Verbot des Exports von gefährlichem Giftmüll und Elektronikschrott gescheitert

Florian Rötzer 30.06.2008

Einige reiche Industrieländer wie die USA oder Japan wollen weiterhin ihren Giftmüll in Entwicklungsländer exportieren

Jedes Jahr fallen 20 bis 50 Millionen Tonnen an Elektronikschrott weltweit an. Allein in China werden jährlich 20 Millionen Handys weggeworfen, insgesamt gibt es bereits zwei Miliarden Handy-Besitzer. Zudem gibt es eine Milliarde PCs weltweit, bis 2015 sollen es zwei Milliarden werden. Mit der Verbreitung der elektronischen Geräte, die weiter anhalten wird, verschärft sich aber auch das damit einhergehende Müllproblem. Das größte Wachstum findet in den nächsten Jahren in den Schwellenländern statt, die aber im Unterschied etwa zur Europäischen Union, in der es mittlerweile eine Rücknahmepflicht gibt, das Problem des Elektronischrotts nicht gelöst haben.

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Achim Steiner, der Direktor des UN-Umweltprogramms, bot einige dieser Zahlen in einer Rede auf, die er auf der Konferenz der Mitgliedsstaaten des Basler Übereinkommens (COP9) in Bali hielt. Das Abkommen soll die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung gewährleisten. Eigentlich könne, so sagte Steiner aufgrund eines Berichts der richtige Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien 15 Prozent der CO2-Emissionen einsparen. Das schnelle Wachstum und die Überfülle der Geräte, so Steiner, stellen "für die internationale Gemeinschaft im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt ein großes Problem dar". Der Großteil des Mülls lande normalerweise in Ländern Afrikas oder Asiens, wo die gefährlichen Chemikalien und Schwermetalle in die Umwelt gelangen.

Einige Länder wie die USA haben das Basel-Übereinkommen nicht ratifiziert, wiederum die USA, aber auch Japan, Kanada und Indien haben nun verhindert, dass der Export gefährlicher Stoffe verboten wird. So bleiben die Menschen in den armen Ländern weiterhin gefährlichen Giften, Schwermetallen oder PCBs ausgesetzt, die durch den Elektronikschrott entstehen. Deutlich wurde das Problem, als 2006 Hunderte von Tonnen Giftmüll aus Europa auf Deponien in der Elfenbeinküste landeten. Man will noch einmal über das Thema verhandeln. Ebenso wenig konnte man sich auf weltweite Standards zum Verschrotten von Schiffen einigen. Das geschieht normalerweise auch in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien, Bangladesch, Pakistan oder China. Wobei viele toxische Komponenten in die Umwelt gelangen.

http://www.heise.de/tp/artikel/28/28218/1.html
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