Blondinen machen Männer dumm

19.11.2007

Das Stereotyp, dass blonde Frauen dümmer sind, könnte in Wirklichkeit eine List sein

Männer scheinen doch sehr simpel gestrickt zu sein. Sehen sie das Bild einer blonden Frau, fallen ihre kognitiven Leistungen gleich in den Keller. Möglicherweise passen sie sich dem Stereotyp von der dummen blonden Frau an, es könnte aber auch sein, dass die blonde Frau ein Mem ist, das die Intelligenz heruntersetzt, um der Verführung die Bahn zu bereiten.

Französische Psychologen von der University of Paris X-Nanterre haben entdeckt, wie sie in ihrem Artikel in der Zeitschrift Journal of Experimental Social Psychology berichten, dass Männer eigenartig auf Blondinen reagieren. Sie mussten allgemeine Wissenstests beantworten, nachdem ihnen Bilder von Frauen mit unterschiedlicher Haarfarbe gezeigt wurden. Auf die Blondinen antworteten die Männer mit einem steilen Abfall der kognitiven Leistung. Zumindest schnitten sie bei allen blonden Frauen am schlechtesten ab.

Thierry Meyer, einer der Autoren der Studie, ist der Überzeugung, dass die Männer sich damit dem Bild anpassen, dass sie von ihrem Gegenüber haben. Und wenn eine Frau blond ist, dann werde unterstellt, dass sie weniger intelligent sei. Die Reaktion beweise, so Meyer, "dass Menschen, die mit Stereotypen konfrontiert sind, allgemein in Übereinstimmung mit ihnen handeln. In diesem Fall haben Blondinen das Potenzial, dass Menschen sich dümmer verhalten, weil sie das unbewusste Stereotyp von der dummen Blondine nachahmen." Ähnlich würden Menschen in Anwesenheit von Senioren langsamer gehen und sprechen.

Das Bild von den dummen Blondinen soll besonders im letzten Jahrhundert aufgekommen sein. Gleichzeitig wurden die Blondinen von Marylin Monroe zu Paris Hilton zu bevorzugten Sexsymbolen. Die britische Times berichtet von Wissenschaftlern, die meinen, dass alles noch viel weiter zurückreicht. Nach der Eiszeit hätten sich bei nordeuropäischen Frauen blonde Haare, bleiche Haut und blaue Augen durchgesetzt, um Konkurrentinnen auszustechen, weil Männer rar gewesen seien. Es könnte etwa sein, dass blonde Frauen jünger wirken. Sexuelle Selektion also, die dann wohl deswegen erfolgreich war, weil die Männer angebissen haben, wenn die Haarfarbe stimmte.

Wenn auf sexuelle Reize unterschwellig reagiert wird, dann könnte dies voraussetzen, dass die bewusste und überlegte Entscheidung blockiert wird. Blondinen würden demgemäß einen intellektuellen Kurzschluss auslösen. Das offenbar wirksame Stereotyp von den dummen Blondinen wäre dann aber gerade für diese ein Machtinstrument – und für alle Frauen, die sich ihre Haare blond färben lassen. Die Witze von den blöden Blondinen verraten also nur, wie das Stereotyp wirkt, also wie die Falle dank der Ausbeutung der Nachahmung, die Sozialverträglichkeit schafft, aufgestellt wird.

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