Im Irak droht die Stromversorgung zusammen zu brechen
Nicht nur mangelnder Wiederaufbau und Sabotage von Aufständischen, sondern auch die Entscheidung von Provinzregierungen, ihre E-Werke aus dem nationalen Stromnetz zu nehmen, tragen zum Notstand bei
Irak mit seinen großen Erdölvorräten wird immer mehr zu einem Land, in dem die Energie ausgeht. Eigentlich hatten sich die amerikanischen Kriegsstrategen mitsamt ihren Koalitionären gedacht, dass der Sturz Husseins eine billige Intervention werden würde, während man gleichzeitig dank des vielen Öls gut am Regimesturz verdienen würde. Der Wiederaufbau würde vom Irak selbst mit dem Erdöl finanziert, gleichzeitig hätte man die Macht der Opec brechen können.
Nichts davon ist eingetreten, der Wiederaufbau kommt nicht voran, die Armut und die Korruption nehmen ebenso zu wie die Gewalt, die Besetzung kostet den Invasoren immer mehr Geld, der Irak wurde zu einem der schlimmsten und hoffnungslosesten "failed states", das Erdöl tröpfelt nur, so dass im Irak Benzinknappheit an der Tagesordnung ist. Auch die Stromversorgung ist seit dem Einmarsch der Koalitionstruppen nicht besser, sondern schlechter geworden. Neben den anderen Problemen mit dem Wiederaufbau auch ein wichtiger Grund, warum das Ansehen der Besetzer stetig gefallen ist und der Widerstand sich ausbreiten konnte.
Die BBC hat drei Haushalte in verschiedenen Stadtteilen Bagdads ausfindig gemacht, die melden, wie oft und wie lange sie Strom erhalten. Neuester Stand: eine Familie hatte durchschnittlich 30 Minuten am Tag Strom, die zweite 10 Minuten und die dritte überhaupt nicht.
|
|
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP steht das irakische Stromnetz jetzt vor dem Zusammenbruch. Dazu tragen die Aufständischen, der hängen gebliebene Wiederaufbau, die teuren Preise, aber auch die Entscheidung mancher Provinzen bei, sich vom Stromnetz abzukoppeln. Auch die Stromversorgung wird nun Teil des Bürgerkriegs.
Nach dem Sprecher des Elektrizitätsministeriums kann landesweit insgesamt nur die Hälfte des Bedarfs produziert werden. Allein in den letzten beiden Tagen habe es vier landesweiten Stromausfälle gegeben. Ohne Strom wird aber auch etwa in Bagdad die Trinkwasserversorgung gefährdet, weil die Pumpen und die Filteranlagen nur noch sporadisch oder nicht mehr arbeiten. In der Provinz Karbala ist der Strom drei Tage lang ausgefallen, weswegen es auch kein Wasser mehr gibt.
Neu scheint aber die Entwicklung zu sein, dass manche Provinzen ihre Stromwerke vom nationalen Stromnetz trennen. Als Grund führen sie an, dass sie nicht so viel Strom bekommen, wie sie geben. Besonders die Hauptstadt Bagdad frisst den Strom weg. Sowohl die schiitischen Provinzen im Süden als auch die kurdischen im Norden haben ihre Kraftwerke vom nationalen Stromnetz abgetrennt, erklärte der Sprecher des Ministeriums. Das Problem sei, dass die - schiitisch dominierte – Zentralregierung nichts gegen die Entscheidungen der Provinzregierungen machen könne. Ähnlich wie beim Kampf über die Erdöl- und Erdgasressourcen wird nun der Kampf zwischen Kurden, Schiiten und Sunniten auch mit der Stromversorgung ausgefochten.
Zudem würden die Stromnetze, die Bagdad versorgen sollen, von Aufständischen immer wieder unterbrochen. Jetzt funktionieren von 17 Leitungen in die Stadt gerade noch zwei. E-Werke müssen wegen fehlenden Erdöls stillgelegt werden. Die hohen Preise machen es für die meisten Menschen auch unmöglich, ihre privaten Generatoren zur Stromerzeugung zu betreiben.
http://www.heise.de/tp/artikel/25/25892/1.html- Würdest du dir freiwillig eine Laus in den Pelz setzen? (8.8.2007 19:55)
- benzinknappheit im irak ist eher ein indiz dafür das (8.8.2007 16:40)
- Briten verraten ihre Kollaborateure: etwa 100 Familien werden sich überlassen (8.8.2007 14:59)
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
Des Führers Arzt trifft des Satans nackte Sklavin
Subversive Arztfilme der 1950er - Teil 2
