Pentagon setzt verstärkt auf Kampfdrohnen

Florian Rötzer 13.11.2008

In Afghanistan werden neue Stützpunkte mit Start- und Landebahnen für Drohnen an der Grenze zu Pakistan eingerichtet, um die Flugzeiten zu verringern und vermutlich mehr Einsätze auch in Pakistan zu ermöglichen

Unbemannte Flugzeuge, vor allem solche, die wie die Predator-Drohnen mit Waffen, z. B. Hellfire-Raketen, ausgestattet sind, wurden während des amerikanischen Kriegs gegen den globalen Terrorismus, der auch über die Grenzen von Afghanistan und dem Irak hinaus etwa in Pakistan, Jemen oder Syrien geführt wurde, zu heiß begehrten Wunderwaffen. Mit ihnen konnte die oft bemängelte Zeitspanne zwischen Beobachtung von Gegnern durch Satelliten- und Luftaufklärung und dem Angriff durch Kampfflugzeuge, Präzisionsraketen oder Bodentruppen auf Beobachtung, Verfolgen und Töten in Echtzeit aus der Ferne eingeschmolzen werden (Ferngesteuerte Waffensysteme senken die Angriffsschwelle). Zudem kann das Leben der Soldaten durch die tödlichen Angriffe im Fernkrieg geschützt werden.

  • mobil
  • drucken
  • versenden
Startbereite MQ-1 Predators im Luftwaffenstützpunkt Bagram. Bild: USAF

In den letzten Jahren wurde daher vom Pentagon die Entwicklung von Drohnen massiv gefördert, während viele neue Drohnen gekauft und in den Dienst gestellt wurden. Dabei gibt es nicht nur Probleme mit der Ausbildung der Piloten, sondern auch durch die geringe Zahl von Flugplätzen in Afghanistan, die für das Starten und Landen von Drohnen geeignet sind. Oft würde es Stunden dauern, bis eine Drohne ein Zielgebiet erreichen würde. Das wäre auch der Fall bei den zahlreichen Angriffen mit bewaffneten Predator-Drohnen im pakistanischen Grenzgebiet.

Das Pentagon baut, wie USA Today berichtet, nun einige neue Flugplätze in Ostafghanistan. Damit will man, wie Dyke Weatherington von der Spezialeinheit für unbemannte Systeme im Pentagon erklärt, Flugplätze näher an den Gebieten haben, "in denen wir noch lange Zeit stationiert sein werden. Wir haben kürzlich eine Reihe von zusätzlichen Stützpunkten in der Nähe der pakistanischen Grenze eingerichtet, um diese Flugzeiten zu verkürzen."

Letztes Jahr hatte das Pentagon 1,3 Milliarden US-Dollar für den Kauf neuer Drohnen zur Verfügung. Dieses Haushaltsjahr werden es 750 Millionen sein. Zusätzlich wird, so Weatherington, das Pentagon 3 Milliarden Dollar für die Entwicklung und den Kauf neuer unbemannter Systeme investieren. Allein 2008 haben Drohnen, meist in Afghanistan und im Irak, mehr als 400.000 Flugstunden absolviert, 2005 waren es noch 100.000. Inzwischen hat das Pentagon vermutlich 6.000 Drohnen aller Größen im Einsatz, 2001 waren es 167.

http://www.heise.de/tp/artikel/29/29123/1.html
Kommentare lesen (17 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS