Bild-Chef-Reporter sollen ihren Chef fotografieren

13.10.2006

Bildblog.de startet Fotowettbewerb

Seit heute wird zurückgeschossen. Und im Visier ist kein Geringer als "Bild"-Chef Kai Dieckmann, der nun in alles Lebenslagen fotografiert werden soll – von "Bild-Chef-Reportern". Aufgerufen zu dem Wettbewerb "Fotografiert Kai Diekmann!" hat das Bildblog, welches damit gegen die so genannten BILD-Leser-Reporter protestieren möchte. Also Leute, die als Laienpaparazzi Fotos für das Boulevard-Blatt schießen. Bilder – so Bildblog – "von Unfällen, Naturereignissen und Beamten, vor allem aber von Prominenten und Nicht-Prominenten in kompromittierenden oder privaten Situationen." Kommt es zum Abdruck zahlt "Bild" den Amateurknipsern einen Betrag zwischen 100 und 5000 Euro.

Kritiker sehen in dieser "Bild"-Aktion eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der abfotografierten Opfer. Und "in einigen Fällen gingen die Fotografierten bereits mit Erfolg juristisch gegen die Veröffentlichungen vor oder beklagten sich – z.T. sogar öffentlich – über die Zudringlichkeit der BILD-Leser-Reporter," schreibt Bildblog. Nun will man also den Spieß umdrehen und dem Verantwortlichen dieser Aktion zeigen, was er damit bei den Betroffenen ausgelöst hat.

Nichts soll ihm dabei erspart bleiben: Kai Diekmann, in Badehose am Strand oder in einer Bäckerei, auf dem Parkplatz, am Flughafen, im Flugzeug oder eingenickt im Flugzeug, beim Shopping, beim Nasebohren nachdenklich, frischverliebt auf Sylt, mit seiner Familie aus einem Nobel-Restaurant kommend, in einer Tankstelle, beim Italiener, oder auch mal ausnahmsweise im Schlamm wühlend bei der Arbeit.

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Diekmann ganz ungeschminkt, ganz entspannt mit einem Bierchen in einer Bar oder entspannend beim Pinkeln, immer noch beim Pinkeln oder, oder, oder…. Und die eben genannten Beispiele – natürlich ohne Dieckmann – waren tatsächlich, wie der Bildblog dokumentiert, allesamt in der "Bild"-Zeitung zu bewundern. Wobei den größten Beitrag zur VolksfortBILDung eindeutig das Foto besitzt, das einen pinkelnden Polizisten in einem Gebüsch zeigt mit der Beschriftung: "Ich hatte mich immer schon gefragt, wo die Beamten hingehen, wenn sie pinkeln müssen". Aha. Die "Grünen" "machen" also mitunter ins Grüne. Na sowas. Wer hätte das gedacht?

Dieckmann sollte daher lieber in Zukunft aufpassen, wenn seine Blase drückt, keine Toilette in der Nähe ist und er den Ernst-August machen muss. Sonst macht es plötzlich Klick. Und wir erfahren dann womöglich die volle Wahrheit.

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