Tod beim Sex auf dem Dach

17.01.2008

Die Sieger der diesjährigen Darwin-Awards

Gerade noch rechtzeitig hat sich ein 21-jähriges Pärchen in South Carolina vom Leben zum Tode befördert: Rechtzeitig nämlich, um sich aus eigener Entscheidung und wegen einer argen Fehleinschätzung aus dem Genpool der Menschheit zu verabschieden und damit die Bedingungen für die Darwin-Awards zu erfüllen.

Es gibt, jeder Gartenfreund weiß das, verschiedenste Möglichkeiten, Maulwürfe aus dem eigenen Grün zu vertreiben. Die frisch aufgeworfenen Hügel gleich wieder plattzutreten, Duftbarrieren, aufgeschnittene Flaschen, Krachmacher aus dem Baumarkt… was davon wirkt, scheint vom Gartenbesitzer und vom Maulwurf abhängig zu sein. Grundregel ist aber in Deutschland: Dem possierlichen Tier darf die Maßnahme nicht schaden, denn es steht unter Naturschutz.

So ist es nur gerecht, was eine Geschichte der Nachrichtenagentur AP Anfang 2007 über einen 63-jährigen Berliner erzählt: Der hatte nämlich auf seinem Feriengrundstück im Ostseeort Zingst versucht, Maulwürfe mit 380 Volt Starkstrom auf nicht sehr schonende Weise zu vertreiben. Dazu hatte der Gartenbesitzer Stahlpfeiler in die Erde getrieben und unter Strom gesetzt - nicht bedenkend, dass er sich elektrische Energie nicht sehr selektiv verhält. In Folge dessen fand die Polizei den Unvorsichtigen tot auf seinem Grundstück - die Beamten waren immerhin so vorsichtig, den Strom vorher abzuschalten.

Eine blendende Idee - denn nur so konnte der Berliner zumindest posthum noch eine Ehre erlangen, die nicht jedem zuteil wird, der sich aus bloßer Dummheit selbst entleibt: Er wurde in die Annalen der Darwin-Awards aufgenommen und erreichte bei der diesjährigen Preisverleihung immerhin Platz 3. Voraussetzung dafür ist nämlich, dass bei dem tragischen Ereignis keine Unschuldigen zu Schaden kommen. Gelacht werden darf sowieso nicht über jeden kuriosen Todesfall: Die Kandidaten müssen sich auf eigenes Bestreben und in einem Akt ganz besonderer Fehleinschätzung aus dem Genpool der Menschheit verabschiedet haben, ohne dabei unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaft gezogen zu haben.

Einfache Dummheit genügt aber nicht: In Zookäfige zu klettern, in einem Sauerstoffzelt zu rauchen, Stromleitungen zu berühren und die meisten autoerotischen Todesarten werden gleich aus der Liste gestrichen. Ungewöhnlich genug, sogar Platz 1 bei den diesjährigen Darwin-Awards zu erreichen, war aber offenbar der Tod von Michael Warner: Der 58-jährige Texaner starb schon vor drei Jahren an einer Überdosis Alkohol.

Dass erst drei Jahre später Medien darüber berichteten, lag vor allem an der ungewöhnlichen Art, wie Warner sich den Stoff zuführte - über Einläufe nämlich, die ihm seine Frau verabreichen musste. Sich auf die übliche Weise unter die Erde zu trinken, war dem Texaner wegen Rachenbeschwerden nicht möglich. An seinem Todestag konsumierte er auf diese Weise 2 Flaschen à 1,5 Liter Sherry, was zu einer Alkoholvergiftung mit 4,7 Promille und nachfolgend zum Exitus führte. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau daraufhin Totschlag vor - der Prozess wurde erst im Herbst 2007 aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Warner platzierte sich auf diese spektakuläre Weise knapp vor dem in der Einleitung erwähnten Pärchen aus South Carolina: Brent Tyler und Chelsea Tumbleston, beide 21, wurden von einem Taxifahrer schwer verletzt an einer Straßenkreuzung in dem Städtchen Columbia gefunden - und zwar völlig nackt. Die Kleidung des im Krankenhaus verstorbenen Paares fand die Polizei später auf dem glatten, pyramidenförmigen Dach eines vierstöckigen Hauses. Was die zwei dort angestellt haben, erwähnt der Polizeireport nicht.

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