Billige Soap, ein fliegender Penis und Sex im Zug

Ernst Corinth 23.05.2008

YouTube und Co. – unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

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Morsal Ehrenmord am Berliner Tor in Hamburg

Es passt zwar nicht so recht in das Umfeld dieser meist eher heiteren Videoschau, dennoch soll das Video nicht unerwähnt bleiben, mit denen Freundinnen an die von ihrem Bruder ermordete Morsal erinnern. Am 16. Mai wurde die erst 16-Jährige mit mehreren Messerstichen in Hamburg getötet. Und die Polizei vermutet, dass der mittlerweile festgenommene 23-Jährige seine Schwester wegen ihres westlichen Lebensstils umbrachte. Mehr dazu findet man unter anderem hier. Dort gibt es auch einen Link zu einem Bericht von Spiegel TV.

Und nun zu den vermeintlich schönen Dingen im Leben. Schön sind, wenn man so will, Soffy, Lola, Kira und Clementine. Die vier jungen Damen, alle etwa Mitte 20, sind die Stars oder besser Sternchen der ersten deutschsprachigen MySpace-Seifenoper. Unter dem Titel They call us Candy Girls kann man pro Woche zwei neue Folgen im Netz sehen. Schauplatz ist ein Berliner Szeneclub, wo die jungen Damen arbeiten beziehungsweise sich abends gern herumtreiben.

Eierattacke auf Steve Ballmer

Wer Anfang der Woche die erste Folge gesehen hat, der wurde Zeuge, wie die jungen Frauen Sprüche der preiswertesten Art von sich gaben. Und in der zweiten, wieder äußerst kurzen Folge, ging es offenbar irgendwie um Drogen. Leider schaut alles recht billig aus. Der Ansatz irgendeiner Geschichte war selbst mit einer Lupe bisher kaum zu entdecken, und man kann daher der taz nur zustimmen, die über den Auftakt dieser Soap für Arme schrieb: "Ein tragendes Thema der Serie wird mit dem Spruch 'Wer ficken will, muss freundlich sein' etabliert."

Fliegender Penis unterbricht Pressekonferenz

Dennoch hat diese Mini-Show bereits rund 3400 MySpace-Freunde, die sich in ihren Kommentaren fast durchweg positiv zur Serie äußern. Man fragt sich nur, warum. Im Fernsehen läuft doch oft genug ganz ähnlicher Unfug.

Hits der Woche waren Eier und ein fliegender Penis. Genauer gesagt eine Eierwurfattacke auf Steve Ballmer an der Corvinus Universität in Budapest und ein ferngesteuerter Penis, der in Moskau bei einer Pressekonferenz des ehemaligen Schachweltmeisters Garri Kasparow für Wirbel sorgte.

Dass man bei bestimmten Dingen lieber das Mikrofon ausschalten sollte, dokumentiert dieses Video. Aufgenommen wurde es in einem holländischen Zug. Und die Stöhngeräusche sollen von der Zugführerin kommen – wie man auf französisch hier nachlesen kann.

Das Wunder von Wien

Wer bei einem Baby das Schreien "abstellen" möchte, der sollte es mal wie in diesem Fall mit "Rick Roll" versuchen. Auch Google-Deutschland macht jetzt Netzfernsehen. Zielgruppe sind allerdings eher Internet-Frischlinge.

Und zum Schluss der Sporthammer des Jahres. Die Fußball-Europameisterschaft ist nämlich schon längst entschieden. Und der Gewinner ist tatsächlich Österreich. Wer es nicht glauben mag, der kann sich ja mal diesen Film anschauen.

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27984/1.html
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