Viagra und Internet fördern Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten bei älteren Menschen

Florian Rötzer 02.07.2008

Nach einer britischen Studie hat sich in den letzten Jahren die Zahl der sexuell übertragenen Krankheiten bei den über 45-Jährigen verdoppelt

Die Zahl der sexuell übertragenen Krankheiten (STI) – Aids ausgenommen - steigt vor allem bei den über 45-Jährigen in Großbritannien an. Im letzten Jahrzehnt haben sich die Infektionsfälle bei den älteren Menschen verdoppelt.

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Nach einer, in der Zeitschrift Sexually Transmitted Infections veröffentlichten Studie der Health Protection Agency in Birmingham sind verheiratete Männer in den 50er Jahren am stärksten gefährdet, aber auch Frauen, die nicht mehr schwanger werden können, üben ungeschützten Sex aus, ohne um den Gesundheitszustand ihrer Partner zu wissen. Die verheirateten Männer würden, wenn sie sich eine STI geholt haben, das ihren Frauen nicht beichten, wodurch die Infektionen sich weiter verbreiten können. Sie zögern auch länger als jüngere Menschen, sich deswegen in Behandlung zu begeben. Am stärksten gestiegen sind Syphilis und Gonorrhoe.

Die Untersuchung in Kliniken in den West Midlands ergab, dass es 1996 23 Fälle von Gonorrhoe und keinen Syphilisfall bei den über 45-Jährigen gegeben hatte, 2003 waren es bereits 152 bzw. 22 Fälle. Zudem wurde STI im Jahr 2003 in 86 Fällen bei über 60-Jährigen diagnostiziert. Die Ergebnisse stimmen mit anderen Zahlen überein, nach denen zwischen 2002 und 2006 in Großbritannien die Zahl der Syphilis-Erkrankungen bei über 45-Jährigen um 100 Prozent angestiegen sind.

Die Autoren der Studie führen das Ansteigen der STIs bei den älteren Menschen auch auf das Internet zurück, das immer häufiger von allen Altersgruppen benutzt werde, um Sexpartner zu finden. Das gehe mit einem erhöhten Risiko einher. Zudem hätten Potenzmittel wie Viagra das Sexualleben der älteren Männer verändert, ebenso wie Fernreisen riskantere sexuelle Kontakte fördern. Wer lange in einer festen Beziehung gelebt hat, ist überdies nachlässiger, wenn es um die Benutzung von Kondomen geht. Kritik wurde auch geäußert, dass Sexualaufklärung in aller Regel nur auf jüngere Menschen zielt, während dies bei den sexuall aktiven Älteren zunehmend wichtig werde..

http://www.heise.de/tp/artikel/28/28227/1.html
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