"Fernsehen und gern sehen mit Muslimen"

Ernst Corinth 06.04.2007

- YouTube und Co. – unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Es ist wohl eines der bizarrsten, wenn nicht sogar das bizarrste Video, das derzeit im Internet die Runde macht. Es zeigt ein Tier mit einem menschlichen Kopf, auf das aufgeregte Stimmen einreden – auf Arabisch, und nicht, wie der bös-polemische Titel "Miss Iran" fälschlicherweise suggeriert, auf Persisch.

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In den Kommentaren zu diesem erschreckend seltsamen Video findet sich auch eine Übersetzung des Gesagten:

the guy is saying to her how are you? move back a little, move your hand, do you want to drink, drink what? milk then he asked her if she was Egyptian because her accent then he asked her to stick her tongue out and then he saying move so we can see if you faking or not and we can pray for you...."

Mehr ist bisher über diesen Film und dieses Wesen nicht bekannt geworden. Aber höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Fake, der zudem stark an das vor anderthalb Jahren im Netz kursierende Schauermärchen vom so genannten Rattenmädchen erinnert. Also an die vermeintliche Verwandlung eines sündhaften Mädchens in eine Ratte. Gleichwohl die Bilder sind schockierend selbst für Leute, die an einen solchen Hokuspokus nicht glauben. Und empfindliche Gemüter sollten sich diesen Film daher lieber nicht anschauen.

Mit Videos handeln seit Anfang April auch die Betreiber des Muslim-Marktes. Auf ihrer Netzseite schreiben sie:

Alle reden darüber, manche wollen es gerne bald sehen, andere wollen es verhindern, manchen wollen den Muslimen auf diesem Weg den Islam erklären, anderen wollen sie sogar einbinden, und jeder weiß es ohnehin besser als die Muslime. Wir aber starten es - mit Allahs Hilfe und Eurer/Ihrer Unterstützung - Inschaallah: Fernsehen und gern sehen mit Muslimen!

Jeder, der möchte, kann von nun an "islamrelevante Beiträge" dort hochladen. Doch bisher möchten eher wenige. Gerade mal zwei Filme über "Maria und Jesus" sind bei Muslim-TV zu sehen. Produktionen, die aus dem Iran stammen und die die Geburtsgeschichte Jesus' aus islamischer Sicht erzählen. In Vorbereitung, heißt es auf der Netzseite, seien zwei weitere Beiträge: "Regengebet Imam Alis" und "Geschichte eines Muslim - vorgetragen von Frau Prof. Annemarie Schimmel." Wesentlich mehr los ist dagegen bei You Tube Islam, ein von amerikanischen Moslems betriebenes Videoportal mit einer bunten Mischung aus religiösen und unterhaltsamen Filmchen.

Unser Video der Woche, Supermarket 2.0, stammt aus Israel und erklärt am Beispiel eines Supermarktes witzig und anschaulich, wie das Web 2.0 funktioniert. Und danach geht man tatsächlich mit ganz anderen Augen einkaufen oder durch den Muslim-Markt um die Ecke.

http://www.heise.de/tp/artikel/25/25030/1.html
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