnung, die gefährdet ist und durch Anstrengungen der Helden bewahrt und wieder hergestellt werden muss."16

Mit Lucas beginnt nach Ansicht dieser Autoren die "Gegenbewegung zur Intellektualisierung des Science-Fiction-Genres". Er bringt ein pseudobiblisches "spirituelles Rittertum" mit Strahlenschwertern auf den Plan, und das kommt - selbst wenn es nicht intendiert sein sollte - jeweils dem neuen Paradigma der US-Politik sehr entgegen. Nun ist in der zweiten Filmtrilogie, die eigentlich die erste sein müsste, das Reich des Bösen noch nicht entfaltet. Aus der nachgereichten Vorgeschichte ließe sich deshalb vielleicht doch ein kritischer Blickwinkel gewinnen: Die Republik selbst ist anfällig geworden für eine "dunkle Macht".

Vor mehr als sechzig Jahren fragte der kleine Prinz, das "Alter Ego" des Kriegspiloten Antoine de Saint-Exupéry, sinngemäß: "Niemand vor dir hat daran gedacht, die Sterne zu besitzen. Das ist wahr. Und was machst du damit?" Die Antwort des US-Generals Franklin Blaisdell fällt heute so aus:

Wir müssen den Weltraum beherrschen, weil es sehr schwierig sein würde, einen Krieg ohne unsere Weltraummittel und die Möglichkeiten, die sie uns bieten, zu führen.

Das Geflecht von Film und Kriegstechnologie

Ein Überblick zu möglichen Beziehungen zwischen massenkultureller Fiktion und Militärtechnologie soll den Abschluss dieses 1. Teils bilden.17 Dabei bleiben die Potenzen von intelligenter Science-Fiction (utopische Gegenentwürfe, intuitive Warnfunktion, Aufklärung usw.) unberücksichtigt. Der Fokus liegt auf dem massenkulturell-militärischen Komplex:

  1. Medientechnologie und Militärtechnologie können sich synchron bzw. analog oder auch in symbiotischen Komplexen weiterentwickeln. Das Ergebnis sind z.B. Entsprechungen in der "Logistik der Wahrnehmung" (Virilio) oder Ästhetik und Dual-Use-Produkte.
  2. Zwischen den Herstellern, Anwendern und Nutznießern beider Technologien können wirtschaftliche Verflechtungen oder andere Interessengemeinschaften bestehen. Hier stellt sich die Frage, ob die Dominanz bestimmter Botschaften in der Produktpalette von unterhaltsamen Fiktionen nicht auch etwas aussagt über ökonomische, kulturelle und politische Machtverhältnisse.
  3. Ganz allgemein können fiktionale Kulturprodukte z.B. zu einem positiven (oder negativen) Image der Rüstungsindustrie und ihrer Forschungsarbeit beitragen.
  4. Der kreative Fundus der Fiktionen aus den Bereichen Kultur und Unterhaltung kann von der militärtechnologischen Forschung als Ideenwerkstatt benutzt werden.
  5. Der fiktionale Unterhaltungssektor kann seinerseits reale Entwicklungen der Rüstungsforschung aus unterschiedlichsten Gründen aufgreifen, z.B. zu eigenen Zwecken: weil es sachlich passend, interessant oder einfach unterhaltsam ist.
  6. Filmprodukte, PC-Spiele etc. können technologische Entwicklungen vorwegnehmen und anschaulich machen, was die Zuschauer - auch im Sinne einer Gewöhnung - auf zukünftige Revolutionen der Kriegsführung mental vorbereitet.
  7. Ausdrücklich preisen einige fiktionale Filme die Vorzüge neuer Kriegstechnologien an, verharmlosen mögliche Risiken oder "widerlegen" die Argumente von Kritikern. Über Fiktionen können auch die Bedrohungsszenarien konstruiert werden, zu deren Abwehr bestimmte neue Technologien die Lösung anbieten.
  8. Alle fiktionalen Produkte, die den Denkmodellen bzw. Allmachtsvisionen einer utopistischen Militärtechnologie zuarbeiten oder unsere Phantasie in eine ihnen genehme Richtung lenken, sind den RMA-Ideologen natürlich sehr willkommen. Da in diesem Zusammenhang Technikfaszination eine große Rolle spielt, ergeben sich auch nützliche Nebeneffekte für die Rekrutierung zum Militär.
  9. Science-Fiction ergänzt die Möglichkeiten des klassischen Kriegskinos um entscheidende Dimensionen, mit deren Hilfe sich das Programm "Krieg" in der Massenkultur erst eine raum-zeitliche Totalität erobern kann. Der Krieg ist nicht nur das maßgebliche Modell für die Darstellung von Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch Haupttagespunkt für jede denkbare Zukunft. Räumlich gesehen ist er ein Phänomen kosmischen Ausmaßes, das bis in den letzten Winkel des Universums hineinreicht.

Wir haben es also mit einem vielfältigen Gefüge von Beziehungen und Wechselwirkungen zu tun. Der gesamte Komplex wirkt in die Gesellschaft hinein und prägt die politische Performance. Kunst und Kultur sollten ein kritisches Gegenwicht zur "reinen Wissenschaft" bilden. Von daher empfiehlt es sich, die Wortbestandteile von "Science-Fiction" weiterhin mit einem Bindestrich zu trennen. Wenn das Fiktionale zum Instrument der Kriegswissenschaften verkommt oder mit diesen symbiotisch kollaboriert, kann eine Spirale des Realitätsverlustes in Gang gesetzt werden. Zumal zukünftige Generationen könnten das im Ergebnis als weniger unterhaltsam empfinden.

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