Internationale Notenbanken finanzieren US-Hypothekenmarkt

Rainer Sommer 27.05.2008

Rund die Hälfte der jüngsten Anleihenemission der staatlich gesponserten Hypothekenbank Fannie Mae ging an asiatische Notenbanken

Notenbanken der asiatischen Exportnationen und der Ölexporteure haben rund die Hälfte der jüngsten 8-Milliarden Dollar Anleiheemissionen der staatlich gesponserten Hypothekenbank Freddie Mac gezeichnet, die gemeinsam mit ihrem kleineren Pendant Fannie Mae etwa 60 bis 70 Prozent aller US-Hypotheken finanziert oder garantiert (US-Kongress will für 300 Mrd. USD an Hypotheken bürgen).

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Fannie und Freddie wurden zwar vom US-Kongress etabliert und mit öffentlichen Kreditlinien ausgestattet, um Investorengelder für Eigenheimhypotheken verfügbar zu machen, notieren aber als private Unternehmen an der NewYorker Aktienbörse. Ihre Anleihen gelten als fast ebenso sicher wie US-Staatsanleihen, so dass laut Reuters die internationalen Zentralbanken bereits mit Stichtag 14. Mai insgesamt 931,9 Milliarden Dollar dieser Anleihen in den Büchern hatten - im Dezember 2007 waren es knapp 832 Mrd. USD gewesen, Ende 2006 noch 600 Mrd. Dollar.

Damit wird der US-Eigenheim-Hypothekenmarkt, der von der Fed zuletzt mit insgesamt 11,1358 Billionen USD beziffert wurde, nicht nur implizit über die GSEs von der US-Regierung garantiert, sondern derzeit auch zur Hälfte direkt durch internationale Notenbanken finanziert.

Ende 2007 hatten die auch "Governement Sponsored Enterprises" (GSE) genannten Fannie und Freddie insgesamt 4,302 Billionen USD an Hypotheken in Anleihen verpackt und an Investoren verkauft. Weitere 444,8 Mrd. USD an Hypotheken hatten die Agencies selbst in den Büchern behalten. 2,116 Billionen USD an Hypotheken hatten private ABS-Emittenten (zeitweise mit Garantien von Fannie und Freddie) als Anleihen verkauft, den Rest hielten vor allem Kommerzbanken, Sparkassen und Kreditunionen direkt in den Büchern.

Allerdings hatten die US-Behörden - jedenfalls bis zum Ausbruch der Hypothekenkrise - versucht, das Geschäftsvolumen der Agencies einzuschränken, da deren Eigenkapital als zu niedrig erachtet wurde und zudem seit 2002 umfangreiche Unregelmäßigkeiten in ihren Bilanzen auftauchten. Seit März wurden die Eigenkapitalvorschriften jedoch gelockert und auch die maximale Hypothekenhöhe, die angekauft oder garantiert werden durfte, erhöht. Dazu kamen Bilanzierungserleichterungen die dazu beitrugen, die substantiellen Buchverluste der Agencies zu reduzieren.

Am Freitag veröffentlichte Daten zeigen, dass diese Maßnahmen durchaus gewirkt haben. So kaufte Fannie im April satte 30,66 Mrd. USD an Hypotheken nach nur 8,1 Mrd. USD im April. Auch Freddie verdoppelte seine Hypothekenkäufe gegenüber April vo 18,6 Mrd. USD auf 36,89 Mrd. USD. Insgesamt erhöhte Fannie im April das Portfolio an ausstehenden Hypotheken annualisiert um 9,8 Prozent und Freddie immerhin noch um 4,7 Prozent - der stärkste Zuwachs seit 2004.

Zu dieser starken Expansion beigetragen haben auch erhebliche Erleichtehrungen der Kreditvergabestandards. So waren bisher in Gebieten, die durch stark sinkende Immobilienpreise charakterisiert waren, bei Hauskäufen höhere Eigenkapitalanteile vorgeschrieben worden - eine Regelung, die im April außer Kraft gesetzt wurde.

http://www.heise.de/tp/artikel/27/27998/1.html
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