Raubritter, Blindflieger und Verbrecher

28.12.2008

Unter Bankstern - Teil 4

Ihr Geld gehört jetzt einem anderen

Bei Banken ist der Begriff Dienstleistung mittlerweile durch den neuen Begriff Zockerei ersetzt worden. Als Kapitalsammelstellen geht es Banken längst nur noch darum, möglichst viel Geld von Kunden einzusammeln, um es für sich selbst gewinnbringend zu vermehren. Dass dabei viele Kunden Schiffbruch erleiden, wird billigend in Kauf genommen, insbesondere, wenn Händlern Freiräume gegeben werden, welche die Risiken in ungeahnte Höhen treiben.

"Leistung aus Leidenschaft", wie es die Deutsche Bank formuliert, ist längst zu einem Abkassieren ohne Leistung degeneriert - und dies nicht bei nur einigen wenigen Banken, sondern es ist ein kollektives Massenphänomen.

Banken kassieren am liebsten hohe Gebühren ohne Gegenleistung. Der Gebühren- und Zinswillkür sind längst Tür und Tor geöffnet. Was den Banken hier entgegenkommt, ist die Tatsache, dass in Deutschland wesentlich häufiger der Ehepartner gewechselt wird als die Beziehung zur Bank. Dies ist ein schwerwiegender Fehler, da die Verbindung zu einer korrupten Bank den Kunden wesentlich mehr Geld kosten kann als eine Ehescheidung.

Dabei würden der schlechte Service und die miserable Beratungsqualität mehr Trennungen von den Instituten nahe legen, als es heute tatsächlich geschieht. Der Hauptgrund dürfte indes daran liegen, dass wir heute alle von der Existenz eines Bankkontos abhängig sind, denn ohne ein Bankkonto sind wir nur Menschen zweiter Klasse. Um erstklassig zu bleiben, sind wir bereit, den gierigen Banken unser Geld zu minimalen Zinsen zur Verfügung zu stellen, das diese in Form von teuren Krediten an andere Kunden weitergeben.

Es ist unglaublich, dass sich Aufsichtsbehörden wie die Bafin über fehlende Risikokontrolle von Banken mokieren, jedoch die Ausbeutung der Bankkunden durch eine Inflationierung der Gebühren und Zinszahlungen nicht stoppen. Wenn es nach den Banken ginge, würden sie unser Geld am liebsten ohne Gegenleistung verwalten, damit sie es möglichst gewinnbringend im Eigenhandel einsetzen können. Bankkunden, die Wertsteigerung wollen, wirken wie ein Fremdkörper im Getriebe des Shareholder-Value-Kapitalismus. Für die Banken sind sie Parasiten und Schmarotzer, welche nur die Eigenkapitalrendite der Banken schmälern.

Weg mit den unprofitablen Kunden

Wenn es nach den Banken ginge, würden sie am liebsten nur noch vermögende Privatkunden betreuen. Die nicht vermögenden Kleinkunden können ruhig abgestoßen beziehungsweise ausgegliedert werden. So war die Gründung der Bank 24 durch die Deutsche Bank ein Versuch, sich auf Investmentbanking und Asset Management zu fokussieren und sich der Kleinkunden zu entledigen. Wer im internationalen Geschäft das große Geld machen will, muss sich mehr auf Mergers & Aquisitions konzentrieren als um Kunden mit kleinen oder mittleren Einkommen. Als der Neue Markt in Deutschland jedoch crashte und die angeblich lukrativen Großgeschäfte ausblieben, wurde der Ausflug ins Billigsegment wieder begraben. Weitere Versuche wie die Fusion mit der Dresdner Bank, bei der man sich ebenfalls der nicht betuchten Kunden entledigen wollte, scheiterten ebenfalls an der Überheblichkeit und dem Größenwahn der Deutsche Bank-Manager.

Während der Boomphase der Internet-Ökonomie verdienten sich die Banken, welche die Aktien von Unternehmen an den Börsen platzierten, eine goldene Nase, während viele Kleinanleger später auf Kursverlusten von über 95 Prozent sitzen blieben.

Angetrieben von Bankanalysten, die nicht mehr von den Firmen wussten als Affen, die auf eine Kurstabelle Dartpfeile werfen, wurden Kurse von Aktien nach oben gepusht, deren Geschäftsberichte durch kreatives Accounting aufgetunt wurden.

Die Risikoaufklärung der Konten wurde im allgemeinen Geldrausch komplett ausgeblendet und es wurde auf die extremen Wachstumsperspektiven der New Economy verwiesen. Das Ergebnis ist bekannt: Anstatt versprochener Riesengewinne gab es oftmals Totalverluste. Viele geprellte Anleger standen letztlich vor einem finanziellen Debakel. Wenn es darum geht, neue Investmentvehikel zu erfinden, haben Bankmanager keine Skrupel. Mit nahezu tödlicher Sicherheit werden Anlageinstrumente kreiert, die das Privatvermögen von Kleinkunden in Rekordzeit vernichten. Zockerinstrumente, wie Optionsscheine, Zertifikate und Mini Futures, werden von vielen Marktteilnehmern gehandelt, die sich der finanziellen Risiken dieser Anlagen in keiner Weise bewusst sind.

Nadelstreifenräuber und Titanic-Fetischisten

Der Banker liebste Kinder sind reiche Privatkunden, die im so genannten Private Banking gebündelt werden. Während bei Flugzeug und Bahn die 1. Klasse teurer ist, wird diese Bankengruppe mit Billigangeboten geködert. So zahlen sie wesentlich weniger Gebühren oder Transaktionskosten als der Normalkunde. Bei den reichen Privatkunden sind den Banken die aktiven Kunden, die gerne selbst Käufe und Verkäufe tätigen, am liebsten, da sich so möglichst hohe Provisionen erzielen lassen. Und liegen Banker bei ihren reichen Privatkunden in ihren Kaufempfehlungen wieder einmal falsch, so können sie immer darauf hinweisen, dass Aktien Risikoanlagen sind und es der Fehler des Kunden ist, wenn er einem Kauf zustimmt. Wenn es gut geht, berufen sich Banker gerne auf ihre hervorragenden Empfehlungen, wenn es schief geht, ist der Kunde der Gelackmeierte. Das Motto: Einer ist immer der Arsch.

Das perverse Spiel geht so weit, dass man jeden Kunden am liebsten vollständig finanziell ausziehen würde, bis er sich mit seinem Kapital in den Dienst der Bank gestellt hat, nämlich als Kapitallieferant für deren Risiko-Spiele. Es wird Zeit, dass die Bafin die Vorstände von Banken dazu verdonnert, einmal pro Monat eine Vorstandssitzung komplett nackt abzuhalten, damit diese eine Vorstellung davon bekommen, wie abgewirtschaftete Kundenkonten aussehen. Als zweiten Effekt können sich Bankmanager wieder mit der Überzeugung vertraut machen, dass sie als Menschen nicht besser sind als andere, die weniger verdienen. Banker verstehen sich angeblich darauf, unsinkbare Finanzschiffe zu bauen, die sie jedoch regelmäßig auf Kollisionskurs mit Schuldeneisbergen bringen. Wie auf der Titanic orchestrieren sie ihre Durchhalteparolen auch dann noch, wenn das Schiff bereits am Sinken ist.

Eigenkapitalrendite vor Anlegerschutz

Im Jahr 2005 geriet der Immobilienfonds Grundbesitz-Invest der Deutsche Bank-Tochter DB Real, der sechs Milliarden Euro Fondsvermögen besaß, in eine Schieflage, als eine Milliarde Kundengelder abgezogen wurden. Als Notmaßnahme, die angeblich dem Schutz der Anleger diente, wurde der Fonds vorübergehend geschlossen. Das Geld von Anlegern wurde über Monate blockiert, da der Fonds neu bewertet werden musste. Dass ausgerechnet eine finanzstarke Bank den Fonds nicht stützte, sondern schließen ließ, was über mehr als vier Jahrzehnte hinweg ein Tabu darstellte, zeigt, dass es den Banken nicht um Anlegerschutz, sondern ausschließlich um das Erreichen hochgesteckter Renditeziele geht. Warum ein in Verkaufsprospekten so hoch gelobter Fonds nicht von der Deutschen Bank gestützt wurde, bleibt ein Rätsel.

Wenn eine Bank nicht einmal Vertrauen in ihren eigenen Fonds hat, dann ist es schwer nachvollziehbar, warum Kunden diesen überhaupt kaufen sollten. Aufgrund des öffentlichen Druckes hatte sich die Deutsche Bank, gegen die auch Klagen eingereicht wurden, schließlich nach langem Zögern dann doch noch entschlossen, die Anleger zu entschädigen. Der Imageschaden ging indes weiter, als sich herausstellte, dass die Korrektur des Fonds lediglich 2,4 Prozent betrug.

Wenn ein Fonds bei einer derart minimalen Wertberichtigung geschlossen wird, dann dürfen wir uns in Zukunft nur noch verwundert die Augen reiben, insbesondere da man von Seiten der Fondsleitung nach der Wiedereröffnung des Fonds beschlossen hatte, mit höherem Auslandsanteil die Fremdfinanzierung zu erhöhen. Dass das Eingehen eines erhöhten Risikos nicht einmal zu einer höheren Rendite führte, zeigt die Wertentwicklung des Fonds, dessen Ausschüttungen unter Berücksichtigung der Inflation seit dem Jahr 1998 keinerlei relativen Wertzuwachs erzielt hat.

Die Kreditpraxis

Eine der unbeliebtesten Organisationen in Deutschland ist die Schufa, die über die Kreditwürdigkeit von Menschen befindet. Eine derartige Organisation müsste sofort abgeschafft werden, da sie die Menschenrechte mit Füssen tritt. Nur in den seltensten Fällen kümmern sich Banker darum, bevor sie die Schufa kontaktieren, bei einem Kunden ein Einverständnis einzuholen. Auch wenn ein Kunde keinen Eintrag hat, ist er noch lange nicht aus dem Schneider, denn jetzt schlagen die Kredithaie richtig zu. Wegen mangelnder Bonität werden vielen Kunden dann teure Versicherungen aufgenötigt, die nur eine einzige Wirkung haben, die Kreditnehmer noch mehr als nötig finanziell zu belasten. Das Wort Effektivzins tritt im Kundengespräch nicht auf, da man die versteckten Kosten von Krediten vor den Kreditnehmern so gut wie möglich verbergen will. Dass Banken Wucherzinsen erheben, weiß jeder, der schon einmal sein Konto über den bewilligten Betrag überzogen hat. Zinsen von 17,5 Prozent oder mehr, die im Mittelalter als übelste Wucherzinsen gegolten hätten und von Martin Luther im Zuge der Reformation bekämpft wurden, sind heute keine Seltenheit.

Das völlige Missverhältnis von Diskontsatz und Überziehungszins kann seit dem Versagen der Banken nicht mehr mit dem Wort Risikoprämie betitelt werden, sondern bei derart hohen Zinsen handelt es sich um das Auslagern der Konsequenzen von Fehlentscheidungen, wie im Falle der Hypothekenkrise, auf diejenigen Kunden, die nie solche hohen Risiken wie Banken in ihren Investments eingehen würden. Doch Banken zocken lieber an den internationalen Finanzmärkten, anstatt sich um Risiko-Management zu kümmern oder die Sicherheit ihrer eigenen IT-Infrastrukturen zu verbessern. Das Hauptmotiv dieser Hochzinsstrategie bei Krediten ist es, die Kunden in einer möglichst hohen Abhängigkeit zu halten.

Die höchste Form der Abhängigkeit ist der Immobilienkauf, da er diejenigen, die sich beim Kauf einer Immobilie massiv verschuldet haben, teilweise an den Rand der finanziellen Belastbarkeit bringt. Einer Bank, die Immobilien zu hundert oder sogar 110 Prozent oder mehr finanziert, gehörte von den Aufsichtsbehörden sofort die Lizenz entzogen. Eigentlich müsste die Grenze für eine mögliche Überschuldung bei etwa 80 Prozent gezogen werden.

Geraten Hauskäufer in Zahlungsverzug und muss das Haus sogar versteigert werden, bleiben ihnen die Schulden. Fehlt dann die Sicherheit des Hauses, sind die Kredithaie von den Banken nicht zimperlich, ihre Schulden sofort einzufordern. Diese Panikattacken der Banken, die nicht mehr den Menschen, sondern nur noch das einzutreibende Geld sehen, haben schon viele Familien zerstört. Werden darüber hinaus noch bestehende Hypotheken an Firmen verkauft, die auf Immobilienschulden spezialisiert sind, sind ehemalige Hausbesitzer zusätzlich bestraft, da derartige Firmen nicht an einer geordneten Rückzahlung der Kredite interessiert sind, sondern die Restschulden am liebsten sofort eintreiben. Hierfür betreiben sie eigene Inkassofirmen, die keine andere Aufgabe haben, als die Kreditnehmer einzuschüchtern. Wer sollte noch irgendein Vertrauen in Banken haben, die, ohne die Kunden zu informieren, deren Kredite an Drittfirmen abtreten.

Kreditaufkäufer haben übrigens in Deutschland ein besonders leichtes Spiel, da die Kunden in der Regel mit ihrem Vermögen für den Kredit haften müssen. Niemand ist vor den Geldeintreibern sicher, auch nicht Kunden, die immer pünktlich ihren Schuldendienst begleichen. Einschüchtern und Drohen sind die bevorzugten Mittel der Geldeintreiber, die mit den Banken kooperieren, um Kunden abzuzocken. Es ist an der Zeit, dass die Aufsichtsbehörden dieses üble Spiel durchbrechen. Der Volkszorn wird sich in einer schweren Depression kaum noch im Zaum halten lassen. Deshalb gilt es hier mit einer verbraucherfreundlichen Gesetzgebung vorzubeugen.

Gangster versus Bankster

Gangster verletzen die Gesetze und müssen vor der Polizei flüchten. Bankster verletzen auch manchmal Gesetze, sind jedoch in der Lage, die Politik so zu beeinflussen, dass die Gesetze zu ihren Gunsten verändert werden. Sowohl Gangster als auch Bankster sehen den Staat als großes Übel, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Während Gangster die Gefängnisse fürchten, versuchen Bankster, die Steuern zu umgehen. Gangster wie auch Bankster agieren als Parasiten, wobei die einen zur individuellen, die anderen zur kollektiven Gewalt neigen. Während Gangster rauben und morden, unterstützen Bankster die Finanzierung von Kriegen aller Art. Während Gangster dem Geld hinterher hechten, geht es den Bankstern vor allem um Macht. Wenn es nach den Bankstern in den Bankvorstandsetagen geht, dann geht es um eine neue Weltordnung für die Einschränkung der Freiheit der Individuen. In einem Staat der Schuldner, der sich der Globalisierung unterordnet, unterdrücken die Banker das Unternehmertum und fordern eine Unterordnung jedes einzelnen unter das Kredit-Diktat.

Diesem Diktat müssen sich – historisch gesehen - sogar Nationen beugen. So finanzierte das Haus Rothschild während der Napoleonischen Kriege gleichzeitig die Gegner England und Frankreich. Die Bankster errichteten ein internationales Spionage- und Kurier-Netzwerk und konnten 1815 durch gezielte Fehlinformationen über den Ausgang der Schlacht bei Waterloo an der Londoner Börse ihr Vermögen verzwanzigfachen. Dies erlaubte dem Hause Rothschild, die britische Wirtschaft zu dominieren. Durch weitere Börsencoups waren die Bankster von der Themse bereits im Jahr 1885 reicher als alle europäischen Herrscherhäuser zusammen.

Nachdem die Rothschilds zu Beginn des 19. Jahrhunderts die wichtigsten europäischen Staaten unter ihre finanzielle Herrschaft gebracht hatten, wandten sie sich der aufstrebenden Supermacht USA zu. Auch beim Amerikanischen Bürgerkrieg waren die Rothschilds wieder als Finanziers beider Seiten aktiv. Als Präsident Lincoln sich weigerte, die exorbitant hohen Zinsforderungen der Rothschilds zu bezahlen und 1863 sogar zinsfreie Staatsanleihen auflegte, wurde er 1865 ermordet. Von 1867 bis 1914 waren die J.P. Morgans Co. und Kuhn, Loeb and Co. die wichtigsten Rothschild-Repräsentanten in den USA. Unter der Ägide des Rothschild-Hauses wurden innerhalb von 20 Jahren die industriellen Imperien von John D. Rockefeller (Ölindustrie), Edward Harriman (Eisenbahnen) und Andrew Carnegie (Stahl) finanziert.

Nach der Finanzkrise von 1907, die ganz nach dem erprobten Rothschild-Rezept Zehntausende um ihr Vermögen brachte, wurde dem Volk die Notwendigkeit einer Zentralbank eingeredet. Dies führte zur Geburtsstunde der vom Hause Rothschild forcierten Federal Reserve im Jahre 1913, eine aus Regionalbanken begründete Zentralbank mit Paul Warburg als ihrem ersten Präsidenten. Die amerikanische Zentralbank ist eigentlich im Privatbesitz von ausländischen Großaktionären: den Rothschilds (London & Berlin), Warburg Co. (Hamburg & Amsterdam), Kuhn-Loeb Co. (Deutschland), Lazard Bros. (Paris), Israel Seiff (Italien), Lehman Bros. (New York), Goldman Sachs (New York), der Rockefeller Familie (New York) und von J.P. Morgan Interests (New York). Finanzieren diese Kreise den Wahlkampf des kommenden Präsidenten, bestimmen sie auch den jeweiligen Zentralbankpräsidenten. "Gebt mir die Kontrolle über die Währung eines Landes und es ist mir egal, wer die Gesetze macht", war das Leitmotiv von Baron Rothschild.

Mit der Gründung der Federal Reserve im Jahr 1913 hatte die US-Regierung die Kontrolle ihrer Währung und damit auch die Kontrolle ihrer Wirtschaft an internationale Finanzmogule abgegeben. Doch genau dies ist eigentlich durch die amerikanische Verfassung verboten. Die Fed ist weder eine Bundesbehörde noch hat sie irgendwelche wertbeständige Reserven. Es handelt sich um ein privates Monopol zum Drucken von Geld, um mit lukrativen Zinsen die Staatsverschuldung der USA in uferlose Höhen treiben zu können.

1929 begann die große Depression, die von der Fed durch eine drastische Steigerung des Mindestreservesatzes inszeniert wurde, um eine massive Umverteilung der Vermögen in den USA einzuleiten. 1933 verbot die US-Regierung den privaten Goldbesitz, jedoch erst, nachdem die Reichen ihr Gold ins Ausland transferiert hatten. Eine der größten Enteignungen der Weltgeschichte nahm ihren Lauf. Gold aus Privatbesitz musste unter Androhung einer zehnjährigen Gefängnisstrafe zu 20 US-Dollar pro Unze an die Regierung verkauft werden, welche dann kurz darauf den Goldpreis mit 32 US-Dollar pro Unze fixierte. Doch auch dieser Betrug konnte den Staatsbankrott im Jahr 1933 nicht verhindern.

Als Präsident John F. Kennedy 1963 versuchte, die Macht der Fed zu brechen, als er Banknoten herausgab, die durch die Silber-Reserven des US Treasury Department gedeckt waren, wurde er wie Abraham Lincoln ermordet. Die erste Amtshandlung von Lyndon B. Johnson war, die zins- und schuldenfreien Banknoten wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Durch die Federal Reserve sind die US-Bürger Leibeigene eines internationalen Finanz-Kartells, welches die amerikanische Unabhängigkeitserklärung als eine Kriegserklärung betrachtet.

Verbrechenskategorien

Verbrechen sind Aktionen, die andere Personen schädigen. Berücksichtigt man, dass bei Finanzkrisen viele Anleger schwer geschädigt werden, bleibt einem selbst beim besten Willen keine andere Wahl, als eine Vielzahl von Bankmanagern als Verbrecher zu bezeichnen. Hierbei lassen sich diese je nach Umfang ihrer kriminellen Energien in drei Kategorien einteilen:

  1. Verbrecher, die die Geldwertstabilität vernichten
  2. Kriminelle, die Finanzkrisen heraufbeschwören und Wucherzinsen nehmen
  3. Mitläufer, die als Handlanger der Bürgerenteignung fungieren

Wie man unschwer erraten wird, können Zentralbanker zur ersten, Bankmanager zur zweiten und Bankangestellte, Versicherungsvertreter, aber auch viele Fonds- und Portfolio-Manager zur dritten Kategorie zählen.

Drückerkolonnen in Bankfilialen

In der Wirtschaftswoche (Februar 2008) stand zu lesen, dass in vielen deutschen Bankfilialen Zustände wie in einer Drückerkolonne herrschen. Kunden werden systematisch belogen, weil die Bankberater dem Vertriebsdruck, den Drohungen und Demütigungen ihrer Vorgesetzten nicht mehr gewachsen sind. Sie sind Handlanger, Opfer und Täter zugleich. Unter diesem Druck werden Kunden angeblich sichere Anlagen verkauft, die sich später als hochspekulativ herausstellen. Wer seinen Arbeitsplatz behalten will, hat keine andere Chance, als um jeden Preis zu verkaufen. Der allgemeine Vertriebsnotstand in den Filialen zwingt die Mitarbeiter zu Methoden, die man nur als betrügerisch einstufen kann. Damit wird für Kunden der Besuch eines Beraters zu einem unkalkulierbaren Risiko. Anders als beim Autokauf, wo Preise verglichen werden, glauben viele Kunden den schlecht ausgebildeten Bankberatern nahezu alles, ja sie vertrauen Bankern oftmals blind. Es wird darauf verzichtet, sich Verträge im Detail anzuschauen, unterschiedliche Renditen zu vergleichen und alternative Angebote einzuholen.

Wer niemanden über den Tisch zieht, hat schlechte Karten, seinen Job zu behalten. Von überflüssigen Versicherungen bis hin zu spekulativen Zertifikaten wird den Kunden alles angedreht, damit die Banken hohe Provisionen einfahren können. So gilt es fast als geschäftsschädigend, wenn Bankberater nicht sofort eine Unterschrift vom Kunden bekommen und dieser den Vertrag zuhause in aller Ruhe noch durchlesen will. Eine Abmahnung an den Bankberater, der eine Stunde Beratungsgespräch ohne Abschluss vergeudet hat, ist bei vielen Banken die Folge.

Andrehen der Ware

Die Anlageberater orientieren sich hierbei nicht daran, was der Kunde braucht, sondern was die Bank verkaufen will. "Low Performer" stehen bei vielen Banken auf der Abschussliste. So wird in der Wirtschaftswoche von einem Fall berichtet, bei dem alle Filialmitarbeiter Überstunden machen mussten, weil ein Einziger seine Ziele nicht erfüllt hat. Schließlich übten alle anderen Kollegen so viel Druck auf den Geschmähten aus, bis er gekündigt hat. Es verwundert niemanden mehr, dass der Kampf jeder gegen jeden in vielen Filialen keine Teamarbeit mehr zulässt. In einem Haifischbecken ist sich jeder selbst der Nächste. So verwundert es kaum, dass Mobbing an der Tagesordnung steht und viele Mitarbeiter wegen des Leistungsdruckes nicht mehr schlafen können. Die Bankenkrise des Jahres 2008 trug ihr übriges dazu bei, dass sich viele Mitarbeiter als Versager fühlen und die Zahl der psychischen Erkrankungen deutlich zunahm.

Bei der Weberbank in Berlin, einem Institut, das vor allem reiche Privatkunden bedienen will, wurde beispielsweise laut Wirtschaftswoche einem fast 80 Jahre alten Mann eine individuelle Vermögensverwaltung verkauft. Selbst Anti-Aging-Fetischisten unter den Bankern werden zugeben müssen, dass es hier nicht mehr seriös zugehen kann. Für viele Berater geht es nur um hohe Provisionen und nicht mehr um objektive Beratung. Die Kundenbedürfnisse spielen als Grundlage für die Beratung keine Rolle mehr. Deshalb sind informierte und selbstbewusste Kunden unbeliebt und werden abschätzig als "Patienten" bezeichnet. Ein Kunde, dem man nicht das andrehen kann, was man will, ist für Banker einfach irgendwie krank. Doch krank würden die meisten Privatanleger ohnehin, wenn sie sehen würden, wie hohe Provisionen ihr Berater einsteckt. Die meisten Kunden würde der Schlag treffen, wenn ihnen die Machenschaften der Banken in vollem Umfang bewusst wären.

Das Grundproblem, das sich hier offenbart, ist, dass Berater, die von Banken bezahlt werden, niemals in der Lage sein werden, Kunden objektiv zu beraten. So sind für viele Bankberater unzufriedene Kunden das geringere Übel als unzufriedene Chefs. Abdrücken ist wirksamer, als von seinem Chef erdrückt zu werden.

Das Sparkassen-Debakel

Bankmanager sind keine Unternehmer, die bessere und billigere Produkte oder Dienstleistungen herstellen, sondern oftmals kommen die maroden Angebote die Kunden teurer als ihnen lieb ist. Im Extremfall droht sogar der Totalverlust wie bei Kunden einer Sparkasse in Bad Vilbel. Dort hatten sie Bonus- und Kuponzertifikate mit hohen Renditechancen erworben. Das große Problem bei dieser Anlage war jedoch, dass sie von Lehman kamen. Die hessische Sparkasse hatte ihre Kunden in keiner Weise über mögliche Emittentenrisiken aufgeklärt, streitet heute jedoch jegliche Verantwortung ab. Die Kunden fühlen sich zu Recht von ihrer Bank über den Tisch gezogen, da sich jahrelange Ersparnisse durch die Pleite von Lehman quasi in Luft aufgelöst haben. Es zeigt sich, dass auch vielen Sparkassen und Volksbanken nicht zu trauen ist, denn es ist nicht die neutrale Bank per se, die einen Kunden in den Ruin führt, sondern ehrgeizige Bankangestellte, die möglichst viel Umsatz machen müssen.

Das Deutsche Institut für Anlegerschutz schätzt die Zahl der von der Lehman-Pleite betroffenen Anleger in Deutschland auf mehrere Zehntausend. Schuld am jetzigen Totalausfall der Papiere sind neben dem Konkursverursacher und dem Verkäufer der Papiere jedoch auch die Aufsichtsbehörden. Hatten diese sich doch geweigert, Zertifikate zu regulieren. Anders als bei Fonds, die Sondervermögen sind und bei einer Pleite geschützt sind, handelt es sich bei Zertifikaten um ganz normale Bankschuldverschreibungen. Für viele Kunden sind Zertifikate als Anlage deshalb interessant, da sie eine günstigere Kostenstruktur als Fonds aufweisen. Da die Nachfrage nach Zertifikaten immer weiter anstieg, war sich keine Bank in Deutschland für den Vertrieb strukturierter Produkte der US-Investmentbank zu fein. Dass Lehman erst im Kleingedruckten als Emittent auftrat, haben die Banken ihren Privatkunden leider verschwiegen. Was jedoch dem Ganzen die Krone aufsetzt, ist die Tatsache, dass es schon acht Wochen vor der Pleite von Lehman Gerüchte um einen möglichen Konkurs gab.

Dass kaum einer der Anlageberater die Produkte noch rechtzeitig abgestoßen hat, ist der eigentliche Skandal am Kapitalverlust der Anleger. Noch kurz vor dem Konkurs von Lehman wurden die Kunden beruhigt und ihnen mitgeteilt, dass Zahlungsausfälle nicht zu erwarten sind. Übrigens: Sparkassen, die ebenfalls diese Produkte verkauften, sind in keiner Weise vertrauenswürdiger als Großbanken. Wie sollte es auch sein, denn Gier und Dummheit sind ein allgemeines Phänomen unserer Zeit und nicht nur auf Banken beschränkt. Auch Sparkassen haben mit Leuten, die sie nicht kannten, Geschäfte getätigt, die sie nicht beherrschten.

Private Banking: Verkauft und Verraten?

Wenn neuerdings auf dem Türschild einer Sparkasse Private Banking anstatt Anlageberatung steht, sollten Sie gleich wieder umkehren und sich selbst in Sachen Geld ausbilden. Die Räume, in denen der Kunde geführt wird, sind edel ausstaffiert, Licht durchflutet, oftmals mit Kunst dekoriert und voll von Hochglanzprospekten, die Seriosität suggerieren sollen. Je länger sich die Kunden in den Verkaufsräumen dann verbal berieseln lassen, desto höher wird das Risiko, dass sie ein Produkt kaufen, welches sie selbst bei eigener Recherche nie herausgesucht hätten.

Die Praktiken des Aufschwatzens von Produkten ziehen sich durch alle Banken wie ein roter Faden, egal ob Sparkasse oder Großbank. Wer sich der Pseudoseriosität von Bankern aussetzen will, muss wissen, dass er oftmals Produkte kauft, bei denen er schon bei der Kaufunterschrift fünf bis zehn Prozent verliert, ohne dass die Bank ein Risiko zu tragen hat. Die angeblich kostenlose Beratung wird durch zu hohe Kosten beim Kauf- und Verkauf von Wertpapieren, der Verwaltung und Depotführung sowie den Gebühren für den Zahlungsverkehr und die Kontoführung quersubventioniert.

Dass es bei vielen Produkten auch noch versteckte Kosten gibt, wird von vielen Bankberatern tunlichst verschwiegen. Besonders wenig transparent sind so genannte Bestandsprovisionen, die von den Banken einbehalten werden und die Preise von Produkten massiv erhöhen können.

Datenmissbrauch bei deutschen Banken

Deutschlands oberster Datenschützer hat im August 2008 die Banken für ihren laxen Umgang mit Abbuchungen von Konten kritisiert. Es ist ein Skandal, dass durch die unerlaubte Weitergabe von Kontoverbindungen tausenden Verbrauchern ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Gemäß dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar gibt es eine "riesige Grauzone von Abbuchungen, die unrechtmäßig erfolgen". Besonders bedenklich ist, dass viele Geldinstitute die Plausibilität von Abbuchungen nicht überprüfen, da sie sich keine Ermächtigungen vorlegen lassen. Der Handel mit persönlichen Daten ist mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden, zu einem Sumpf, der unbedingt trockengelegt werden muss. Insbesondere die dubiose Rolle der Banken bei unerlaubten Abbuchungen ist auf den Prüfstand zu stellen.

In diesem Kontext wirkt es sehr befremdlich, dass ein verbesserter Datenschutz auf Widerstände bei den deutschen Interessenverbänden der Wirtschaft stößt. Die Argumentation beruht auf der Aussage, dass durch die neuen Regelungen möglicherweise eine Vielzahl von Unternehmen in ihrer Existenz bedroht wird. Hier wird bewusst ausgeklammert, dass auch Bankkunden durch den Missbrauch ihrer Konten in eine finanzielle Schieflage geraten können. In einer Zeit, in der Online-Bankgeschäfte auf dem Vormarsch sind, ist ein größerer Schutz der Bankkunden unumgänglich. Eine Möglichkeit, für besseren Datenschutz zu sorgen, wären digitale Signaturen, die eine höhere Sicherheit im Internet-Geschäftsverkehr ermöglichen. Um diese einzuführen, müssen jedoch die Gesetzgeber zunächst die elektronische Schriftform als rechtsverbindlich absegnen.

Dipl.-Ing. Artur P. Schmidt studierte Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und Berlin. Für die Promotion entwickelte er ein kybernetisches Marktanalyse-Verfahren am Beispiel der Strategischen Planung von Airbus Industries. Nach einer Beratungstätigkeit bei Anderson Consulting sowie als Leiter der Strategischen Analyse der Ruhrgas AG war Dr. Schmidt Stipendiant der Stiftung zur Förderung der systemorientierten Managementlehre und Schüler von Prof. Hans Ulrich, dem Begründer des St. Galler Management-Ansatzes. Während dieser Zeit begann Dr. Schmidt seine publizistische Laufbahn, aus denen Bücher wie "Endo-Management" und "Der Wissensnavigator" sowie Wirtschaftsbücher wie "Wohlstand_fuer_alle.com" oder "Crashonomics" hervorgingen. Heute entwickelt der Wirtschaftskybernetiker Lenkungs-Cockpits und ist Herausgeber des Online-News-Portals www.wissensnavigator.com sowie von Finanzportalen wie www.bankingcockpit.com und www.wallstreetcockpit.com.

Literatur

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