Dr. Wolfgang Strassl, Vorsitzender der Münchener Universitätsgesellschaft und Mitglied der Jury, in seiner Rede zur Preisverleihung zum erstmals verliehenen Kulturpreis
Dr. Wolfgang Strassl, Vorsitzender der Münchener Universitätsgesellschaft und Mitglied der Jury, in seiner Rede zur Preisverleihung zum erstmals verliehenen Kulturpreis:
Als einer der ältesten und größten Fördervereine in Deutschland unterstützt die Münchener Universitätsgesellschaft die Ludwig-Maximilians-Universität in Forschung und Lehre.
Ganz besonders freue ich mich, gemeinsam mit Ihnen heute Abend unseren ersten Preisträger zu ehren. Es ist in der Tat das erste Mal, dass in der 85jährigen Geschichte der Münchener Universitätsgesellschaft ein solcher Preis ausgelobt wurde. Für uns ist dies heute also ein wahrhaft bedeutender Augenblick!
Gerne möchte ich Ihnen daher berichten, wie die Idee zu diesem Kulturpreis entstanden ist und welches Ziel wir mit dieser Auszeichnung verfolgen.
Die wichtige Anregung hierzu erhielten wir von unserem langjährigen Mitglied im Vorstand der Münchener Universitätsgesellschaft Seiner Königlichen Hoheit Herzog Franz. Er war es, der uns ermutigte, gerade die Geisteswissenschaften durch einen Preis zu fördern. Es war sein besonderes Anliegen, dass wir mit diesem Preis dazu beitragen, dass die Geisteswissenschaften die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erhalten.
Der Preis hat aber nicht nur zum Ziel herausragende Persönlichkeiten aus den Geisteswissenschaften, aus Literatur, Kunst und Kultur für ihr Werk auszuzeichnen. Vielmehr möchte die Münchener Universitätsgesellschaft damit die hervorragende Forschung und Lehre in diesen Bereichen als lebendigen Bestandteil der Ludwig-Maximilians-Universität einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Dazu sollen auch die interdisziplinären geistes- und kulturwissenschaftlichen Vorlesungen beitragen, die der jeweilige Preisträger an der Ludwig-Maximilians-Universität halten wird. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass die richtungsweisenden Arbeiten der Preisträger für einen breiteren Kreis erfahrbar und erlebbar werden. Gefördert wird durch diesen Preis vor allem auch der Dialog zwischen unserer Universität und der breiten Öffentlichkeit unserer Kulturstadt München.
Wie entwickelte sich nun die Konzeption unseres Kulturpreises? Im Spätherbst 2006 fanden die ersten Gespräche in einem kleinen Kreis von Geisteswissenschaftlern in der Ludwig-Maximilians-Universität statt. Anfang 2007 bildete sich dann unsere Jury. Im Sommer 2007 stand dann auch das Motto für die diesjährige erste Preisverleihung fest: Das 850jährige Stadtjubiläum Münchens mit dem Thema "Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt".
Über die Grenzen unseres Kulturraumes hinaus, sollte ein Preisträger gefunden werden, der neue fächerübergreifende Forschung zu diesem Thema betreibt.
Die Entscheidung fiel auf Mike Davis, einen der interessantesten und vielseitigsten Urbanisten unserer Zeit. Die Untersuchungen von Mike Davis zeigen eine neue Dimension der weltweiten Stadtsoziologie auf. Seine zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigen sich sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft urbaner Gesellschaftsstrukturen.
Der Kulturpreis der Münchener Universitätsgesellschaft ist mit 25.000 € dotiert. Wir wollen ihn auch in Zukunft einmal im Jahr ausloben. Gewürdigt werden sollen auch weiterhin herausragende Persönlichkeiten, die sich in den Geisteswissenschaften, der Literatur oder Kunst durch ihr Werk besonders hervorgetan und unter anderem auch über ihr Fachgebiet hinaus für die Geisteswissenschaften wegweisende Arbeit geleistet haben.
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