Von Gefährdern, amerikanischen Unis und deutschen Call-in-Shows

Ernst Corinth 05.10.2007

YouTube und Co. – unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Um die Gefährder ist es in der letzten Zeit gefährlich ruhig geworden. Und sogar der, der gerne so unheilsschwanger über sie öffentlich redet, fährt lieber zur Fußballweltmeisterschaft der Frauen nach China, anstatt uns mal wieder eindringlich zu warnen. Eines jedoch ist klar: Die Leute, die bei "Justin.TV – the future of video online" mitmachen, sind eines bestimmt nicht: eben Gefährder. Schließlich übertragen sie ihr Leben in Bild und Ton live über das Netz - einige von ihnen sogar rund um die Uhr.

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Als der amerikanische Student Justin Kan dieses Online-Paradies für Voyeure im März 2007 gründete, wurde viel über dieses Projekt berichtet. Inzwischen ist der Hype vorbei. Am heutigen Freitagmorgen schauen gerade einmal rund 700 Leute zu und einige chatten gleichzeitig über das Gesehene. Dennoch hat Justin inzwischen rund 80 Gleichgesinnte gefunden, die sich mit so genannten Channels an seinem Big-Brother-Projekt beteiligen, darunter auch einige Europäer.

Viel jedoch gibt es morgens wegen der Zeitverschiebung dort nicht zu sehen. Irgendwo in den USA sitzt also gerade eine übermüdete Frau im Halbdunkel am Küchentisch, einen Klick weiter sieht man einen gähnenden jungen Mann vor dem Computer sitzen, und noch ein Bild weiter läuft im fernen Florida ein TV-Gerät. Das ist zweifelsohne alles andere als Aufregung pur. Aber wenn es den Leuten Spaß macht, warum nicht?

Akademischen Spaß und Ernst bietet seit neuestem YouTube. Die beiden amerikanischen Universitäten Berkeley und Southern California präsentieren dort zukünftig für jedermann Mitschnitte von Vorlesungen.

Und wie wir im Blog-Wortgefecht gelesen haben, hat die Uni Berkeley bereits über 300 Stunden an Material veröffentlicht. Darunter einen 40 Minuten langen Vortrag von Sergey Brin (Google) über das Thema "Search, Google and Life".

Zum Schluss wie immer unser Schnelldurchlauf: Den Anfang macht ein wirklich hartgesottener Araber, der keine Angst vor Feuer hat. Bayern hat dagegen einen neuen Volkssport: Bierkistenfahren.

Snotr ist zwar noch nicht "the ultimate place for great videos", aber ein ganz ordentliches neues Videoportal. Das sind eindeutig die "Top-Lösungen im deutschen TV-Quiz". Und dies ist ein äußerst subtiler Kommentar zu Call-in-Shows.

http://www.heise.de/tp/artikel/26/26346/1.html
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