Eine "Arche Noah" in Kolumbien

Florian Rötzer 04.02.2009

Im Regenwald von Kolumbien haben Wissenschaftler viele seltene Tiere und 10 bislang unbekannte Amphibienarten entdeckt

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Bolitoglossa-Salamander. Foto: CI-Colombia/Marco Rada

Wissenschaftler haben während einer dreiwöchigen Exkursion in den mit Regenwald bedeckten Tacaruna-Hügeln in den Darien-Region an der Grenze zu Panama 60 Amphibien-, 20 Reptilien- und 120 Vogelarten gefunden, von denen die meisten vermutlich nur in diesem Gebiet leben.

Eine von zwei bislang unbekannten Regenfroscharten der Gattung Pristimantis. Foto: CI-Colombia/Marco Rada

Im Rahmen des von der Umweltorganisation Conservation International Programms zur schnellen Erfassung der Artenvielfalt, wurden auch 10 Amphibienarten gefunden, die bislang unbekannt waren. Amphibien gelten als gute Indikatoren für die Intaktheit von Ökosystemen, weil sie für Umweltverschmutzung und Klimaveränderung empfindlich sind. Neben den neuen Eidechsen und Schlangen wurden auch gefährdete Tapir-, Affen- und Nabelschweinarten beobachtet.

Neue Giftfroschart aus der Gattung Colosthetus. Foto: CI-Colombia/Jose Vincente Rueda.

Bislang sei die Darien-Region noch relativ intakt, aber sie ist akut bedroht durch Waldschlag, illegalen Anbau, extensiver Riderhaltung, Jagd, Abbau von Bodenschätzen oder Fragmentierung der Lebensräume. Schon jetzt sind 25-30 Prozent der Fläche entwaldet.

Eine Glasfroschart aus der Gattung Nymphargus. Foto: CI-Colombia/Marco Rada

Die Umweltschützer hoffen, dass die Entdeckung der neuen Arten und der Nachweis der außergewöhnlichen Artenvielfalt die Region zu einer "Arche Noah" macht, die zu einem Naturschutzreservat erklärt wird. Immerhin preist der Umweltminister Juan Lozane wohl auch im Hinblick auf seine Kollegen in der Regierung das Ergebnis der Exkursion an. Damit sei bestätigt worden, "dass wir im Hinblick auf die Artenvielfalt nicht nur in unserer Regio, sondern weltweit führend sind." Aber von großen Worten bis zur Einrichtung von nennenswert großen Naturschutzreservaten ist es noch ein weiter Schritt.

Entdeckt wurden drei neue Arten von "Glasfröschen", deren Haut durchsichtig ist, so dass man die Organe erkennen kann.

Bislang unbekannter Harlekin-Frosch der Atelopus-Gattung. Foto: CI-Colombia/Marco Rada

Kolumbien hat, so Conservation International, eine womöglich weltweit einmalige Konzentration an Amphibienarten. Bislang wurden 754 Arten entdeckt. Ein Drittel der Amphibienarten ist weltweit vom Aussterben bedroht. Noch ist die Darien-Region also tatsächlich eine schützende Insel.

http://www.heise.de/tp/artikel/29/29662/1.html
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