Der "Tunnel der Wahrheit"

Florian Rötzer 24.02.2008

Flugreisende sollen nach Vorstellungen der TSA automatisch nach vielen Gefahren in einem Kiosk oder auf einem Förderband untersucht werden

Susan Hallowell ist Direktorin des Sicherheitslabors der zum Heimatschutzministerium gehörenden Transportation Security Administration und schon von Berufs wegen eine eifrige Verfechterin neuer Überwachungs- und Sicherheitstechnologien.

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Bekannt wurde Hallowell einer größeren Öffentlichkeit nackt, also so, wie die Sicherheitsbehörden die Menschen gerne sehen würden. 2003 wollte sie die Bedenken gegenüber den Backscatter-Röntengeräten zerstreuen und zugleich vorführen, wie leistungsstark sie sind. Damals wurden die ersten Apparate an Flugplätzen zum Testen eingeführt (Nackte Sicherheit). Auch jetzt werden Reisende noch auf freiwilliger Basis mit den Geräten gescannt. Hallowell machte allerdings nicht gerade die beste Figur, als sie sich als Versuchsperson zur Verfügung stellte, sich röntgen ließ und dann das Bild an die Medien weiter gab.

Susan Hallowell vom Backscatter-Gerät entkleidet

Mit den Backscatter-Geräten kann man nämlich durch die Kleidung durchschauen und so den Körper nackt, wenn auch leicht verschwommen und etwas aufgebläht in den Konturen, sehen, aber erkennen, wenn jemand versteckt eine Waffe oder ähnliches mit sich führt. Die Geräte nutzen die Rückstreuung von Strahlen (Röntgen oder Terahertz) an Oberflächen.

Jetzt hat Halowell eine Vision für Flugreisende wieder ausgegraben, die schon 2002 vor ihr schwebte: den Tunnel der Wahrheit. Laut dem National Defense Magazine strebt die Sicherheitsexpertin an, dass alle Flugreisenden, während sie auf einem Förderband stehen und transportiert werden, von möglichst vielen Sensoren untersucht werden. Die Reisenden müssen sie sowieso in Reihen anstellen, also warum "umgibt man sie nicht mit ein wenig Glas und macht dann dort seine Analyse?", fragt Hallowell.

Einen dementsprechenden Forschungsauftrag habe sie bereits an die Penn University vergeben, erklärte. Dort werden existierende Techniken getestet und neue entwickelt. Eine der Techniken auf einem solchen Transportband für Reisende könnten eben Backscatter-Röntgen- oder Millimeterwellengeräte sein, aber auch Detektoren, die auch einzelne Sprengstoffpartikel an den Körpern der Reisenden entdecken, aber bislang offenbar sehr unzuverlässig sind. Zudem könne das Wärmemuster der Körper erfasst werden, das sich von dem von Bomben unterscheide.

Aber bis die Reisenden in den "Tunnel der Wahrheit" eintauchen, dürfte noch einige Zeit vergehen. Beispielsweise müsse erst einmal das Problem gelöst werden, wie man Schuhe nach Sprengstoff absuchen kann, ohne dass die di Reisenden ausziehen müssen: "Wir arbeiten noch immer an den Schuhen", sagt Hallowell. Wir haben es noch nicht gelöst."

So ist der Kiosk von GE, eine oben offene Untersuchungszelle, in die ein Reisender treten soll, der am Registered Traveler-Programm teilnimmt, noch nicht einsatzbereit. Der Reisende schiebt seine biometrische Karte ein und seine Fingerabdrücke werden mit denen auf der Karte vergleichen. Gleichzeitig steht der Reisende auf einem Quadrupol-Resonanzteppich, der Sprengstoffartikel an Schuhen entdecken soll. "The machine currently in use in Orlando does not meet minimum detection standards and several additional security measures are required by TSA to mitigate the shortfalls of the shoe scanner feature", heißt es bei der TSA. Von GE ist der Kiosk als ein Schritt in die Richtung eines Geräts mit vielen Sensoren angelegt und sollte auch so etwas wie der "Tunnel der Wahrheit" werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27358/1.html
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