Mit gepackter Notfalltasche das Unerwartete erwarten
Sydney hat eine Kampagne mit Ratschlägen gestartet, wie sich die Stadtbewohner auf mögliche Katastrophen oder Terroranschläge vorbereiten sollen
Der Terrorismus, von dem prinzipiell, wie abstrakt auch immer, jederzeit und überall Gefahr ausgeht, beschäftigt Politiker, Behörden und Sicherheitsexperten und regt zu einem unaufhörlichen Fluss von neuen Maßnahmen oder Überlegungen an. Was die Sicherheit anbelangt, sollen keine Denkverbote gelten dürfen, die man andererseits jedoch beispielsweise in Deutschland gerne pflegt, wenn es um Minimierung anhaltend hoher Opferzahlen etwa im Verkehr geht. Lieber schon eine Totalüberwachung der Bürger und der Einsatz der Bundeswehr im Inneren, vielleicht auch noch gezielte Tötungen und unbegrenzte Inhaftierungen auf Verdacht, als eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen einzuführen, die langfristig die Zahl der schweren Unfälle und damit die der tödlich Verunglückten senken würde.
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| Poster der Kampagne |
Auf eine nachahmenswerte Idee ist nun das Rathaus der australischen Stadt Sydney gekommen, um die Bürger gegen die permanent über ihnen schwebende Bedrohung zu rüsten, die freilich nicht nur vom Terrorismus ausgeht, sondern auch von Feuer, Stürmen, Erdbeben oder Stromausfällen. Man muss sich, so heißt es in der groß angelegten, von der Regierung unterstützten Kampagne Let's Get Ready Sydney, auch im Alltag "das Unerwartete erwarten" und sich auf Notfälle vorbereiten. Garry Harding, der Verwaltungschef der Stadt, erklärte, dass die Menschen sich auch auf Terroranschläge einrichten müssten: "Man kann nicht ignorieren, was im Ausland geschehen ist. Wir sind uns alle dessen bewusst. Die Stadt Sydney hat gewaltige Anstrengungen unternommen, um für einen Vorfall wie diesen gerüstet zu sein." Beispielsweise sei das Netz an Überwachungskameras ausgebaut worden. "Alle Städte müssen sich der potenziellen Terroredrohung bewusst sein", erklärte Bürgermeisterin Clover Moore, "das ist jetzt eine Tatsache des Lebens, und sie müssen sich dessen bewusst sein, was wir im Hinblick auf sich verändernde Wetterverhältnisse zu Beginn des Klimawandels erwarten."
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Dazu sollen alle Bürger mit ihrer Familie einen persönlichen Notfallplan ausarbeiten, für den die Stadt zahlreiche Tipps gibt. Man setzt sich zusammen und berät, was jeweils bei jedem Notfall gemacht werden soll und wie man sich darauf vorbereiten kann, also beispielsweise wie man das Haus, den Arbeitsplatz, das Viertel verlassen und wo man Schutz finden kann oder ob man lieber an Ort und Stelle bleiben soll. Wenn man das Haus verlässt, soll man Strom und Gas ausschalten, bei seinen Nachbarn vorbeischauen und auch Katzen in einem Korb mit einem Kissen mit sich nehmen. Der Plan soll schriftlich ausgearbeitet sein, jedes Familienmitglied soll eine Kopie bei sich haben. Zwei Mal im Jahr soll man mindestens den Notfallplan einüben. Und ganz wichtig ist, stets eine Notfalltasche am Eingang der Wohnung zu platzieren, in der alles Notwendige zum Überleben enthalten ist.
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| Go Bag mit Inhalt |
Diese auch nachhaltig von der Bürgermeisterin Clover Moore empfohlene Notfalltasche, genannt "Go Bag", gefüllt sein mit Wasserflaschen, Ersatzbatterien, einer Taschenlampe, einem tragbaren Radio, angemessene Kleidung für Sommer (mit Hüten und Sonnencreme) und Winter, komfortablen Schuhen, Toilettenpapier, Handy, einen Erste-Hilfe-Set, Kredit- und Bankkarten, Bargeld, einer Stadtkarte und einer persönlichen Kontaktliste. Moore räumte allerdings ein, selbst noch keine Notfalltasche gepackt zu haben.
Alle sind von der Kampagne nicht begeistert. Chris Harris, ein Stadtrat der Grünen, kritisiert die Kampagne als Beispiel für eine "Angstpolitik", wie sie die Regierung schon seit Jahren betreibt: "Ich finde dies Angstkampagnen persönlich abstoßend. Wo soll man denn mit den Go-Bags hingehen? Bei unserem gegenwärtigen System der öffentlichen Verkehrsmittel wären die Straßen in Minuten verstopft."
http://www.heise.de/tp/artikel/25/25741/1.html- Wasser (21.7.2007 4:36)
- Schnaps & Tabak (21.7.2007 3:56)
- Wasserfilter? (21.7.2007 0:10)
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