Nach dem Krieg war vor dem Rauchverbot

16.08.2008

Die Asche der Zeit: Sehnsucht nach den freieren Jahren - und eine Hymne auf die Zigarette

Nun ist das Rauchverbot also gekippt. Schon wahr - es ist gut möglich, bei den hiesigen Verhältnissen sogar wahrscheinlich, dass am Ende ein noch radikaleres, und irgendwann ein totales Rauchverbot stehen wird. Aber es ist immerhin auch die Chance, noch einmal innezuhalten und zu überlegen, ob es nicht doch anders ginge.

Wäre nicht eine Welt denkbar, in der es den Wirten überlassen bleibt, ob sie Geld verlieren, weil die Raucher wegbleiben, oder weil es die Nichtraucher tun? In der Menschen in Fernsehsendungen soviel rauchen und trinken dürfen, wie sie wollen, ohne von irgendwelchen Spießbürgern verklagt zu werden? Ohne dass man sie öffentlich als Süchtige und Kranke diffamiert und ausgegrenzt? In der einfach das gute alte Motto, dass jeder nach seiner Facon selig werden darf, nicht nur für exotische Sitten, für Kopftuchträger und politische Extremisten gilt, sondern auch für alltägliche Geschmacks- und Lebenshaltungsfragen? Hallo! Sind alle verrückt geworden? Jedenfalls ist dies ein guter Zeitpunkt, um noch einmal die Kulturgeschichte des Rauchens in Erinnerung zu rufen und an das zu erinnern, was der Bundesgesundheitsminister bisher verschwieg: Rauchen gefährdet nicht nur die Gesundheit, es verändert auch Gegenwart und Zukunft, nicht nur das Rauchen, sondern auch das Nichtrauchen hat Folgen.

"Smoking, drinking, never thinking of tomorrow, nonchalant…"

Frank Sinatra, "Sophisticated Lady"

Es gab einmal eine Zeit, da musste man übers Rauchen nicht streiten. Es war die beste Zeit. Die Raucher Jean-Paul Sartre, Ernst Bloch und Hannah Arendt lebten und dachten noch, Juliette Greco sang in Pariser Kneipen und Jean Seberg drehte dort "Bonjour Tristesse", der Raucher Jean-Paul Belmondo war jung, die Raucher Fidel Castro und Ernesto "Che" Guevara machten die Revolution sexy, das Rat Pack rauchte, trank und sang, der Raucher Erik Ode war "der Kommissar", die Raucher Ernest Hemingway und Heinrich Böll bekamen den Nobelpreis, die Raucherin Ingeborg Bachmann schrieb einige der besten Texte der deutschsprachigen Literatur, die Raucher Brecht, Benn und Frisch schrieben den Rest, der Raucher Willy Brandt wurde Kanzler, und Deutschland war geteilt. In den Fernsehstudios der Bundesrepublik durfte rauchen, wer wollte, statt Wasser gab es dort noch Wein und die Gedanken waren auch besser. Es war die Zeit, in der die Menschen sogar auf dem Mond landeten, und der Westen freier war, denn je. Es war eine Zeit, in der die Zukunft noch schön war und nicht nur später.

Nikotin steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns

Vielleicht hat das alles ja auch etwas mit dem Rauchen zu tun. Erwiesenermaßen steigert Nikotin die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Vielleicht ging es deshalb in der Politik und den TV-Debatten früher anspruchsvoller und interessanter zu als in der Politik und den Talkrunden von heute. Wo ist heute in Deutschland ein einziger Intellektueller unter 70 von internationalem Format? Peter Sloterdijk und Hans-Ulrich Gumbrecht und Rüdiger Safranski und Ulrich Beck will man ja wohl nicht unbedingt dazu rechnen. Wo ist ein Schriftsteller, der Anspruch auf die Nachfolge von Thomas Mann, Brecht oder Benn erheben könnte? Im "Zauberberg" hat Mann seinem Hans Castorp sogar einmal folgendes in den Mund gelegt:

"Ich verstehe es nicht, wie jemand nicht rauchen kann. Er bringt sich doch sozusagen um des Lebens bestes Teil und jedenfalls um ein ganz eminentes Vergnügen. Wenn ich aufwache, so freue ich mich, dass ich tagsüber werde rauchen dürfen, und wenn ich esse, so freue ich mich wieder darauf. Ja, ich kann sagen, dass ich eigentlich bloß esse um rauchen zu können."

Nichtraucher sind dem Abgrund näher

Das Fehlen der Zigaretten in den Händen unserer heutigen Spitzenpolitiker und ihr Vorhandensein auf den alten Bildern, das wirkt wie eine Mängelanzeige zu den heutigen Verhältnissen. Das weckt nicht nur eine unheimliche Sehnsucht nach Glamour, es weckt schlichte Trauer über den Verlust von jedem Minimum an Stil und Eleganz, über den Sieg der Provinz über die Welt. Schauen wir doch einfach einen Augenblick in die pumperlgsunden Nichtrauchergesichter von Angela Merkel und Kurt Beck, von Claudia Roth und Guido Westerwelle. Vielleicht sind sie dem Tod ein Stückchen ferner, aber dafür sind sie alle dem Abgrund ein ganzes Stück näher.

Das Anschauen alter Filme und mancher guter neuer Filme, die in den alten Zeiten spielen, zeigt uns, was wir schon verloren haben: Die Poesie der Hände, die eine Zigarette halten - das hat nicht allein den Zweck, das ein Schauspieler weiß, was er mit den Händen überhaupt machen soll, vor der Kamera - es rückt diese Hände, ihr Spiel und ihre Schönheit, auch in unseren Blick. Es lenkt diesen Blick ab vom Rest des Bildes, bevor er wieder von den Händen abgelenkt wird auf den Mund, in den die Zigarettenspitze wandert. Dort hält dieser Blick inne, um dann mit dem Rauch, der wieder ausgeatmet wird und langsam aufsteigt, noch höher zu wandern, zu den Augen, und dann imaginär zurückzutreten, das Ganze des Gesichts in den Blick zu nehmen, um wieder auf die Hände zu rücken. Aus dem Nichts schlägt dieser Bewegungsablauf poetische Funken und enthüllt uns, was der Rauch der Zigarette eigentlich ist: der sichtbar gemachte Atem der Menschen. Durch den Rauch folgen wir diesem Atem - und die rauchgeschwängerten Räume der Nachtlokale, in denen sich so viele der entscheidenden Szenen alter Kinofilme ereignen, sind in Wahrheit hauchgeschwängert, eine Massenorgie menschlichen Atems, der den leeren Raum zwischen den vielen Körpern einnimmt. Die Poesie dieser ausgehauchten Luft, die durch den Rauch nun sichtbar wird - sie wird all jenen immer fremd bleiben, die hier nur an den Tod denken, dessen sicheres Eintreten nun statistisch minimal beschleunigt wird. Aber mit solchen Menschen möchte man vielleicht auch gar nicht unbedingt gemeinsam in geschlossenen Räumen sein.

Bogart, Bacall, Deneuve, etc.

Erinnern wir uns zum Beispiel an den Film "2046" von Wong Kar-wai. Kein zweiter Regisseur hat das Rauchen so auf die Leinwand gebannt, wie der Weltstar aus Hongkong. In "2046" sieht man einmal Carina Lau in einer Tür stehen und eine Zigarette rauchen - die Zeitlupe gibt einem alle Zeit der Welt, sie zu betrachten, dem Rauch aus ihrem Mund langsam an die Decke zu folgen. In diesen Filmen über Distanzen und deren Überbrückung, in denen sich Sehnsucht und Eskapismus diffus vermischen, ist es der Rauch der Zigaretten, der zum visuellen Ausdruck wird für die Passagen durch Raum und Zeit, die die Hauptfiguren stellvertretend für den Autor unternehmen. In seinem Film "In the Mood for Love" steht das gemeinsame Rauchen des schönen Paares im Zentrum für den Liebesakt, und die Zigarette in der Hand der Hauptfigur für seine existentielle Einsamkeit.

Erinnern wir uns an Jeanne Moreau. Denn Helmut Schmidt ist nicht der einzige Raucher, dem ein junger Tod erspart blieb. Ganz besonders gern erinnern wir uns an Catherine Deneuve. Denn der französische Star geht auf keinen Dreh, kein Filmfestival, in keine Jury, ohne sich vorab im Vertrag schriftlich versichern zu lassen, dass sie "immer und überall" rauchen darf, also auch in allen Hotels, Kinos, öffentlichen Räumen und sonstigen Nichtraucherzonen, in denen ihre Anwesenheit erwünscht ist. Man muss dieser Frau nur einmal zugesehen haben, wie sie sich bewegt, während sie die ständig glühende Zigarette hält, in jedes entfernt verfügbare Gefäß hinein ascht, notfalls einen Blumentopf oder ein Wasserglas, um der Deneuve rettungslos zu verfallen. Erinnern wir uns an Bogart und Bacall. Erinnern wir uns überhaupt an Bogart. An Marlene Dietrich. An Frank Sinatra und Dean Martin. Erinnern wir uns auch an den Film "Good Night and Good Luck", an sein Ende, an dem die zwei bestaussehendsten Schauspieler des amerikanischen Gegenwartskinos zusammen nach der siegreich überstandenen Schlacht gegen die Zensoren des Geldes zusammen eine rauchen.

Der Raucher tritt außer sich

Stil ist hier Politik. Und hinter diesen Männerbildern einer vergangenen Epoche, hinter aller Nostalgie steht im Raum die zeitgemäße Klage, dass heute nicht nur der Journalismus fragmentiert, ist, sondern auch das Bewusstsein. Erinnern wir uns: Rauchen hat etwas mit Jazz zu tun und mit Denken, es ist eine Tätigkeit der Verbindung und des Entäußerns. Der Raucher tritt außer sich, neben sich - auch wenn er allein ist, kommuniziert er mit sich selbst über die Zigarette in seiner Hand und den Rauch der ihn umgibt. Aber meistens ist er nicht mit sich allein. Nichtraucher wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn das Gegenüber den gerade ausgeatmeten Rauch langsam einatmet. Oder wenn man dies mit dem Rauch des Gegenübers tut. Wer raucht, der sündigt. Die Zigarette hat keinen Zweck. Das macht sie so sinnvoll. Das macht sie zum Ausdruck des Menschlichen. Sie ist l'art pour l'art. Reiner Hedonismus.

Ein immenser zivilisatorischer Akt: Die Zigarette als Bündnis gegen die Welt

"Hast Du mal Feuer?" Rauchen verbindet, hebt Distanzen auf, zwischen Menschen, zwischen Klassen, zwischen Geschlechtern. Raucher teilen, keiner verweigert dem anderen die Zigarette - außer vielleicht bei der allerletzten. Und keiner mit ein bisschen Anstand und ein bisschen Geld schnorrt sie nur bei anderen.

Was für ein immenser zivilisatorischer Akt steckt hinter der "letzten Zigarette", die jedem Verbrecher rituell vor der Hinrichtung gereicht wird, hinter der Zigarette, die der Wärter für den Gefangenen parat hat, hinter der, die im KZ zwischen Lagerinsassen ausgetauscht wird. Was für eine Erleichterung war die Zigarette in den Feuerpausen der Kriege. Die Zigarette nahm Angst, spendete Ruhe - ein Augenblick des Innehaltens, eine Auszeit im Schrecken. Was für eine Kulturleistung liegt in der Zigarette, die zwei gegnerische Soldaten austauschen, die sich zwischen den Linien begegnen, zwei Feinde auf neutralem Grund. #

Was für milliardenfache wunderbare Momente ereigneten sich zwischen zwei potentiell Liebenden, denen die gemeinsame Zigarette, die Frage nach dem Feuer oder umgekehrt das Feuergeben zum Zeichen einer ersten, schüchtern-sanften Annäherung wurde. Der einzige Kulturgewinn der nun mit dem Rauchverbot verbunden ist, liegt darin, dass man statt eine schöne Unbekannte nur mit "Hast Du mal Feuer?" anzusprechen, heute auch noch fragen kann: "Gehen wir raus, eine rauchen?" und dazu verschwörerisch blicken. Wie sie reagiert, das zeigt dann, ob es überhaupt einen Sinn macht, vor die Tür zu gehen. Ob sie erschreckt zurückzuckt, oder Mut hat zum gefährlich-leben. Es soll übrigens auch Männer und Frauen geben, die - obwohl nichtrauchend, oder einfach nicht "in the Mood" - trotzdem gern ihre (Rauch-)Begleitung anbieten. Auch das eine Chance, sich gegen den Rest der Welt zu verbünden.

Ein Akt der Brüderlichkeit inmitten aller Feindschaft

Was für ein Glück steckt in der Stange einer seltene Marke, die man Freunden mitbringt, oder in dem Ritual, im Ausland eine zuhause nicht erhältliche, um so mehr geschätzte Marke zu kaufen. Die Zigaretten, die die amerikanischen Soldaten nach dem Krieg nach Europa mitbrachten, waren wunderbare Momente der Erleichterung für die ausgebombten Zivilisten, zugleich waren sie auch wertvollste Währung auf dem Schwarzmarkt, ein Geldgeschenk anderer Art also, von einer Form, die die Beschenkten nicht beschämte. Nur nebenbei muss man hier auch die Friendenspfeife der Indianer erwähnen, denen Tabak auch als Medizin diente. Die Freiheit zu rauchen war ein Vorgeschmack aller anderen Freiheiten, 1945 wie 1968: Eine kleine Freiheit inmitten der großen Unfreiheit, ein Ritual der Gleichheit inmitten der großen Ungleichheit, ein Akt der Brüderlichkeit inmitten aller Feindschaft. All das hat man heute vergessen.

Menschen, die sich öffentlich dem Laster hingeben

"Hast Du mal Feuer?" - wahrscheinlich wird diese Frage eines Tages als Anstiftung zu einer Straftat bestraft werden, und der Fragende als Verbrecher geächtet. Für einen bestimmten Schlag unserer Politiker und Gesundheitslobbyisten und ihre Sekundanten in den Medien sind Raucher die Idealbesetzung des öffentlichen Feindes knapp hinter Kinderschändern und unrechtmäßigen Sozialhilfeempfängern.

Raucher sind, noch vor Alkoholtrinkenden (denn die verlieren eher die Kontrolle) und weit vor Heroinsüchtigen (denn die sehen häßlich aus) das Schlimmste, was der post-modernen Gesellschaft passieren kann: Es sind Menschen, die sich öffentlich dem Laster hingeben, ihre Triebe scheinbar nicht unter Kontrolle haben, dabei oft noch gut aussehen und mit alldem eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellen. Und schon treten sie auf, die Buß- und Hassprediger des Westens. "Höret auf und schwöret dem Bösen ab." rufen sie - und wer ihnen nicht folgt, dem würden manche am liebsten die Hand mit der Zigarette daran abhacken. Ersatzweise sperren sie sie aus, aus ihren Gasthäusern, ihren öffentlichen Räumen, ihren Toiletten, erklären sie für vogelfrei. Faszinierend und erschreckend ist die Erregung, der Furor, der sich auf dem Fels des Nichtraucherschutzes austobt, wie zur Kompensation für den ganzen Rest, der ohne Leidenschaft betrieben wird.

Wollt ihr das totale Rauchverbot?

Klar: Rauchen schadet der Volksgesundheit. Klar: Auch Helmut Kohl war Raucher. Aber hinter der fanatischen Nichtraucherlobby und der neuen Raucherpolitik mit ihren Verboten und Regulierungen steht der Geist der Prohibition, die Lust am Verbieten, die Sehnsucht nach Reinheit, die verblasene Hoffnung auf eine immerwährende Perfektionierung des menschlichen Lebens, seine Verlängerung ins Unendliche bis hin zum Wahn der Unsterblichkeit. Aber auch Nichtraucher müssen sterben. Und das alles zumindest hat nichts, aber auch gar nichts mit Kultur und Zivilisiertheit zu tun, mit dem für das der Schriftsteller Thomas Mann (Raucher) stand. Kultur bedeutet Gelassenheit, bedeutet Fähigkeit zum Genuß, bedeutet Freude am Luxus.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Intoleranz der deutschen Gesellschaft gegenüber Rauchern und ihrer Unfähigkeit zum Genuß. Der neue Anti-Raucherpuritanismus steht nicht allein. Die Deutschen essen auch lieber viel und billig, statt weniger und gut. Raucher zu verdammen ist politisch korrekt. In Rauchern haben alle Reichsbedenkenträger einen Sündenbock für alle Mängel der Gesellschaft, hier darf sich der versteckte Faschismus, der Geist der Unterdrückung und Gleichschaltung, der Geist von Ordnung und Disziplinierung, der Geist der Volksgesundheit ausleben, der Geist der Regulierung privater Freiheiten und individueller Abweichungen, der Geist der Fürsorge mit seinen menschenfreundlichen Begründungsfiguren und einer Vorstellung von Obrigkeit, die besser weiß, was für die Menschen gut ist, als die Menschen selber.

Es lässt sich eine Linie ziehen von Überwachung des öffentlichen Raums und der Einführung von Biometrie in diverse Gesellschaftsbereiche hin zu den gläsernen Prangern an Bahnhöfen und Flughäfen, in denen Rauchen noch erlaubt ist,

Wie Überwachung und Biometrie dient auch dies gewiss unserem Guten und ist angesichts der Gefahren undbedingt notwendig. Aber eine Welt, in der alles, was möglicherweise gesundheitsschädlich ist, verboten ist, will man sich lieber nicht vorstellen.

Wollt ihr das totale Rauchverbot? Wollt ihr die staatliche Durchsetzung des Ideals des Unbeschädigten, der gesunden, normgerechten, öffentlich wünschenswerten Existenz? Wollt ihr, das alle, die anders sind, als das große Wir ein Problem bekommen?

Ein Akt der Durchlässigkeit gegen Panzer und präventive Paranoia

So wird es sein: Hanteln schwingend und auf dem Laufband joggend für ewige Fitness, werden unsere Körper fest und straff werden, bis sie kleine Panzer sind. Alle Frauen werden aussehen wie Heidi Klum und alle Männer wie Ken. In unserer schönen neuen Welt, in der alles super gesund und verhältnismäßig ist, in der wir als basketballspielende 120-jährige vermutlich an einer Sportverletzung sterben, ist dann für Rauchen kein Platz mehr, denn Rauchen ist das Gegenteil von alldem: Ein Akt der Durchlässigkeit, der erschlaffenden Entspannung, des sich-öffnens, die Opposition zu all der präventiven Paranoia, die unser heutiges Dasein beherrscht. In einer Welt, in der die Öffentlichkeit verkümmert, in der Menschen verdächtig sind, die sich auf Straßen und Fußgängerzonen einfach nur aufhalten, in der jeder sich in sein Privatleben und seine Privaträume zurückzieht und dort verschanzt, repräsentieren Raucher all das, was noch vom Sozialen übrig blieb: Kommunikation, Vermischung, Laissez-faire..

Irgendwann wird die Provinz vielleicht endgültig gewonnen haben. Die Republik Franken hat dann einen eigenen Bundeskanzler, der Präsident des Europäischen Staatenbundes (ESB) kommt dann aus dem baskischen Freistaat und in Europa ist das Rauchen auch in Privaträumen aus Gründen des Tierschutzes verboten. Regiert wird die Welt dann allerdings längst aus China. Dort darf man selbstverständlich überall rauchen.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (293 Beiträge) mehr... http://www.heise.de/tp/artikel/28/28480/
Anzeige
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Das Recht auf Unglück

Teil 4: Von utopischen Dystopien und dystopischen Utopien

Völker, hört die Rauchsignale

Dem Magazin "Die Rote Fahne" zufolge will die "Nichtraucherindustrie" mit dem Rauchverbot in Gaststätten die freie Gastronomie zerschlagen

Anzeige
Cover

Cold War Leaks

Geheimnisvolles und Geheimdienstliches aus dem Kalten Krieg

Bedrohungen des globalen Dorfes

Florian Rötzer

"Sechs Milliarden Menschen stellen in einer globalen Welt einen idealen Nährboden für die Mikroben dar"

weiterlesen
bilder

seen.by

Anzeige

TELEPOLIS