Kauf Dir eine Freundin!

Ernst Corinth 12.12.2006

Fakeyourspace sorgt für mehr Beliebtheit im Netz

Mit Geld, heißt es, könne man alles kaufen. Und dazu zählt jetzt auch Beliebtheit. Seit Ende November bietet die Seite Fakeyourspace für Nutzer sozialer Netzwerke oder, wie andere sagen, Selbstdarstellungsplattformen einen ganz besonderen Service an. Wer bisher nämlich darunter litt, dass er in seinem so genannten Profil bei beispielsweise MySpace.com oder Facebook.com kaum Freunde oder als Freunde halt nur Leute wie Mama, Papa oder Frau Schulze präsentieren konnte, der kann sich bei Fakeyourspace nun Freunde oder Freundinnen kaufen. Und sie anschließend auf seiner MySpace-Seite mit Bild stolz präsentieren. Und das Beste ist, diese erworbenen Bekanntschaften hinterlassen auch regelmäßig dort ihre Kommentare, Grüße und so weiter.

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Natürlich kostet solch ein Freundschaftsschwindel Geld. Wer sich für den Basisdienst entscheidet, der kann sich für 0,99 Dollar einen Freund oder eine Freundin aus einem Bilderkatalog aussuchen und erhält dann einen Monat lang von dieser Person wöchentlich zwei Botschaften. Wer vier Botschaften haben möchte, zahlt natürlich den doppelten Tarif. Die dort angebotenen Scheinfreundinnen sind durchweg attraktive junge Frauen, manche schauen gar aus wie echte Models, und über Pam und Sasha freut sich bestimmt jeder Gesäßfetischist. Auch die angebotenen Herren haben was, bloß was, ließ sich auf den ersten Blick und in der Kürze der Zeit nicht so genau ermitteln.

Gedacht ist dieser Service nach Angaben von Fakeyourspace für Leute wie Du und ich, also für Angehörige des visuellen Prekariats, die durch diese zugekauften Models ihre Attraktivität in den sozialen Netzwerken erhöhen möchten. Schließlich kann sich dort ja nicht jeder mit einem Model als Freundin schmücken. Da man die Textbotschaften dieser Scheinbekanntschaften auch mitgestalten kann, lässt sich dadurch nach Außen sogar der Schein eines heißen Flirts vortäuschen. Und wer es richtig nötig hat, kann damit seine alte Beziehung in die Eifersucht treiben.

Dies alles kostet, wie gesagt, nur knapp einen Dollar. "A pretty small price to pay for online popularity don't you think?", meinen dazu die Betreiber dieser Seite. Und wer ganz, ganz feste daran glaubt oder einfach nur blöd genug ist, der hält sich dann womöglich tatsächlich für äußerst beliebt. Zumindest im Internet. Bei MySpace und Co.

http://www.heise.de/tp/artikel/24/24183/1.html
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