Riskante Taser-Waffen

Florian Rötzer 25.01.2009

Eine aktuelle Studie demontiert die Versprechungen der angeblich nichttödlichen Elektroschockwaffen

Elektroschockwaffen wie die von Taser werden als nichttödliche Waffen verkauft, die auch keine bleibenden Verletzungen, sondern nur heftigen Schmerz verursachen. Allerdings häuft sich die Zahl der Todesfälle nach dem Einsatz von Elektroschockwaffen. Während Taser versucht, die Todesfälle auf Faktoren zu schieben, die nicht direkt mit den Waffen zu tun haben, gehen Mediziner davon aus, dass Elektroschocks, wenn sie in Herznähe verabreicht werden, doch zu einem plötzlichem Herzstillstand führen könnten (Töten Elektroschockwaffen doch?).

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Für ihre Studie, die gerade online im American Journal of Cardiology erschienen ist, hatten die Wissenschaftler Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz an 126 Polizeidienststellen in kalifornischen Städten und in 10 Großstädten in den USA gestellt, um Informationen über die Zahl der plötzlichen Todesfälle von Festgenommenen ohne Anwendung tödlicher Gewalt, der mit Schusswaffengebrauch verbundenen Todesfälle und der Verletzungen von Polizisten zu erfahren, die einen Besuch in der Notfallambulanz erforderten. Der Rücklauf war nicht enorm. Von den Großstädten kamen überhaupt keine Daten. Von 50 Städten konnten aber die Daten über plötzliche Todesfälle 5 Jahre vor und 5 Jahre nach der Taser-Einführung ausgewertet werden. Aufgrund der wenigen Daten, die die Wissenschaftler erhalten haben, könnte das Risiko, das mit dem Einsatz von Elektroschusswaffen verbunden ist, auch noch höher sein.

Plötzliche Todesfälle sind sehr selten, so der Kardiologe und Mitautor der Studie Bryron Lee.: "Aber es ist wichtig zu untersuchen, warum sie geschehen und ob Polizeibehörden über die realen Risiken des Taser-Einsatzes umfassend informiert sind." Taser können vermutlich Herzstillstand oder einen stark erhöhten, unregelmäßigen Blutdruck verursachen. Zudem könnte die erhöhte Adrenalin-Ausschüttung durch einen Kampf oder wiederholten Elektroschocks das Risiko für einen plötzlichen Tod erhöhen, vor allem wenn die Schocks nahe am Herzen gegeben werden. Die Polizisten müssten zumindest die mit der Verwendung von Elektroschockwaffen verbundenen Risiken kennen und ausgebildet werden, einen Herzstillstand zu erkennen, um beispielsweise schnell eine externe Defibrillation durchzuführen. Dafür müssten die Polizisten dann nicht nur die Elektroschockwaffe, sondern auch noch einen Defibrillator bei sich führen, da dessen Einsatz nur in den ersten Minuten nach dem plötzlichen Herzstillstand einen Sinn macht.

http://www.heise.de/tp/artikel/29/29597/1.html
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