Verlässliches Latino-Votum
Hillary Clinton siegt bei den Vorwahlen in Puerto Rico, während Obama und McCain bereits um die Swing States im Westen kämpfen
Die von den USA im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 besetzte Karibikinsel Puerto Rico ist kein Bundesstaat der USA. Zwar verfügen die dort geborenen Einwohner über die amerikanische Staatsbürgerschaft, bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst haben sie jedoch ebenso wenig ein Stimmrecht wie der gewählte Repräsentant der Insel im amerikanischen Kongress.
Allerdings dürfen sie sich an den Vorwahlen beteiligen und 55 Delegierte mit Stimmrecht zur National Convention entsenden. Der deutliche Sieg Clintons in der Hochburg des Reggaetón war erwartet worden: 93 Prozent der Puertoricaner sprechen Spanisch als Muttersprache und zählen damit trotz eines deutlich afrikanischen Einschlags zu einer Gruppe, die weit eher Clinton als Obama zuneigt: Während der diesjährigen Vorwahlen stimmten "Latinos" etwa im Verhältnis 2:1 für sie.
Obama hatte den Wahlkampf auf der Insel weitgehend Hillary Clinton überlassen, die sich dafür von Willie Colon den Song "Hillary Clinton pa presidenta" schreiben ließ. Stattdessen bereiste der Senator aus Illinois die gleichzeitig von McCain beackerten Bundesstaaten New Mexico, Nevada und Colorado.
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Ehemals fest in republikanischer Hand entwickelten sich diese drei Bundesstaaten vor allem durch demographische Faktoren wie den Zuzug von Rentnern und Mexikanern zu Swing States, in denen beide Parteien Chancen auf Mehrheiten sehen. Vor vier Jahren gewann George W. Bush die drei Staaten mit knappem Vorsprung – hätte John Kerry dort zusätzliche Mehrheiten erreicht, dann wäre er Präsident geworden.
In New Mexico trat Obama zusammen mit Gouverneur Bill Richardson auf, einem Halblatino und heißen Anwärter auf den Posten des Vizepräsidenten. McCain, der seinen Wahlkreis in Arizona hat, versuchte mit seiner Kenntnis der speziellen Probleme dieser Bundesstaaten zu punkten. Im Besonderen sprach er dabei die Wasser- und Energieversorgung an. Seiner nicht bei allen Bewohnern Nevadas beliebten Befürwortung eines Atommüllendlagers in Yucca Mountain versuchte er dadurch ein Gegengewicht zu setzen, dass er sich für großflächige Sonnenenergieprojekte in dem Wüstenstaat aussprach.
Was die Einwanderungspolitik angeht, so wirkt seine Position mittlerweile ähnlich schwer greifbar: Während er sich anfangs bei den Latino-Wählern mit einer lockeren Haltung gegenüber seinen republikanischen Konkurrenten profilierte, spricht er nun zunehmend von der Notwendigkeit einer besseren Grenzsicherung.
Wackliger Kompromiss zum Stimmrecht der Delegierten aus Florida und Michigan
Am Tag vor der Wahl in Puerto Rico entschied das dreißigköpfige Rules and Bylaws Committee der Demokratischen Partei, dass die Stimmen der insgesamt 368 Delegierten aus Florida und Michigan zur Hälfte gezählt werden. In beiden Bundesstaaten hatte Clinton die Vorwahlen gewonnen. Allerdings war Obama in Michigan nach einer Übereinkunft aller Kandidaten, dort aufgrund einer nicht genehmigten Vorverlegung des Termins keinen Wahlkampf zu betreiben, gar nicht angetreten.
Die Folge war, dass Clinton dort zwar gewann, aber 40 Prozent der Stimmen an "uncommitted" gingen. Aus diesem Grund entschied sich das Gremium, Obama auch auf Kosten seiner Konkurrentin einen fiktiven Stimmanteil aus der Michigan-Wahl zuzuschlagen. Clintons Sprecher Harold Ickes kündigte auf CNN an, dass die Kandidatin gegen diese Entscheidung möglicherweise noch beim Credentials Committee Widerspruch einlegen werde, das kurz vor dem Nominierungsparteitag im August die endgültige Zusammensetzung der Delegierten absegnen muss.
http://www.heise.de/tp/artikel/28/28040/1.html- Nicht nur dort ... (3.6.2008 10:30)
- Joschka Fischer arbeitet doch jetzt für George Soros (3.6.2008 4:51)
- Lil´ Bush ist besser (2.6.2008 19:05)
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