USA: Lebensmittelprodukte von geklonten Tieren zugelassen

Florian Rötzer 15.01.2008

Die FDA hat Milch und Fleisch von geklonten Rindern, Schweine und Ziegen für sicher erklärt, sie können nun ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen

Die Food and Drug Administration (FDA) hat nun den Weg dafür frei gemacht, dass Lebensmittelprodukte von geklonten Schweinen, Rindern und Ziegen sowie von allen anderen Nachkommen von geklonten Tieren, die bereits als Nahrung dienen, auf dem Markt angeboten werden können. Milch und Fleisch von diesen Tieren seien so sicher wie Lebensmittel von herkömmlich gezüchteten Tieren. Noch aber gebe es zu wenige Informationen über die Sicherheiten von anderen geklonten Tieren, beispielsweise von Schafen.

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Die FDA verlangt nicht, dass Lebensmittel von geklonten Tieren oder deren Nachkommen gekennzeichnet werden müssen, weil sie sich nicht von denen herkömmlich gezüchteter Tiere unterscheiden. Sollte ein Bedürfnis nach Kennzeichnung bestehen ("Dieses Produkt ist klonfrei"), dann werde man, so die FDA, dies von Fall zu Fall entscheiden, um sicherzustellen, dass die Kennzeichnung korrekt ist. Zu erwarten ist, dass die Entscheidung, keine Kennzeichnung zu verlangen, auf große Proteste stoßen dürfte, auch unter Züchtern.

Die Behörde geht allerdings davon aus, dass geklonte Tiere aufgrund der hohen Kosten primär der Züchtung dienen und nicht in nennenswerter Zahl in die Nahrungsmittelkette gelangen werden. Das werde nur bei den Nachkommen der Fall sein, die durch herkömmliche Befruchtung erzeugt werden. Klonen verändere im Unterschied zu gentechnischen Eingriffen nicht die DNA, betont die Behörde.

Auch die EU-Lebensmittelbehörde hat vor wenigen Tagen den Entwurf eines Gutachtens zur Diskussion vorgelegt, das ebenfalls erklärt, dass Lebensmittel von geklonten Schweinen und Rindern sich nicht von denen herkömmlich gezüchterer Tiere unterscheiden und daher unbedenklich seien, sofern "ungesunde" Tiere, die es bei geklonten häufiger gibt, aussortiert werden, wozu die bestehenden Kontrollen aber ausreichen würden (Produkte von geklonten Tieren stellen für den Menschen kein Sicherheitsrisiko dar).

Im Repräsentantenhaus wurde im Dezember allerdings ein Gesetzesvorschlag ( H. R. 4855) eingeführt, der ein Moratorium verlangt, bis weitere Studien zur Sicherheit und zu den Auswirkungen einer Zulassung von Lebensmitteln aus geklonten Tieren in den USA auf den Export fordert. Der Senat hat im Dezember dasselbe in einem Zusatz zu einem Landwirtschaftsgesetz beschlossen (S.2302).

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27071/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS