Kampfroboter zum Schutz von Grenzen, Flughäfen oder Pipelines

15.11.2006

Nächstes Jahr sollen in Südkorea bewaffnete Roboter auf den Markt kommen, die Menschen, Tiere und Fahrzeuge sowie Freund und Feind unterscheiden können sollen

Bewaffnete Roboter sollen Soldaten oder anderes Sicherheitspersonal ersetzen. Von den USA werden bewaffnete und fernsteuerbare Predatordrohnen seit dem Afghanistan-Krieg eingesetzt. Das ebenfalls fernsteuerbare Talon-Roboterfahrzeug für den Boden kann mit einem Maschinengewehr oder mit einem Granatwerfer ausgestattet werden und wird gerade getestet. Entwickelt werden auch gewaltige Panzerroboter wie der Gladiator (An der Schwelle zum automatischen Krieg). Auf der Wunschliste stehen vor allem autonome Kampfroboter, die erkennen sollen, wer ein menschlicher Feind oder ein feindliches System ist, und dann entscheiden, ob sie ihn oder es vernichten (Autonome Kampfhubschrauberschwärme). 2002 hatte die Darpa ein Forschungsprogramm zur Entwicklung eines künstlichen kognitiven Systems ausgeschrieben, "das weiß, was es macht" (Denn sie sollen wissen, was sie tun).

Der Wachroboter aus dem Werbevideo von Samsung

Womöglich ist man inzwischen in Südkorea weiter vorangeschritten. Ab nächstem Jahr plant die Regierung, an der Grenze zu Nordkorea Robotsysteme oder "Selbstschussanlagen" zur Überwachung zu installieren, die offenbar auch automatisch nach einer Warnung feuern sollen. Allerdings handelt es sich nicht um Roboter, die sich bewegen können, sondern zumindest vorerst nur um stationär installierte Systeme, deren "Kopf" sich mit der jeweiligen Waffe und den Sensoren um 180 Grad drehen lässt. Der Roboter kann auch mit einem Joystick und einem Touchscreen-Monitor ferngesteuert werden.

Das System wurde entwickelt, um Wachen, die auf Menschen ausgerichtet sind, zu ersetzen und ihre Beschränkung auf diskontinuierliche Beobachtung aufgrund von Wetterbedingungen oder Müdigkeit zu überwinden, so dass eine perfekte Wachmission garantiert ist.

Samsung

Gebaut wurde der bewaffnete Roboter mit staatlichen Geldern u.a. von Samsung und der Korea University. Geplant, aber noch nicht entschieden ist, Hunderte von diesen stationären Kampfrobotern nicht nur an der Grenze einzusetzen, um Soldaten zu ersetzen, sondern ihn auch auf dem Markt zur Bewachung von militärischen Anlagen oder anderen sicherheitsgefährdeten Einrichtungen wie Flughäfen, Pipelines oder Staudämmen anzubieten. Kosten wird er voraussichtlich pro Exemplar um die 200.000 US-Dollar. Ausgestattet werden kann der Roboter mit einem leichten Maschinengewehr, aber auch mit einem Gewehr zum Abfeuern von nicht-tödlichen Gummigeschossen oder zum Versprühen von Tränengas. Und er lässt sich auch unbewaffnet als Wache verwenden, der verdächtige Ereignisse entdecken und Alarm auslösen kann.

Vorgestellt hatte den Roboter Ende September Lee Jae-Hoon, der stellvertretende Minister für Wirtschaft, Industrie und Energie. Er pries den Intelligenten Überwachungs- und Schutzroboter als System an, das beobachten, Ziele verfolgen und schießen sowie angeblich mit einer "Mustererkennung" Menschen, Tiere, Fahrzeuge oder Bäume auf eine Entfernung von zwei Kilometern bei Tageslicht und mit einer Infrarotkamera bis zu einem Kilometer unterscheiden und verfolgen kann. Bewegte Objekte können tagsüber bis zu vier, nachts bis zu zwei Kilometer erkannt werden.

Als Sicherheitsmaßnahme wurde offenbar ein Stimmerkennungssystem eingebaut, das bis zu einer Entfernung von 10 Metern Freund und Feind anhand eines gesprochenen Kennworts unterscheiden kann. Wer sich dann nicht schnell genug erinnert oder Fehler macht …. Inzwischen gibt es auch ein Video von Samsung Techwin, auf dem die Leistungsfähigkeit des Roboters vorgeführt wird.

x
service:
drucken
versenden
facebook
twitter
google+
rss
newsletter
folgen:
facebook
twitter
google+
rss
newsletter
http://www.heise.de/tp/artikel/23/23972/
Anzeige
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Anzeige

Zum Rücktritt von Christine Haderthauer frisch aus dem Archiv:

Peter Mühlbauer 03.07.2013

Drei Seiten geteilt durch sieben Autoren ist gleich ein Dr. med.

Um in Deutschland als Arzt zu arbeiten, muss man nicht promoviert haben. Weil der Dr. med. auf dem Praxisschild von Eltern, Kollegen und Patienten erwartet wird, machen ihn die meisten Mediziner trotzdem. Hinter den dazugehörigen Dissertationen steckt selten wissenschaftliche Neugier als Hauptmotiv - und das sieht man vielen von ihnen auch an.

weiterlesen

Mehr Kunst als Spiel

Sonys "Hohokum" für PS3/4/Vita

bilder

seen.by

Anzeige

TELEPOLIS