Münchener Wissenschaftler haben neue Sprengstoffe für die "grüne Bombe" entwickelt
Die neuen, auf Bistetrazolen basierenden Sprengstoffe seien umweltfreundlicher, weniger giftig, dafür aber effizienter und sicherer bei der Handhabung
Wissenschaftler von der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU München haben, wie sie in der Zeitschrift Chemistry of Materials berichten, die Sprengstoffe der nächsten Generation entwickelt. Sie hätten nicht nur mehr Explosivkraft als TNT oder andere herkömmliche Explosivstoffe, sondern sollen auch, ganz zeitgemäß, umweltfreundlicher sein.
Thomas M. Klapötke und Carles Miro Sabate weisen darauf hin, dass Sprengstoffe wie TNT, Hexogen (RDX) oder Oktogen (HMX), die in Bomben oder anderen Waffen verwendet werden, nicht nur viel Kohlenstoff enthalten, sondern bei der Entzündung auch giftige Gase produzieren, während die Rückstände die Erde und das Wasser kontaminieren. Dazu ist das Hantieren mit den Sprengstoffen gefährlich, weil sie etwa durch mechanische Einwirkungen, Hitze oder elektrostatische Entladungen detonieren können.
Die von den Münchener Wissenschaftler entwickelten Sprengstoffe basieren auf hoch – bis zu 80 Prozent - mit Stickstoff angereicherten Tetrazolen HBT und G2ZT. Die beiden Materialien würden, so hätten Tests gezeigt, stärkere Erschütterungen oder Stöße und höhere elektrostatische Entladungen überstehen können, wodurch sie sicherer zum Handhaben seien. Überdies seien sie umweltfreundlicher, weil sie weniger Giftstoffe enthalten, aber trotzdem stärker als die herkömmlichen Sprengstoffe.
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Die Materialien könnten Treibstoff, aber eben auch als Sprengstoff für Bomben verwendet werden. Damit ließen sich dann Kriege weniger umwelt- und gesundheitsschädlich und sicherer für die Menschen führen, die die Bomben einsetzen, aber gleichzeitig wären die Einsätze mit den grünen Bomben letaler und destruktiver. Man würde also zwei Klappen schlagen: Die Angriffe wären vernichtender, die zurückbleibenden Belastungen geringer, was die Kriegsführung dann billiger machen würde, wenn die Kriegsführenden für gesundheitliche Schäden der Überlebenden und für die Beseitigung von Kontaminationen verantwortlich gemacht würden. Da ist dann zwar auf jeden Fall gut, man ist Gewinner, aber dann droht dem Militär immer noch das Ungemach von den eigenen Veteranen, die als Besatzungstruppen mit den Rückständen der Kriegsführung in Kontakt gekommen und womöglich daran erkrankt sind.
Erstaunlich allerdings, dass Professor Klapötke seine Forschung mit hochenergetischen Materilaien auf seiner Homepage mit diesen Worten charakterisiert: "SCIENCE FOR KNOWLEDGE AND PEACE". Auch auf der Seite, auf der die u.a. von der Bundeswehr und dem Pentagon unterstütze Forschung an den neuen Sprengstoffen näher beschrieben wird, geht es kaum um Frieden, sondern eben um die Entwicklung von besseren Waffen für neue Anwendungen:
"The synthesis of energetic, non-nuclear materials for military and space application has been a long term goal in our research group. Some of the current challenges that face energetic material scientists are:
•Different target types: Tunnels and caves have become more important as the worldwide war against terrorism tracks groups such as Al Qaeda to the remote areas of the Mid-East.
•Time-critical targets: Rapid response to attack the target before it moves is critical.
•Minimization of unwanted effects: Low Collateral Damage Munitions, i.e. munitions that cause little damage aside from damage to the intended target, have become more important as sites of military interest are increasingly co-located with civilian population centers.
•Continuing interest in insensitivity: Insensitive Munitions for reduced vulnerability of munition stores and increased survivability of munitions that are subjected to very stressful conditions under their normal usage are important from an economic standpoint, but even more so from the point of view of lives saved and military missions completed. "
Ob man neue Sprengstoffe entwickelt, die auch als Raketenantriebe und für andere Zwecke verwendet werden können, ist eine Sache. Wissenschaft ist bekanntlich eng verbunden mit Rüstungsforschung. Aber warum muss der Professor für anorganische Chemie seine Forschung ausgerechnet mit dem Frieden verbinden? Das klingt nach Rechtfertigung, vielleicht auch nach der Ansicht, dass man Frieden manchmal nur durch (bessere) Waffen schaffen kann.
http://www.heise.de/tp/artikel/28/28073/1.html- Vermutlich steht das noch nichtmal im Original (7.6.2008 16:08)
- Das bestreitet gar keiner (7.6.2008 16:06)
- Dummes "Friede Freude Eierkuchen"- Gesabber hier im Forum (7.6.2008 3:12)
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