Wer ärmer ist, stirbt früher

23.11.2006

Die Lebenserwartung für die Menschen in Großbritannien hat eine Rekordhöhe erreicht, allerdings auch die Unterschiede der Lebenserwartung zwischen Menschen aus ärmeren und reicheren Wohngegenden

Die Lebenserwartung für die 65-jährigen Briten ist nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) so hoch wie noch nie zuvor. Frauen mit 65 können jetzt damit rechnen, noch 19,4 Jahre zu leben, Männer noch 16,6 Jahre. Die unterschiedliche Lebenserwartung der Männer gegenüber den Frauen wurde von 4 Jahren in den 80er Jahren auf jetzt 2,8 Jahre geringer. Ein Junge, der 2004 in Großbritannien geboren wurde, hat nun eine 90-prozentige Chance, 65 zu werden, ein Mädchen eine 94-prozentige Chance.

In den letzten 20 Jahren stieg die Lebenserwartung der älteren Menschen ab 65 bei den Frauen um 3,7 Jahre, bei den Männern um 2,5 Jahre. Der Großteil des Anstiegs erfolgte in den letzten 5 Jahren. Gründe dafür nennt die Statistikbehörde nicht. Niederschlagen wird sich die steigende Lebenserwartung natürlich auf die Renten. Entweder muss mehr einbezahlt oder länger gearbeitet werden, um die gestiegene Lebenserwartung gewissermaßen zu kompensieren. Allerdings heißt es aber auch, dass die besonders auch in Großbritannien zunehmende Verfettung der jungen Generation die Lebenserwartung wieder senken könnte (Gesundheitliche Zeitbombe).

Allerdings ist auch die Ungleichheit in der Lebenserwartung auf einen Höhepunkt angestiegen. Auch darin dürfte die Entwicklung in Großbritannien der in anderen Ländern gleichen (Sterberisiko Sozialstatus). Die Unterschiede sind teilweise drastisch. Frauen, die in Glasgow haben beispielsweise eine 12,3 Jahre geringere Lebenserwartung als diejenigen in Kensington oder Chelsea. Auch die Lebenserwartung der Männer ist mit 9,5 Jahren sehr viel kleiner, wenn auch weniger stark als bei den Frauen. In Manchester liegt die Lebenserwartung der Menschen bei 72,5 Jahren, in Kensington und Chelsea bei 82,2 Jahren. Der Unterschied um ein Jahrzehnt oder mehr hängt davon ab, ob man in ärmeren oder reicheren Wohngegenden lebt. Die Lebenserwartung in den armen Regionen Großbritanniens wie in Glasgow City mit 69,9 Jahren für Männer gleicht der in Algerien, Ägypten oder Vietnam.

Seit der ersten entsprechenden statistischen Erfassung 1991 ist das in Großbritannien die größte Kluft zwischen einzelnen Bezirken. In einer anderen Statistik, die auf die Gemeinden heruntergebrochen ist, wird der Unterschied noch deutlicher. Wer in der Siedlung Moreton Hall, Suffolk, geboren wurde, hat eine Lebenserwartung von 93,4 Jahren, wer in hingegen aus Middlehaven, dem Hafenviertel von Middlesbrough, stammt, kann nur mit 67,8 Jahren rechnen. Allgemein ist die Lebenserwartung in Schottland kürzer als in England.

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