Handyvideo dokumentiert grausamen Mord

02.05.2007

Yeziden im kurdischen Teil des Iraks steinigen eine 17-Jährige

Als das Video zum ersten Mal im Netz auftauchte, wurde es in einem Nachrichtenportal so ankündigt: " *GRAPHIC!** muslims stone 14 young girl to death on cell phone". Dass Muslime ein Mädchen steinigen, das traut man ihn eben allzu gern zu. Und diesen brutalen Akt dann auch noch zu filmen, passt ja auch irgendwie ins Bild. Doch inzwischen ist bekannt, dass das Mädchen Mitglied der Yeziden war, eine religiöse Minderheit im kurdischen Teil des Iraks. Und sie war nicht 14, sondern 17 Jahre alt.

Das mit einem Handy aufgenommene Video zeigt, wie eine aufgebrachte Menge – übrigens alles Männer – die junge Frau steinigen, treten und am Schluss dieser Tortur wird sie dann mit einem dicken Stein, der ihren Kopf trifft, getötet. Oder besser brutal ermordet. Der etwa 4-minütige Film ist in seiner Grausamkeit tatsächlich kaum noch zu übertreffen. Immer wieder sieht man beispielsweise wie Gaffer mit ihren Fotohandys Nahaufnahmen von dem gequälten Mädchen machen. Und wie sich die Leute bei alldem fast in einen Blutrausch hinsteigern.

Nach einem Medienbericht, der auch ein Link zu dem Video enthält, beteiligten sich an diesem grausamen Spektakel rund 1000 Männer, und auch die örtliche Polizei soll anwesend gewesen sein – ohne aber diesen Mord durch ihr Einschreiten zu verhindern. Das "Verbrechen", das diese junge Frau begangen hat, bestand darin, sich zu verlieben. In einen muslimischen Araber, den sie dann besuchte. Als sie am 7. April in ihre Heimatstadt Bashiqa zurückkehrte, wurde sie dort von dem aufgebrachten Mob empfangen, ausgezogen und öffentlich gesteinigt.

Inzwischen hat sich eine International Campaign against killings and stoning of women in Kurdistan gegründet, die mit einer Online-Petition gegen diesen Vorfall protestiert. Die kurdische Regionalregierung wird darin aufgefordert, dass scheußliche Verbrechen aufzuklären und die Schuldigen zu bestrafen. Außerdem soll sie zukünftig die Rechte der Frauen besser schützen:

Morde, Selbstmorde und Gewalt gegen Frauen, heißt es in der Petition, würden zwar täglich in dieser Region geschehen. aber solch ein Vorfall ist für Kurdistan neu. Und das sei ein Anzeichen dafür, dass solche Verbrechen gegen Frauen jetzt dort toleriert würden.

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