Die heiligen Online-Krieger

Ernst Corinth 27.09.2007

Die Globale Islamische Medienfront ist trotz der Festnahmen in Österreich zumindest virtuell stärker als zuvor

Totgesagte leben bekanntlich länger. Das trifft offenbar auch auf die so genannte "Globale Islamische Medienfront" (GIMF) zu, ein deutschsprachiges Weblog, das in der Presse gern als Sprachrohr der Al Qaida bezeichnet wird. Weil es auf seinen Netzseiten Propaganda für den angeblich heiligen Krieg, den Dschihad, macht und auch mal Videos von entführten Geiseln veröffentlicht (Ist Deutschland im Krieg angekommen?).

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Diese Seite war monatelang online, bis der für sie zuständige Weblog-Dienst Wordpress sie in diesem Sommer wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen aufgrund von Beschwerden kurzerhand sperrte. Und dann wurden Anfang September in Österreich drei Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, die Macher der GIMF zu sein (Bin Ladens Sprachrohr gekappt?). Doch wer nun annahm, diese Medienfront habe damit erst einmal ausgedient, erlebte vor wenigen Tagen eine unangenehme Überraschung. Plötzlich war die GIMF im Netz wieder da, erneut über das US-Unternehmen Wordpress und in einem völlig identischen Layout. Nichts hat sich seit der Sperre offenbar geändert - trotz der Festnahmen.

Überrascht war in diesem Zusammenhang angeblich auch die österreichische Polizei, die nach einem Bericht erst aus den Medien vom virtuellen Comeback der GIMF erfahren haben will. Auf der Netzseite selbst gibt es wie früher schon martialische Berichte wie "Neues von den Mujahedeen am Horn von Afrika" oder grausame Videos, die beispielsweise die "Hinrichtung von 5 Abtrünnigen in Diyala" zeigen.

Außerdem ist dort eine Erklärung veröffentlicht über den verhafteten und von den Medien als Anführer der GIMF ausgeguckten Mohammed. Darin heißt es unter anderem:

Wallahi ich kenne von diesem Bruder nur gutes er hatte einen vorbildlichen Character und gutes Verhalten er hat den kompletten Quran auswendig gelernt und besaß ein beachtliches Wissen in seinem jungen Alter. Er war ein sehr lieber Bruder der immer um das Wohl aller Muslime auf der ganzen Welt besorgt war das alles berichte ich euch als Bruder im Islaam deswegen glaubt nicht den Lügen der Medien über ihn und Allah ist mein Zeuge.

Alles ist also mal wieder im grün-islamistischen Bereich. Besonders weil seit Mitte September die GIMF-Seite im Netz ergänzt wird durch eine Seite, die sich "Newsabteilung der Globalen Islamischen Medien Front" nennt. Auf ihr gibt es ganz ähnliche Berichte wie bei der GIMF, allerdings im Unterschied dazu in einem äußerst miserablen Deutsch. Hier heißt etwa eine Überschrift: "Al-Zawahiri beantragt Sieg gegen U.S." Die Betreiber haben die Problem mit dem Deutschen auch selbst bemerkt. In einem Aufruf auf ihrer Netzseite heißt es: "Wir suchen Jihad Unterstützung, die helfen, Texte/News zu Übersetzen, damit wir immer auf dem neuesten Stand sind mit den Neuigkeiten der Mujahidee."

Zudem findet man eine Stellungnahme dieser "Newsabteilung" zu den Festnahmen ihrer Gesinnungsgenossen in Österreich. Ihnen, heißt es darin, sei dadurch keinesfalls das Handwerk gelegt wurden.

Wir werden immer wieder neue Seiten erstellen und auf diese Weise den Jihad unterstützen dabei spielt es keine Rolle ob ab und an die Kuffar unser Forum oder unseren Blog löschen, wir werden immer wieder mit neuen Seiten antworten.

Mittlerweile betreiben beide Netzseiten auch ein gemeinsames Forum, für das sich in wenigen Tagen bereits 37 Personen registriert haben, und nahezu alle geben in ihren Profilen als Sprache "Deutsch" an. Mitlesen oder gar mitdiskutieren kann man da allerdings nicht. Selbst eine gefakte Registrierung nutzt rein gar nichts, weil man zusätzlich eine Einladung eines Mitglieds des Forums benötigt. Man will eben lieber unter sich bleiben.

http://www.heise.de/tp/artikel/26/26289/1.html
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