Wir haben ihnen vergeben
Ahmadinedschad kündigt die Freilassung der 15 britischen Marineangehörigen an
Öffentliche Auftritte beherrscht der iranische Präsident Ahmadinedschad und für Überraschungen ist er immer gut. So ist ihm heute gelungen, die Freilassung der 15 britischen Marineangehörigen als großzügiges "Ostergeschenk" zu präsentieren, eingepackt in eine 45-minütige Vorrede, welche die Politik der USA und Großbritannien in der Region an den Pranger gestellt hatte.
Ahmadinedschad blieb fest bei der iranischen Position in der grundlegenden Streitfrage der Krise und bekräftigte erneut den Vorwurf, dass die britischen Seeleute in iranisches Hoheitsgewässer eingedrungen seien. Er versprach den Angehörigen der britischen Marineangehörigen, dass die 15 nach dem News-Meeting freigelassen würden und morgen zu ihren Familien heimkehren dürften. Eine Amnestie anläßlich des Geburtstages des Propheten, des bevorstehenden Passah-Festes und des kommenden Osterfestes für die Christen, wie die Nachrichtenagentur IRNA erläutert.
Wohl um jeder öffentlichen Auslegung zuvorzukommen, die das "Geschenk" möglicherweise als Zeichen des Einlenkens aus Schwäche und als Eingeständnis von Fehlern werten könnten, verlieh Ahmadinedschad während der Pressekonferenz eine Tapferkeitsauszeichnung an den Befehlshaber der Einheiten der Revolutionären Garden, die die Briten festgenommen hatten. Die Aufregung, die in England über die im TV übertragenen Geständnisse entstanden war, reizte den iranischen Präsidenten zu der etwas merkwürdigen Bemerkung:
Ich bitte Mister Blair, die 15 Marineangehörigen nicht vor Gericht zu stellen, weil sie gestanden haben, dass sie in iranisches Hoheitsgewässer kamen.
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Er verwies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf, dass sein Land das Recht gehabt hätte, die Seeleute vor Gericht zu stellen.
Schon gestern gab es Nachrichten, die als hoffungsvolle Hinweise für eine baldige Freilassung der Seeleute gewertet wurden: die plötzliche Freilassung eines iranischen Diplomaten, der seit Februar im Irak festgehalten worden war. Nach iranischen Mutmaßungen befand sich Jalal Sharafi in den Händen von irakischen Kräften, die von den USA kontrolliert würden. Ist seine Freilassung zu diesem Zeitpunkt Zufall?
Folgt man den Hintergrundrecherchen des Independant Journalisten Patrick Cockburn (vgl. Jederzeit auf Druckmittel zurückgreifen) ist die Freilassung nur eine folgerichtige Episode in einer Serie von "Tit forTats" zwischen Iran und den USA/GB. Und die jetzt beendete Krise ist da auch nur Teil einer größeren Geschichte. Man darf gespannt sein, wann die fünf Iraner befreit werden, die Anfang Januar von den USA gefangen genommen wurden.
Beide Seiten, die iranische wie die britische, haben von Anfang an während der Krise die Möglichkeit solcher "Tauschgeschäfte" dementiert, entsprechend erklärte Ahmadinedschad heute, die Entscheidung gründe sich rein auf "menschliche Überlegungen":
Wenn wir Jalal Sharafi gegen den Rest (die Briten) hätten eintauschen wollen, hätten wir ihn für 100.000 eingetauscht, aber wir haben ihnen vergeben.
- sehr shoene Seite (10.4.2007 0:12)
- Mitläufer? (6.4.2007 23:09)
- Wer im Schlachthaus sitzt... (6.4.2007 19:10)
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