Alice Schwarzer goes Pop

Ernst Corinth 20.04.2007

YouTube und Co. – unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Ach, diese Amerikaner. Die sind schon ein lustiges Völkchen. Und Humor haben die auch. Das bewies kürzlich nachhaltig der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain bei einer Wahlkampfveranstaltung). Als er gefragt wurde, wann Washington im Atomstreit mit Iran eine "Botschaft per Flugzeug" an Teheran schicken werde ("When are we going to send the airmail message to Iran?"), machte er nämlich kurzerhand den Oettinger und stimmte diesen alten wunderschönen Beach-Boys-Song an. Doch wie man hier hören kann mit einem leicht veränderten Text: "Bomb bomb bomb, bomb bomb Iran". Ach, wie lustig ...

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Immerhin ist McCains Auftritt inzwischen ein Hit bei YouTube. Innerhalb von nur 24 Stunden haben sich mehr als 118.000 das Filmchen angeschaut, und es liegt in den diversen Video-Hitparaden längst vor Real-Horrorstreifen wie "Virginia Tech Shooter Home Video NBC News Cho Seung-Hui" oder "Cho Sheung-Hui's Manifesto Clips Part 2", die zuvor tagelang die Online-Videoszene dominiert haben.

Dennoch finden viele, dass Bomben auf Iran alles andere als Schlager-kompatibel ist. Schließlich kann ja eine Bombardierung von Atomanlagen wirklich finstere Folgen haben. Und ein YouTube-User hat daher inzwischen schnell auf John McCains Gesangeskünste mit dem Gegenvideo Nuclear Flower, reagiert.

Und in diesem Zusammenhang nun unsere Preisfrage: Welcher Text ist obszöner: "Bomb bomb bomb, bomb bomb Iran" oder "fotze fotze/hure hure/fotze fotze/halt dein maul"? Letzterer ist übrigens der Refrain des, soweit uns bekannt ist, ersten Alice-Schwarzer-Musikvideos. Ein flottes Lied. Ein flotter Text. Eine flotte Frau. Und ein flottes Video, das dennoch - wegen der eben zitierten schlimmen Wörter – wohl leider nicht bei MTV oder VIVA zu sehen sein wird. Schade.

Und nun schalten wir um nach Oldenburg, wo am vergangenen Donnerstag etwas geschah, was wir nicht mehr für möglich gehalten haben. Dort kam es nämlich zu einem Flashmob-Versuch, also zu einem Spektakel, das ja schon seit Jahren megaout ist. Aber in Oldenburg dauert alles eben etwas länger. Und so trafen sich dort augenscheinlich sehr viele junge Leute zu einer öffentlichen Kissenschlacht. Was nicht nur wir, sondern auch die Polizei so langweilig fand, dass sie das bunte Treiben vorzeitig beendet hat. Richtig so!

Im Weblog des Medien-Gurus Stefan Niggemeier fanden wir heute folgenden bösen Satz: "Ich werde den Verdacht nicht los, dass die weiße, fluffige, süße Version, die wir aus den Medien kennen, ein Ergebnis heftigen Photoshoppens ist." Gemeint ist natürlich Knut, der Eisbär. Und mit solch einer despektierlichen Bemerkung schüttet Niggemeier gleichsam Öl ins Feuer, wie auch einige der Kommentare in seinem Weblog zeigen: "Die beste Eisbär-Version findest du zu Silvester in ‘Dinner for One’ …". Wir dagegen präsentieren Knut heute gleich in zwei Videos: Knut 2007 und Knut 2010.

Und zum Schluss erinnern wir eindringlich an den leider wenig beachteten Warnhinweis: "Schützen Sie Kinder – lassen Sie sie nicht Ihren Tabakrauch einatmen!" Dass es auch ganz anders geht, zeigt unser vorbildliches Video der Woche. Und jetzt gehen wir erst einmal deswegen in Deckung.

http://www.heise.de/tp/artikel/25/25114/1.html
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