Faszinierende Bilder von Sonneneruptionen

Florian Rötzer 22.03.2007

Von der Sonde Hinode aufgenommene Bilder lassen erstmals die Turbulenzen in der Chromosphäre der Sonne im Detail erkennen

2006 ist die japanische Sonde Hinode (Sonnenaufgang) – zunächst trug die Mission den Namen Solar-B - gestartet, um das Magnetfeld der Sonne und die Ausbreitung der durch Sonnenflecken und Flares herausgeschleuderten Energie in der Sonnenatmosphäre zu untersuchen. Nach beeindruckenden Aufnahmen, die jetzt von der Nasa und dem National Astronomincal Observatory of Japan (NAOJ) veröffentlicht wurden, ist das Magnetfeld der Sonne in der Chromosphäre turbulenter, als bislang angenommen.

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Bild von der Chromosphäre vom 11.11.2006. Bild: Hinode JAXA/NASA/PPARC

Die japanische Sonde der Weltraumbehörde JAXA ist mit einem optischen Teleskop, einem Röntgenteleskop und einem ultravioletten Spektrometer ausgestattet, um die unterschiedlichen Schichten der Sonnenatmosphäre zu untersuchen. Damit sei es jetzt zum ersten Mal möglich, so Dick Fisher von der Nasa, auch die kurzlebigen Gasblasen, die in der Sonnenatmosphäre aufsteigen und wieder zurückfallen, zu erkennen. Mit den drei Instrumenten lässt sich verfolgen, wie sich die Struktur des magnetischen Feldes verändert und Energie sich in der Atmosphäre und durch die Korona ins Weltall mit dem Sonnenwind ausbreitet. Die Partikelströme und die magnetische Strahlung bestimmen das Weltraumwetter.

Plasmafäden in der Chromosphäre. Bild: Hinode JAXA/NASA/PPARC

Die Bedeutung der Chromosphäre, eine relativ dünne Gasschicht zwischen der Photosphäre und der Korona, in der die Temperatur stark ansteigt, wird durch die Bilder deutlicher. Bislang nahm man, dass sie eher ruhig ist. Nach den Bildern sind die magnetischen Felder in dieser Schicht aber besonders dynamisch.

Röntgenbild eines Flares in der Region NOAA 10930. NAOJ hat auch Filme veröffentlicht. Bild: NAOJ

Bislang ist unbekannt, warum und wann Flares ausbrechen, die das Weltraumwetter beeinflussen und damit nicht nur Kommunikations- und Navigationssatelliten beeinträchtigen, sondern auch Astronauten gefährden können. Mit Hinode hoffen die Astronomen, die Ursache der Flares entdecken und so womöglich diese besser vorhersagen zu können.

Optische Aufnahme eines Flares am 13. Dezember 2006. Bild: NAOJ

Die von NAOJ veröffentlichten Aufnahmen vom 13. Dezember 2006 zeigen die Entstehung eines riesigen Flares, der einen gewaltigen Sonnensturm verursachte. An der Mission ist auch die europäische ESA mit einer Bodenstation in Norwegen beteiligt. Auf der ESA-Webseite sind zahlreiche Bilder und Filme zu sehen.

http://www.heise.de/tp/artikel/24/24916/1.html
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