Gefälschte Bilder und Raketen?

Florian Rötzer 13.07.2008

Iran könnte nicht nur Bilder manipuliert, sondern auch den Besitz von besseren Langstreckenraketen vorgetäuscht haben

Die Raketentests, die Iran am Mittwoch und Donnerstag vorgeführt hat, um zu demonstrieren, dass eine Weiterentwicklung der Langstreckenrakete Shahab-3 (Der große Prophet 3) eine Reichweite von 2000 km haben und damit Israel erreichen können soll, scheinen sich als Propagandashow zu erweisen. Nachdem offenbar von iranischer Seite ein Foto digital manipuliert wurde, um den Abschuss von vier anstatt von nur drei Raketen vorzutäuschen (Iran hat ein Foto vom Raketentest manipuliert), wird nun auch angezweifelt, ob Iran tatsächlich ein neues Modell einer Langstreckenrakete mit ener größeren Reichweite getestet hat.

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Parodie auf die Bildmanipulation

Iran versuchte mit den Raketentests Israel und den USA zu beeindrucken, nachdem Israel im Monat zuvor eine große Militärübung durchgeführt hat. Gerne greift man auch auf Gerüchte zurück, dass die israelische Luftwaffe schon einmal im Irak einen mögliche Angriff geprobt habe. Sowohl die israelische als auch die irakische Regierung habe dementiert.

Die iranische Regierung will damit mögliche Angriffe auf seine Nuklearanlagen, die immer wieder in der Luft liegen, zumal mit der ausgehenden Präsidentschaft von Bush, abschrecken und andererseits der eigenen Bevölkerung versichern, dass man nicht nur gerüstet sei, sondern die Gegner es gar nicht wagen würden, das Land anzugreifen. Gleichzeitig wird beteuert, dass der Iran keine Bedrohung eines anderen Landes darstellen würde. Man werde niemanden angreifen, die Raketen dienten nur der Verteidigung.

Iranische Medien erklärten, dass am Dienstag und Mittwoch mehrere Lang- und Kurzstreckenraketen von den Revolutionären Garden abgeschossen worden seien, darunter eben auch eine "neue Version von Sahab-3 mit einer Reichweite von 2000 km, die erfolgreich mit einem konventionellen Sprengkopf mit einem Gewicht von einer Tonne abgefeuert worden sei.

Nach inoffiziellen Informationen eines Pentagon-Offiziers, der selbstverständlich damit auch US-Interessen verfolgen dürfte, sei aufgrund von Satellitendaten nur eine Langstreckenrakete abfeuert worden. Das sei am Mittwoch geschehen, was bedeuten könnte, dass der Abschuss am Dienstag missglückt ist, weswegen man zur Bildmanipulation gegriffen hat. "More bluff and exaggeration than displays of menacing new power", kommentiert die New York Times.

ArmsControlWonk.com zufolge soll die Shahab-3 keine Weiterentwicklung, sondern ein Modell sein, das es bereits 1998 gegeben hat. Ob sich das allerdings aus dem Vergleich von Videos entnehmen lässt, darf bezweifelt werden. Dass Iran seine technischen Möglichkeiten übertreibt, gehört zum Säbelrasseln, das seit geraumer Zeit stattfindet.

Mojtaba Zolnour, ein Sprecher des obersten geistlichen Führers Ayatollah Ali Khamenei meinte denn auch, dass Iran bei einem Angriff das "Herz" Israels und mehr als 30 US-Stützpunkte mit den Langstreckenraketen angreifen werde. Iran ist bekannt dafür, seine Möglichkeiten zu übertreiben.

Es kommt also ganz darauf an, wie man die möglicherweise missglückten Versuche Irans verstehen will, Stärke mit der Demonstration und der Fälschung von Waffen zu zeigen. Man kann daraus ableiten, wie gefährlich und aggressiv der Iran ist, man könnte ebenso zu der Interpretation kommen, dass der Iran ambivalente Botschaften aussendet und Angst hat, dass die Haltung, mit allen Konsequenzen das Atomprogramm inklusive Urananreicherung aufrechtzuerhalten, doch zu einem Angriff führen könnte, dem man wenig entgegensetzen könnte. Jetzt jedenfalls ist die Zeit der Worte und der Bilder – und es ist wichtig, beide zu hnterfragen.

http://www.heise.de/tp/artikel/28/28306/1.html
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