Transparentes Kabul

Florian Rötzer 13.02.2008

Das Pentagon plant, zunächst in Kabul und dann in anderen afghanischen Städten ein System von Überwachungskameras einzurichten

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder und gilt, zusammen mit dem Irak, dem Sudan, Somalia oder dem Tschad als einer der schwächsten der failed states der Welt. Weltweit an der Spitze liegt das Land bislang als Opiumproduzent und beim Analphabetismus. Immerhin könnte, geht es nach Plänen der US-Regierung, die Hauptstadt Kabul nun auf dem Überwachungsranking vorrücken.

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Nach Informationen der Government Security News plant die US-Regierung den Aufbau eines großen Überwachungssystems, mit dem alle große Straßen von Kabuls, alle amerikanischen und multinationalen Militärlager und die Gebäude der afghanischen Ministerien beobachtet werden können. Damit sollen Personen verfolgt und auch die Autos anhand ihrer Kennzeichen automatisch identifiziert werden.

Die Überwachungskameras sollen Bilder über Mikrowellen übertragen und mit Notfallstromsystemen ausgestattet werden, falls die normale Stromversorgung zusammenbricht. Das Geld für das Überwachungssystem soll aus der Militärhilfe für die afghanische Regierung aufgebracht werden. Und man plant, dass alles relativ schnell erfolgen soll. Innerhalb von sechs Monaten soll das Überwachungssystem in Kabul eingerichtet sein. Dann soll es auch auf Wohngebiete erweitert werden.

Die Pläne gehen aber weit darüber hinaus. Mit dem Start des Überwachungssystems in Kabul soll in ganz Afghanistan ein Glasfaserring gelegt werden, um die Überwachung landesweit auf andere Städte ausdehnen zu können. Wenn die Pläne gebilligt werden, könnte Afghanistan womöglich mit Großbritannien in Konkurrenz treten, was die Kontrolle mit Überwachungskameras in den Städten betrifft.

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27270/1.html
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