Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur

17.12.2008

Kurze Geschichte der Weltwirtschaftskrise Teil 3

Das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus (Teil 1) und Explosionsartige Ausweitung der Finanzmärkte in der Clinton-Ära (Teil 2)

Die als Antwort auf die Stagflation) der 70er Jahre umgesetzten neoliberalen Reformen brachten fundamentale Widersprüche mit sich, die eine schwindende Massennachfrage zur Folge hatten, und folglich in Überproduktion von Waren sowie Überakkumulation von Kapital zu münden drohten. Weitere Faktoren verstärkten die systemimmanenten Widersprüche: Die mit den revolutionären, durch Mikroelektronik und Informationstechnologie ausgelösten Produktivkraftsteigerungen (Kondratjwes lange Konjunkturwellen) einhergehende, fundamentale Krise der Arbeitsgesellschaft führte zu einer neoliberalen "Flucht nach vorne": Ausbau des deregulierten Niedriglohnsektors, Verlagerung von Produktion in Schwellenländer und verstärktes Wachstum des Finanzsektors, der sich zu einer Stütze der Konjunktur entwickelt, waren die Folgen. Es bilden sich globale, durch das Finanzsystem kreditfinanzierte Defizitkreisläufe heraus, die mit verstärkter spekulativer Blasenbildung einhergingen. Die sich immer weiter verschuldenden Vereinigten Staaten nahmen als eine Art "Konjunkturpumpe" die weltweite Überschussproduktion der expostorientierten Volkswirtschaften auf, diese reinvestierten ihre Einnahmen vor allem im US-Finanzsektor.

Die Entstehung der Immobilienspekulation in den USA und etlichen anderen Ländern (u.a. Spanien, Großbritannien) ist untrennbar mit dem Platzen der Hightech-Blase im Jahr 2000 verbunden. Die durch irreale Erwartungen in astronomische Höhen getriebenen Aktien von Internet-Startups stürzten binnen weniger Monate ein. Billionen von Dollar wurden aus der Hightech-Börse Nasdaq oder dem deutschen "Neuen Markt" abgezogen, während die einstmals gefeierten, scheinbar so innovativen Internetunternehmen scharenweise bankrott gingen und Milliarden Dollar an Investitionen verbrannten. Der IT-Sektor konnte die überzogenen Erwartungen in ihn nicht erfüllen, denen zufolge er zu einer neuen "Schlüsseltechnologie" würde, die eine erneute, lang anhaltende Konjunkturwelle mit sich brächte.

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