Cyberghost VPN - ein Anonymisierungsdienst aus Deutschland

Thomas Mayer 25.03.2008

Technischer Datenschutz Teil 8

Mit Hilfe der Software Cyberghost VPN wird ein mit 128 Bit AES verschlüsseltes virtuelles privates Netzwerk (VPN) mit einem Anonymisierungsserver der schwäbischen Firma S.A.D. aufgebaut. Dazu muss eine Software installiert werden, die es bisher für die 32Bit-Varianten von Windows XP und Vista gibt.

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In der kostenlosen Basic-Version lassen sich pro Netzwerk 10 GB an Daten übertragen, in der kostenpflichtigen Premium-Version 40 GB je Monat. Zusätzliche Übertragungsraten können hinzugekauft werden. Die Premium-Version kostet 9,99 Euro pro Monat, wobei sich durch Vorausbuchung über einen längeren Zeitraum der Betrag auf bis zu 5,84 Euro je Monat reduzieren lässt. Beim Premium-Dienst ist auch ein 2 GB großer und mit 256 Bit AES verschlüsselter Internetspeicherdienst enthalten.

Für die Installation wird .Net 3.0 benötigt. Sollte das Framework nicht installiert sein, so lädt die Installationsroutine es nach und installiert es. Die VPN-Treiber von Cyberghost VPN sind nicht von Microsoft signiert, so dass die obligatorische Warnung weggeklickt werden muss - was im Handbuch etwas flapsig mit "Auch wenn Windows meckert, schaden wird Ihr neuer Netzwerktreiber dennoch nicht" abgetan wird. Hier wäre eine Erläuterung der Warnung durchaus angebracht, da das Programm sich auch ausdrücklich an Durchschnittsnutzer richtet. Nach der Installation ist ein Neustart des Rechners nötig.

Das Control-Panel von Cyberghost

Nach dem Neustart des Rechners kann man sich entweder über ein bestehendes Konto in das VPN einloggen oder ein neues Konto anlegen. Hierzu wird eine real existierende Email-Adresse und ein Passwort benötigt. An die Email-Adresse wird dann ein Freischaltcode gesendet, mit dem dann im Control-Panel das Konto aktiviert werden kann. Im Test wurde der Freischaltcode nicht an Email-Adressen von Dodgit verschickt.

Warnung bei Trennung durch externes Ereignis, z. B. DSL-Disconnect

Durch den Start der Verbindung mit Hilfe der Software loggt der Kunde sich auf einem Server von Cyberghost VPN ein. In der Basic-Version werden maximal 1 MBit/s Übertragungsrate angeboten, in der Premium-Version sind 2 MBit/s garantiert. Des Weiteren bietet die Premium-Version ein automatisches Einloggen beim Start der Software und beim Trennen der Verbindung, in der kostenlosen Variante muss dies durch den Nutzer erfolgen, außerdem muss dieser eine kurze Zeit warten und einen großen Splash-Screen ertragen.

Nach dem Einloggen werden alle Internetdienste über den Server von Cyberghost abgewickelt. Dies gilt nicht nur für das Surfen im World Wide Web, sondern auch für andere Dienste, wie z. B. IRC oder auch BitTorrent, ohne dass weitere Einstellungen notwendig wären. Im Test mit der Basic-Version wurde die maximal mögliche Übertragungsrate von 1 Mbit/s fast immer erreicht.

Allerdings ist die Zahl an Cyberghost-Servern noch sehr begrenzt. Bei sämtlichen Neuverbindungen wurden nur zu zwei verschiedene IP-Adressen verbunden. Die VPN-Verbindung läuft über den lokalen Port 1715 und den Remote-Port 8081.

Cyberghost in der Taskbar: Linker Hand bei bestehender Verbindung, rechts bei getrennter Verbindung. Der getrennte Netzwerkanschluss ist die fehlende VPN-Verbindung.

Cyberghost-VPN sitzt in Deutschland. Damit gilt für die Software dieselbe Warnung wie für Relakks, denn der Anbieter muss der Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung nachkommen. Da es eine Übergangslösung für Internetdienste bis zum 1.1.2009 gibt, speichert die Firma nach eigener Aussage nur Nutzerkennung und Transfervolumen im Abstand von fünf Minuten. Damit kann die Firma allerdings nachvollziehen, wann ein Kunde den Dienst genutzt hat und welche Datenmengen dabei übertragen wurden.

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27497/1.html
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