Dr. med. Google
Kann die Suchmaschine bei der Diagnose von Krankheiten helfen?
Wer einmal das Web konsultierte, üblicherweise via Google, um am Wochenende oder am späten Abend, wenn in Arztpraxen nur der Anrufbeantworter Bereitschaft hat, herauszufinden, ob der Knubbel an der Seite in Brusthöhe ein Fetteinschluss ist oder doch etwas Anderes, ob der Auskunft der Ärztin, dass die Nierenbeckenerweiterung des Fötus, die das Ultraschallbild zeigt, zu keiner Sorge Anlass geben "sollte", zu trauen ist (hat ihre Mimik nicht doch Unsicherheit verraten?), der weiß, dass derartige Anfragen gefährlich sind und schlaflose Nächte kosten könnten.
Medizinische Fragen stellt man dem Web besser nicht, sagt der gesunde Menschenverstand. Es sei denn, man will Höllenkreise erkunden und folgt dem Teufel, der mit beruhigenden Diagnosen lockt und das Schlimmste in Petto hält.
Wie die englische Zeitung Daily Mail am Wochenende berichtete, haben Forscher des Princess Alexandra Hospitals in Brisbane, Australien, herausgefunden, dass die Suchmaschine Google Ärzten bei der Diagnose von schwierigen Fällen helfen kann.
Um die Diagnosesicherheit von Dr.med. Google zu testen, wählten die australischen Wissenschaftler drei bis fünf Suchbegriffe aus dem Krankheitsbild von schwierigen Fällen, die sie dem New England Journal of Medicine entnahmen, darunter die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die Hormonkrankheit Cushing Syndrom, das akute Thorax-Syndrom und das Churg-Strauss-Syndrom.
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Die drei Ergebnisse, welche Google zu den jeweiligen Anfragen zuoberst zeigte und die zu den Symptomen und Krankheitsanzeichen passen, wurden von den Forschern ausgewählt und mit der korrekten Diagnose des Fachjournals verglichen. Ergebnis: Die Google-Praxis lieferte in 15 von 26 Fällen die korrekte Diagnose.
Für den Laien bleibt es allerdings auch nach diesem Befund, der mit 58 Prozent richtigen Antworten nicht allzuweit von einem geratenem Ergebnis entfernt liegt, eher ratsam, einen Arzt mit der Entschlüsselung diverser Krankheitsanzeichen zu beauftragen als die Suchmaschine, die nach meinen persönlichen Erfahrungen mit Ausdrücken wie "lebensgefährlich" nicht geizt.
Ähnlich darf auch der Hinweis der Wissenschaftler gewertet werden, welche die Studie durchführten. Nach ihren Worten würden Ärzte zu einem besseren Ergebnis kommen als Patienten. Diese würden weniger effizient suchen und mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf die richtige Diagnose stoßen. Der Einsatz von Google als "Diagnose-Tool" wird von den Studienleitern vor allem Ärzten und Medizinstudenten empfohlen.
http://www.heise.de/tp/artikel/23/23949/1.html- manchmal (20.11.2006 10:37)
- "hochsterilisiert" (15.11.2006 22:31)
- Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit für richtige Treffer bei Ärtzen? (14.11.2006 18:25)
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